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Wie ein Lächeln wollte es um ſeinen Mund gleiten, doch der ſinſtere Geiſt in ihm behielt die Oberhand.
„Ja, das weiß Gott!“ ſprach er bitter,„und Fordenſkiöld, gaben in Wahrheit den ausgiebigſten Beweis, was tiefe, innige Liebe nicht Alles zu ertragen vermag! In plötllicher Erinnerung all deſſen erlauben Sie mir jetzt, Ihnen mein auf⸗ richtiges Bedauern über das traurige Ende Ihrer ſo bewährten Liebe auszudrücken!“.
Sie ſah ihn ruhig an und ſprach dann ernſt:„Ja, Du haſt Recht, Erich; ich gebe den Beweis, was wahre Liebe erträgt. Trotz Allem, was Du mir heute angethan an Hohn und Bitter⸗ keit, an böſem Wort und harter Rede, liebe ich Dich doch! lieb' Dich ſo heiß, wie all die langen, langen Jahre!“
„Ingeborg!“ ſchrie er wild, drohend, voll Zorn und Lei⸗ denſchaft.
„Ja, Erich, ich liebe Dich! Die Probezeit Oscar's war auch die meine, für jene Liebe zu Dir, die in mir erwachte an dem Abend, wo Du die Deine mir vergebens bekannteſt. Nie, Erich, nie wär' ich Oscar's Weib geworden! Dem Vater ſagt ich's, eh' dieſer kam, und er bat mich, noch ſeine Rückkehr abzuwarten. Am Tage, eh' wir auf's Meer fuhren, fragte er mich, wie's nun ſei, nachdem ich Oscar wiedergeſehen, und war nicht böſe, als ich ſagte, ich ſei entſchloſſener denn zuvor, mit ihm zu brechen, und würde nach der Waſſerfahrt noch am nämlichen Abend mit ihm ſprechen. Als ich von ihm ſchied, rief er mir zu:„Geh' mit Gott!’ und, Erich, ‚Geh' mit Gott!’ waren auch vorhin meines Vaters Worte, als ich ihm eröffnete, daß ich Dich aufſuchen, mit Dir reden wolle.“
Erich Larsſon ſchwieg, ſchwieg zu Ingeborg's Jammer auch jetzt. Geſenkten Blicks ſah er zu Boden, ſah ſie erſt wieder an, als ſie leiſe zu ſeinen Füßen niederglitt und angſterfüllt fragte: „Ging ich mit Gott, oder— kam ich vergebens?“
Wie anders war das Schickſal dieſer beiden Menſchen, hätte ſie vor drei Jahren nur den tauſendſten Theil deſſen empfunden, was jetzt ſo mächtig ihr ganzes Weſen durchſtrömte! Spurlos, mindeſtens äußerlich ſpurlos gingen jetzt die Worte an ihm vorüber, die einſt ihn in den Himmel erhoben haben würden.
„Ingeborg!“ ſagte er,„fern ſei's von mir, Dich mit ſolchen harten Worteu zu entlaſſen, wie Du ſie einſt, in gleicher Lage, für mich hatteſt; aber dringend, inſtändig bitte ich Dich, ſteh auf! Du kamſt vergebens! Verlaß ein Haus, Ingeborg, das ſo verödet, leer und ausgeſtorben iſt, wie das Herz, das Du einſt zer⸗ malmteſt.“
„Kannſt Du denn nicht vergeſſen, Erich?“
„Nein! doch um dieſer Stunde willen— werde ich verſuchen, Dir zu verzeihen, was Du in jener Stunde thateſt.“
„Erich, eine letzte Bitte: laß mich in Jahren wiederkehren, vielleicht haſt Du den Groll beſiegt, vielleicht lernſt Du vergeſſen im Vergeben.“
Nie! und kämſt Du tauſend Mal, es wär' vergebens!“ Sie ſchauderte, ſah ihn an mit erloſchnem Auge, mit ſchmerzzerriſſenen Zügen, ſühlte die troſtloſe Wahrheit deſſen, was er geſagt, nur noch tiefer beim Anblick ſeines ſtrengen, feſt ent— ſchloſſenen Geſichts und verließ langſam das Zimmer.—— Sehr langſam durchſchritt Ingeborg auch den kleinen Hof, den
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angehaltenem Athem wartend, lauſchend da.
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vollbringen, die ſo ſchwer wiegen, wie die tapferſten Thaten auf dem Schlachtfelde. Gleich allen andern Verwundeten wurde Erich ſo ſchnell wie möglich von dem erſten, nur proviſoriſch errichteten Verbandplatz im Schulhauſe zu Koſel fortgeſchafft und für ſeine Pflege alle jene Sorge getragen, die Pflicht und Menſchenliebe nur denkbar machten..
