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ingniß feine
Apo⸗ rothen weißer V
äſcher.
blendes
ſoll es
gebracht hte der
er habe Meiſter daß ich g ſein.
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„Was iſt Dir, Mann?“ fragte Colot begierig.„Du ſcheinſt durch heftigen Schmerz zu leiden. Ich bin ein Arzt, rede.“
Der Wilddieb heſtete ſeine Augen auf den Fragenden, deſſen Züge er in dem Halbdunkel nicht zu unterſcheiden vermochte. „Herr,“ ſtöhnte er,„ich leide furchtbar. Die Flucht, die Miß⸗ handlungen und vor Allem der ſchreckliche Nitt hieher haben mich ſaſt getödtet. Ein raſender Schmerz zerreißt meine Eingeweide. Schon oft plagte es mich alſo, aber die klugen Brüder im Dorfe linderten das Weh. Sie meinen, ich trage einen Stein in mir, und wollten ihn durch Zauberei vertreiben.“
„So laßt mich unterſuchen,“ rief der Arzt ſchnell.
„Was ſoll's?“ ſagte der Gefangene.„Ich muß ja doch dran, laßt mich immer heulen. In zwei Tagen iſt Alles vor⸗ über.“
„Wer weiß? wer weiß?“ entgegnete Colot, in deſſen Hirn ſich ein Plan geſtaltete.„Laßt mich erſt ſehen, was zu machen iſt.“
„Soll ich eine Leuchte holen?“ fragte der Schließer.
„Nein. Ich kann meiner Hand trauen.“
Der Arzt unterſuchte nun ſorgfältig den Wilddieb. Seine Hand hatte bald die Urſache des Leidens entdeckt. Während deſſen ſchrie der Gefangene immer lauter und zuckte bei jeder Berührung des Doctors. Colot zitterte vor Erregung, denn der Miſſethäter trug wirklich jenes Leiden in ſich, deſſen Beſeitigung in kunſt gerechter Weiſe der Arzt möglich machen konnte.
„Ihr ſeid auf jede Art dem Tode verfallen, wenn Euch nicht Rettung wird,“ ſagte er zu dem Wilddiebe.„Kommt Ihr vor den Richter, ſo tödtet man Euch; aber wenn Ihr auch ſelbſt frei ausgehen ſolltet, Ihr müßt an dem Stein, der in Eurem Körper ſitzt, zu Grunde gehen.“
Der Gefangene wimmerte vor Schmerz und Angſt.
„Ich will Euch einen Vorſchlag thun,“ fuhr Colot fort.„Ich beſitze wunderbare Inſtrumente, mit denen ich es vermag, den quälenden Gegenſtand aus Eurem Körper zu entfernen. Es iſt ein Verfahren auf Leben und Tod, noch hat Niemand die geheim— nißvolle Operation vollbracht, noch hat ſich kein Mann gefunden, der ſich unter das Meſſer begeben wollte. Wenn Ihr nun unter der Bedingung Eure Freiheit erhieltet, daß Ihr jenen gewagten Schnitt an Euch thun laſſen wollt, würdet Ihr Euch dann mei⸗ nem Meſſer anvertrauen?“
Der Wilddieb zauderte.
„Bedenkt es wohl. Schreckliche des Henkers Hand, ſie ſind noch ärger als die, welche das Operir⸗ meſſer verurſacht. Ich glaube Euch die Freiheit und die Heilung verſprechen zu können, wenn Ihr einwilligt, und eine gute Beloh⸗ nung ſoll Euch außerdem nicht fehlen. Nur zwei Tage, und die Henker verrichten ihr Werk.
Der Gefangene raffte ſich empor. rief er.„Wenn Ihr mich retten könnt, ſo verſucht Eure Kunſt an mir. Soll ich verrecken, ſo geſchehe es lieber durch Eure Hand, als durch die des Henkers.“
Colot verordnete nun ſchnell einige Mittel, ſchrieb ein Ver⸗ halten vor und verließ das Chatelet.
Er kannte den Arzt König Ludwig's des Elften, den Angelo Catto. Eiligſt ſuchte er ihn auf. Lange Zeit mußte er ſprechen, erläutern, auseinanderſetzen. Glücklicher Weiſe gehörte der Doctor Angelo nicht zu den Kurzſichtigen, und obgleich er eine Regung des Kunſtneides ſchwer zu unterdrücken vermochte, überwand doch die Achtung vor der Wiſſenſchaft das kleinliche Hemmniß. Noch am Abend dieſes Tages ließ der Arzt dem Herrſcher melden, daß er ihm einen Genoſſen vorſtellen wolle, der eine neue, bisher nur wenig bekannte Operation zu machen entſchloſſen ſei, deren Aus⸗ führung von dem Machtſpruche des Monarchen abhänge.
Ludwig der Elfte liebte trotz aller politiſchen Intriguen und Wirren, in die er ſich ſtürzte, dennoch die Wiſſenſchaft. Er hielt namentlich die Aerzte ſehr hoch, weil er ſtets vor dem Tode bebte. Der König war durchaus nicht feig, ſondern zeigte im Gegentheil die größte Kaltblütigkeit, Verwegenheit und Todesverachtung in allen Gefahren, nur das Hinſiechen an einer Krankheit, die Ge⸗ wißheit, daß er einem Leiden micht entrinnen könne, war ihm ent⸗ ſetzlich. Er hielt es für höchſt nothwendig, jede neue Curmethode zu begünſtigen, weil er ſich ſtets vorſpiegelte, das Leiden, deſſen Heilung irgend eine pedantiſche Rückſicht verhindere, müſſe ihn, den König, heimſuchen.
