alſo mein Schleppnetz und drei Mann in's Boot und fiſchte nach Mollusken und Krebsthieren. Spät Abends noch, nach dem Nacht⸗ eſſen, ſetzte ich mich in Geſellſchaft der Jäger auf eine vorſprin⸗ gende Klippe und ſah dem Sonnenuntergange zu; dann und wann ſchielte ich auch wohl nach dem intereſſanten Gefangenen in der Bucht. Auch die Jäger ſchienen ihre Aufmerkſamkeit ſo ziemlich gleichmäßig zwiſchen dieſem, ihren Pfeifen und dem gange zu theilen. Siehe da, einmal über das andere hebt der Fiſch ſeinen halben Leib lothrecht über das Waſſer: offenbar, das dreifache Garn, das er nie mehr als zu zwei Drit⸗ teln zu durchbrechen wagt(das dritte äußerſte Garn, obwohl von derſelben Beſchaffenheit, wie das innere und das mittlere, ſcheucht ihn ſtets zurück, und die Klappwache hat nur die Beſtimmung, ihn an dem Zerreißen dieſes letzteren und eventuell an dem Ueber⸗ ſpringen des Ganzen zu verhindern), zu überſßringen! Der alte Anführer thut noch einen kräftigen Zug aus ſeiner Pfeife, ver⸗ tauſcht dann dieſe mit einem lüchtigen„Prüntje“:„Jetzt iſt's Zeit, jetzt kann der Spaß losgehen. Da kommt mein Sohn mit ſeiner Mannſchaft, der ſoll heut ſein Probeſtück ablegen als Harpunirer.“
Wir eilten hinab zu den Booten. des Alten ſich in deſſen großem Boote Sohne die nöthigen Befehle, ſich an zut halten, ſtets mit der Harpune in Bereitſchaft, vor Allem aber habe er ſich klar zu halten von der Leine. Ich ſelber aber nahm, um in Ruhe und mit einem Blick das ganze Schauſpiel überſehen zu können, Platz auf einer vorſpringenden Felszunge. Vor der Bucht, den Eingang bewachend, lagen die Fiſcher aus der Umgegend in ihren Kähnen, um den Walfiſch zu⸗ rückzutreiben, wenn dieſer ſollte den Ausgang forciren wollen. Der Fiſch kam jetzt ſehr häufig an die Oberfläche, um zu athmen; die Pfeile hatten ihm bereits Wundfieber verurſacht. Getrieben von zwölf kräftigen Armen ſchießtt das Boot des Sohnes auf den eben wieder Auftauchenden zu, ein mit aller Kraft geführter Stoß— und der Harpunirer liegt kopfüber im Waſſer, der Stoß war vor⸗ beigegangen. Die Mannſchaft iſt geſchäftig mit dem Auffiſchen
Principals. Der Alte auf der andern Seite der Bucht be⸗ eyfall ſcheinbar durchaus nicht; wie ein Pfeil jener Seite hinüber, wie um zwiſchen dem ote Knuds und dem Ufer ſich einen Ausweg zu ſuchen. Hier aber liegt ein Riff dicht unter der Oberfläche des Waſſers, und fefrenet der Fiſch. Im Nu bohrt Knud ihm die Lanze tief zwiſchen die Rippen, ein gewaltiger Ruck und der halbe Leib des Fiſches liegt auf dem Trocknen; ein tiefes, ſtöhnendes Ausathmen, und der Beherrſcher der Tiefe iſt nicht mehr. Weit umher färbt ſich die See mit ſei⸗ nem Blute..
Nun ſtrömt Alles herbei; eine Harpunleine wird um den mächtigen Schwanz geſchlungen, und mit vereinten Kräften gelingt es bald, den Erlegten vom Grunde loszubugſiren. Bald kehrte ſich der gefurchte, ſchön porzellanweiß glänzende Unterleib der ſchei⸗ denden Sonne zu; ich ſprang von meiner Klippe, an deren Fuße das ganze Drama in unmittelbarſter Nähe ſich abgeſpielt hatte, auf den ſchwimmenden Rumpf, ſetzte mich nieder und ließ mich ſammt meinem ungewöhnlichen Vehikel tief in den Hintergrund der Bucht ſchleppen, wo der Strand flach war und wo die Zer⸗
ſich gehen ſollte. Das zuerſt abgetrennte
Während die Mannſchaft ordnete, ertheilte er dem der Nordſeite der Bucht
legung des Fiſches vor
Sonnenunter⸗
er beabſichtigt
mit dem Meſſer nachhilft. Iſt eine Tafel von ungefähr zwölf Zoll Breite und vierundzwanzig Zoll Länge abgelöſt, ſo wird ſie V auf eine ſchräge Klippe geworfen, damit das Blut ablaufen könne.