Wochen waren vergangen. Er hatte lange im Fieber gelegen, endlich erwachte er nach glücklich überſtandener Kriſis zum erſten Male wieder zu vollem klarem Bewußtſein. Aufmerkſam blickte er die ernſte Nonne an, die an ſeinem Bette ſaß und zu der Anzahl jener barmherzigen Schweſtern gehörte, die aus weiter Ferne zum Kriegsſchauplatz geeilt waren und dort in Lazarethen und Privat⸗ häuſern zur Pflege der verwundeten Krieger verwendet wurden. Der Doctor bemühte ſich augenſcheinlich, ſeinen nachdenkenden Patienten vom Anblick der frommen Schweſter abzuziehen, ſprach
völlig, als Erich Larsſon ruhig, klar und ernſt fragte: die Andere, die mich während der vergangenen Wochen gepflegt hat?“
Eine tiefe Pauſe trat ein, Arzt und Nonne wechſelten inhaltſchwere Blicke, Erich Larsſon wartete ſcheinbar ſehr geduldig; doch als der Doctor anfing die anweſende Krankenpflegerin als ganz vor⸗ züglich anzupreiſen, rief er laut und heftig:
„Wo iſt jene Andere, die mich pflegte?“
„Nun, Gott ſei Dank, Bruſt und Lungen wären wieder ge⸗ ſund!“ ſprach lachend der Arzt,„und regten Sie ſich nicht auf, ſo könnten Sie bald ganz geneſen ſein.“.
„Wollen Sie mir auf meine Frage antworten?“
„Wenn Sie geſund genug zum Reden ſind, ja! jetzt ſind Sie krank.“
„Ich will aber jetzt Antwort haben, jetzt! und ſage Ihnen, daß, fürchten Sie von Aufregung für mein Leben, mir eben an dieſem Leben ohne Nachricht von ihr Nichts liegt.“
„Dieſe Verſicherung iſt überflüſſig nach Ihrem Benehmen, beſter Herr Larsſon; denn ſchreien Sie noch zehn Minuten ſo fort, ſo ſind Sie vielleicht ſchon morgen aller Erdenſorgen überhoben.“
„Und wenn ich gleich nach Ihrer Antwort ſterben ſollte, ſo frage ich doch nur wieder: Wo iſt ſie?“
„Von wem reden Sie denn eigentlich?“
„Von der, von welcher Sie nicht reden wollen.“
„So— nun— hm— es waren ſo Manche bei Ihnen.“
„Ich meine nur Jene, die ich zuerſt hier ſah, die ich immer und wieder erblickte, ob ich am Tage oder in der Nacht erwachte.“
Erich Larsſon hatte ſich aufgerichtet und ſah den Arzt mit ſolchen Blicken an, daß dieſer haſtig entgegnete:
„Sie iſt hier im Hauſe.“
„Wird ſie wieder kommen?“ fragte er leiſe und kraftlos in die Kiſſen zurückſinkend.
„Ja, ja! Doch nun— Ruhe!“
„Ruhe? Ruhe werde ich erſt haben, wenn ich ſie geſprochen. Sagen Sie ihr das!“
Der Doctor ging; der Kranke wandte ſeine großen dunkeln Augen mit allen Anzeichen heftigſter Spannung nach dem Ein⸗ gang. Seine Züge nahmen mehr und mehr den Ausdruck banger Erwartung an und die bleichen Wangen begannen ſich tief und dunkel zu röthen. Die, auf welche er harrte, trat nicht ein, und nach kaum drei Stunden lag er von Neuem im Delirium.
Während ſeiner wilden Fieberphantaſien beugte ſich ein anderes
Auch dieſe Hoffnung vergebens! Auch hier bitterſte Enttäu⸗ ſchung. Sie vernahm nicht, was ſie von Moment zu Moment mit immer lauterem, immer bangerem Herzſchlag erſehnte: den Ruf
Sechs Jahre ſind vergangen. Der letzte Krieg in Schleswig⸗ Holſtein hatte ſeine erſten ſchweren Opfer bei Miſſunde gefordert.
Antlitz über ihn, als das der ernſten Nonne, ein Geſicht mit dem Ausdruck tiefſten Schmerzes und dazu völlig farblos. Deer Arzt, der ſinnend am Bette ſtand, ſagte, nachdem der Kranke immer und wieder den Namen„Ingeborg“ gerufen: „Wollen Sie ſein Leben vollends retten, ſo bleiben Sie bei ihm, wenn das Bewußtſein zurückkehrt.“ Ein Ausdruck höchſter Seelenpein glitt über das bleiche Ge⸗ ſicht der Angeredeten und erſt nach langer Pauſe entgegnete ſie
Zu den ſchwer Verwundeten, die wochenlang wenig Hoffnung ge⸗ geben hatten, gehörte Erich Larsſon. Er hatte gekämpft, wie Einer, der unter dem Donner der Kanonen aufgewachſen, nicht wie ein Neuling, dem dieſer Krieg erſt die Feuertaufe des Solda⸗ ten gegeben hatte. V . Vorſichtig war der Verwundete von einigen jungen Kieler Studenten aus dem heftigen Feuer getragen, wohin dieſe ſi während des ganzen Kampfes mit Aufopferung ihres eigenen Lebens gewagt, um jene ſtillen Heldenthaten der Menſchenliebe zu
ernſt:„So werde ich denn bleiben.“
Der Arzt verordnete Verſchiedenes und ſetzte hinzu:„Will er ſprechen, ſo laſſen Sie ihn reden. Ermahnungen helfen bei dem Nichts und er ſcheint einen Kopf von Eiſen, einen aus Erz ge⸗ goſſenen Sinn zu haben.“ 8
Die ſchlanke Geſtalt am Bett des Kranken erzitterte bei den Worten, die lichten Augen wurden dunkel und über das durch⸗ ſichtig zarte Antlitz verbreitete ſich ein ſchwacher Schein von Farbe.
„Gott mit Ihnen!“ rief der davoneilende Arzt herzlich.
von den Kriegsereigniſſen mit großer Lebendigkeit, verſtummte aber Wo iſt 7.—.
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