Qualen erwarten Euch durch
„Sei es denn, Meiſter,“
Colot baute feſt darauf, noch mehr auf den Charakter Lud⸗
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wig's, der an allen ſchrecklichen, außergewöhnlichen und blutigen
Dingen beſonderes Intereſſe fand.
Er vertrieb ſich o Zeit damit, kleinere
Thiere durch größere zerreißen zu
ließ ſich Folterinſtrumente beſchreiben, oder erfand Schreckmittel
für Gefangene; dabei war er eiferſüchtig auf ſeinen ſah es gern, wenn neue Erfindungen auftauchten, die runsjahre dereinſt berühmt machen konnten.
Als daher Catto ihm die Mittheilung machte, ſogleich ein, den fremden Arzt ihm einen kurzen Vortrag über Der König wohnte im alten Louvre, in jenem Theile nach der Waſſerſeite zu gelegen iſt. ſeines Collegen im Vorzimmer, welches durch verſchi wachen und Pagen bevölkert war. Herrſchers Gemach.
Der König ſaß in einem Lehnſtuhle.
mit Fuchspelz wattirten Schlafrock an, auf ſeinem Haupte trug er einige zwanzig bleierne
eine ſchäbige, hohe Filzmütze, an welcher und ſilberne Heiligenbildchen befeſtigt waren. ihm eine Schnur Amulets.
Schnabelſchuhen. des linken gelb gefärbt.
Um den Seine Füße ſteckten in lan
„Ihr ſollt ein ſonderbares Verfahren entdeckt h ſogenannten Menſchenſtein zu entfernen aus dem Körper, er.„Aber ich glaube noch nicht recht daran. Bisher ein Geheimniß.“
„Das iſt es auch noch, Sire,“ ſagte ruhig Col bin ich im Beſitze deſſelben.“
„Ihr wollt es an dem Wilddiebe von Meudon Gut. Kommt der Schurke lebendig unter Euren Meſſe ſo mag er in des Satans Namen laufen.“ nigs fuhr bei dieſen Worten an die Mütze, wo ſie die Bilder berührte.„Wie iſt denn nun Euer Verfahren?
„Wenn ich das verſchweige, ſo werden Ew. Ma
3 zürnen,“ entgegnete Colot unerſchrocken. )
veröffentlicht, wenn ich es nicht eben geheim halten wollte. Genug, daß ich mich für das Gelingen verbürge.“ „Ihr ſeid ein dreiſter Mann. Pasques Dieu!“ rief Ludwig.
„So kurz zu ſprechen mit mir. Wenn ich nun Eure
ſchlage? Euch hinaus weiſe? Euch als einen Schwarzkünſtler ver⸗
urtheilen laſſe?“
„Dann ſchaden Sie der Menſchheit und— wer
wiſſen? ſich ſelbſt vielleicht, Sire. ſicher, der ſterben muß.“
Ludwig fuhr erſchrocken auf. Er ſchoß einen wah liskenblick auf den Arzt.„Olivier, Triſtan, André— rief der König. Die Gerufenen traten ein. ſich und ging zu einem Tiſche.
„Aber Catto hat mir von Inſtrumenten geſagt, die Ihr ge⸗
fertigt für Euren Gebrauch, dieſe werdet Ihr doch ſagte er.
Colot verneigte ſich. bereit,“ verſetzte er, ſeine Caſſette hervorholend. den Tiſch und öffnete den Deckel. ſchwarzem Sammet ſah man eine Anzahl
König hielt mit der Linken das mit der andern Hand die blitzenden Meſſer. Er betrac
klappte mit der Zange und ſchnitzte mit den Lanzetten.
„ 7..—. ſichtlichem Wohlgefallen die haarſcharfen Spitzen und Schneiden, 4
„Welches verrichtet nun den Hauptdienſt?“ ſagte er. Colot
zeigte die wichtigſten Meſſer. ſagte er zu dem Günſtlinge. Ding verſuchen.“ — das muß eine Menge Blut geben. Burſche wird gewaltig ſchreien. Ihr laßt ihn doch bind
„Es wird nothwendig ſein, Sire,“ entgegnete der 2
Der König lächelte ſeltſam. mente?“
„Die hohe Gerüthſchaft, Sire.“
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zu ſehen, und befahl, daß derſelbe das neue Verfahren halten ſolle.
Colot harrte auf den Ruf
Endlich rief ein Officier des Königs ihn mit Namen und der ſchlichte Landarzt trat in
Er hatte einen grünen,
Der Schuh am rechten Fuße war ſchwarz, der Sein markirtes, boshaftes Geſicht zeigte Neugierde und Mißtrauen, als er den Eintretenden anſtierte.
Die Hand des Kö⸗
„Ich hätte es ſchon längſt
Vor einem Leiden iſt Niemand
Der König erhob
„Sie ſind zu Euer Majeſtät Anſicht Er ſtellte ſie auf Auf einer Unterlage von 4 wunderlich geformter Meſſer, kleiner Zangen, Lanzetten und zwei löffelartige mente, deren Anwendung vollſtändig räthſelhaft erſchie Amulet umklammert, nahm aber
„Sehr ſcharf— ſehr leicht und gut zu handhaben, Olidier,“ „Man möchte ſelbſt einmal das Er fuhr mit dem Meſſer durch die Luft.„Hei Ihr werdet ſe
„Wie nennt Ihr Eure Inſtru⸗
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