V Hand greift und den Speck herabreißt, während die andere Hand
Das Fleiſch wird in ähnlicher Weiſe in etwa fußdicken Klötzen ab⸗ getrennt, am Lande jedoch wird es in vier Zoll dicke Scheiben zer ſchnitten und zum Trocknen ausgebreitet. „Halt, Kinder, da kommt Martha!“ weile fertig gewordenen erſten Biſſen in einem Holztroge herbei. Alle ſtellen die Arbeit ein und langen zu. Die Walfiſchjäger holen ihre Proviantſchachteln hervor. Fladbröd und Walfiſchſpeckh mit einem Finkelſchnaps iſt ein Göttermahl.„Du haſt der Jagd mit beigewohnt, Du mußt auch den Braten koſten.“ Es half nicht, ich mußte dran, und er ſchmeckte beſſer, als ich's geglaubt hatte. Nach geendigter Mahlzeit begann das Zerlegungsgeſchäft von Neuem. Endlich kam mein Antheil an die Reihe, die Bauch⸗ höhle wurde geöffnet und die Eingeweide mir zur Dispoſition ge⸗ ſtellt. Der intereſſanteſte Fund war mir ein zehn Zoll langer Fötus; er ſteht jetzt in Spiritus in Kopenhagen. Im Magen des Fiſches fand ich eine ungeheure Menge Skelete von Brislingen eine kleine Sorte Heringe)“ und eine faſt gleiche Quantität As⸗ cariden. Die Gallengänge der Leber waren erfüllt mit einem großen flachen braungrauen Wurm, der Distoma Goliath. Auf der Außenſeite des Thieres war nicht ein einziges Schmarotzerthier anzutreffen.
Endlich war die Zertheilung ſowohl des Speckes und Flei⸗ ſches, wie auch des von mir begehrten Skeletes vollbracht; wir waren Handels einig geworden und ich erwartete nun, die Mann⸗ ſchaften würden mir beiſtehen beim Einſchiffen meiner Beute.„Ja, Du mußt warten, bis ich fertig bin,“ ſagte der alte Knud,„ich muß erſt austheilen, auf daß Jeder das Seinige erhalte.“ Theil⸗ haber ſind alle Die, welche den Wal entdecken und ihn in die die Ufer der Bucht gehören, und
Bucht jagen, ſodann Die, denen
endlich die Schützen; bei dieſer Gelegenheit waxen es elf im Gan— zen. Die Theilung des Fleiſches und des Specks geht folgender⸗ maßen vor ſich. Ein Mann ſtellt ſich hin, nimmt einen Tragkorb auf den Rücken und in dieſen wirft man nun erſt ſo viel Speck, wie er zu tragen vermag; dann geht er hier nach irgend einem f beugt ſich vornüber und der Inhalt des Korbes
flachen Platze, ſtürzt über ſeinen Kopf hinweg auf den Raſen. Dies Experiment kein Speck mehr
vollführt er auf elf verſchiedenen Stellen, bi vorhanden iſt. Dann macht er dieſelbe Tour mit dem Fleiſche— und faſt ausnahmslos ſind ſämmtliche Theilhaber mit dieſer pri mitiven Weiſe der Vertheilung wohl zufrieden. Die Unterkiefer und eine von den Bruſtfinnen fällt den Schützen zu. Im friſchen Zuſtande iſt das Skelet weich und läßt ſich leicht mit dem Meſſer zerſchneiden, weshalb es ſchwierig iſt, es unbeſchädigt in ſeine Gewalt zu bekommen. In der Regel werdun kleingehackt und den Kühen als Futter gegeben
Die Theilung war zu Ende, ich Nahm der über ihren vierfachen Antheil Ue Bergen angekommen war das Erſte, Bad zu nehmen.
Bald darauf fing ſich ein Diesmal tödteten die Fiſcher i
Sie ſchleppt den mittler⸗
Stück Speck wurde ſofort der alten Martha zugeſtellt, die es in Salz und Waſſer zu kochen hatte. Dann ging's ohne Aufenthalt an das Entſpecken; ſämmtliche Meſſer wurden eifrigſt gehandhabt. Man macht einen Längenſchnitt und dann parallele Querſchnitte durch den Speck bis auf das Muskelfleiſch; drei bis vier Zoll vom Längenſchnitt ſchneidet man ein Loch, in welches die eine
Eine religiö
Die Sonne war dem Untergegange nahe, als wir, d. h. meine Frau, mein Freund und ich, von unſerm Hötel Majolica aus eine Kahnfahrt auf dem Comer See machten. Auf den Höhen wie auf dem Waſſer lagerte eine unbeſchreibliche Ruhe, die ganze Natur eren Augen nach des langen Tages Hitze ſchon apa rend ½ en halben Stunde die Miüdigkeit ſchwer gelaſtet war ſchla, angen. Die Sonne ſank tigfege⸗ ſchou
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fiſchjäger von Profeſſion, inde näher auf den Leib rückten u telſt langer Stangen auf ſe bekam, wie man berechnet h mußte elendiglich erſticken.
* Clupea sprattus Nilss.
ſe Auction
ziemlich finſten „Kine Il
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