Jahrgang 
4 (1865)
Seite
49
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ſeinen Kindern nicht gerecht gefunden und auch an ihuen geſtraft.

ſeines Innern. Noch Anderes hatte dazu beigetragen und trug ſpäter Noch von der Enkelin hatte der Caſtellan zu berichten. Es t noch mehr bei. Auf dieſe Weiſe war das Leben in der freiherr⸗ V war nur Weniges, was er von ihr zu ſagen wußte. Sie war ein

lichen Familie ein ſo eigenthümliches geworden. braves, gutgeartetes Kind von fünfzehn bis ſechszehn Jahren und

I Der Freiherr war zweimal verheirathet. Mit ſeiner erſten liebte den alten, einſamen Großvater. Der Freiherr liebte, ſie b

Frau, einer Gräfin aus einem der älteſten und edelſten Grafenhäuſer wieder, konnte nur ſie um ſich haben und ſagte ihr nie ein böſes

Deutſchlands, lebte er nicht glücklich. Sie ließ ihn fühlen, daß ſie Wort. Sie war bis jetzt von der alten Franzöſin vortrefflich erzo⸗ b eine erlauchte Gräfin und er nur ein hochwohlgeborner Freiherr gen; ſpäter ſ

war, und ſchenkte ihm keine Kinder,

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Wöchentlich 1 ½ bis 2 Bogen. Durch alle Buchhand

V Der Richler. V

lungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Ngr. zu beziehen.

Nach brieflichen Mittheilungen. Von J. D. H. Temme.

V(Fortſetzung.) Der Freiherr war ein äußerſt ſtolzer Mann, ſtolz auf terchen. Auch der Vater des Kindes ſtarb bald, und der Groß⸗ ſeinen alten Adel, auf ſeinen unermeßlichen Reichthum und auf vater nahm die Enkelin zu ſich. ſein Anſehen. So war er immer geweſen, durch Erziehung und Leben, durch die Geburt ſchon, wie man wohl zu ſagen flost.⸗Mancherlei Ereigniſſe hatten ihn zu einem ebenſo ſtrengen

Ingend fiel die erſte franzöſiſche Re⸗

Ter Sohn des Freiherrn war eilf Jahre jünger, als die

Tochter. An dem Sohne ſollte wieder gut gemacht werden, was die Erziehung an der Tochter verdorben hatte. Keine Strenge

wurde gegen ihn geübt; nur der Stolz, der Stolz des Edelmanns rrouvarniee drang über den Rhein; die wurde in ihm zu wecken und zu Sansculotten deeretixten Gleichheit der Stände, Abſchaffung des

Adels und Aufhören des Verhältniſſes von Herren und Knechten und

wollten ſelbſt nur Herren ſein und unumſchränkt despotiſiren und

tyranniſiren. So kamen ſie auch auf das Gut des Vaters des Freiherrn und befahlen und wirthſchafteten hier roh und gemein,

im deutſchen Lande ſchlimmer, als in ihrer franzöſiſchen Heimath.

Der Knabe mußte Jahre lang Zeuge ſein und ſelbſt Mißhandlungen

erdulden. So ſetzte ſich ein bitterer Haß in ihm feſt gegen Alles,

was Freiheit und Gleichheit hieß, und ſein Gemüth wurde ſtreng

und herb. Als er ſchon ein Greis war, da kam das ſogenannte

Revolutionsjahr 1848 und vollendete die Bitterkeit, die Strenge

nähren geſucht, und ſchon als Kind hatte er völlige Freiheit, er konnte thun und laſſen, was er wollte, wenn er nur ſeinem Stande, ſeiner adligen Ehre nichts vergab. So wurde der Knabe hochmüthig und roh. Weil der Vater dies merkte und rügte, wurde der Jüngling ein Heuchler dazu. Reiſen ſollten den jungen Mann beſſern, allein er kehrte roher, hochmüthiger zurück, als er gegangen war. Nur den Heuch⸗ ler brachte er nicht wieder mit. Seitdem lebten Vater und Sohn wie ein paar fremde Menſchen miteinander, oder vielmehr ſie lebe ten nicht miteinander; ſie müſſen ſich vielmehr fern bleiben, wenn kein Unglück geſchehen ſoll. So wurde der ſtarre Mann auch an

1 1 keinen Erben ſeines ungeheu⸗ Bildung vollendet werden. ren Vermögens und ſeines edlen Namens. Als ſie ſtarb, war er nicht mehr jung, aber er konnte nicht aus der Welt gehen, ohne einen Erben für ſeinen Namen, für ſeine Güter zu hinterlaſſen. Dieſe Greiſe ſagen, den er jetzt nach ſeinem innern und äußern Leben ollten nicht an entfernte Verwandte fallen, jener ſollte nicht aus- kennen gelernt hatte?. Er ſtand mit ſchwerem Herzen vor dem terben. So ſchritt er zur zweiten Ehe. Seine zweite Frau war na- Zimmer, an deſſen Thür der Caſtellan leiſe klopfte. türlich wieder von gutem Adel; aber auch ſie lebte nicht glücklich lihm. Sie hatte ein weiches Herz, während ſein Herz mit fortſchreitenden Jahren und in der langen Ehe mit einer hoch⸗ bigen, herzloſen Frau immer verbiſſener und verhärteter geworden Der alte Freiherr von Bergen war mit ſeiner Enkelin in Kreu kränkelte, gebar ihm zwei Kinder, dann ſtarb ſie. ſeinem Zimmer. Eine hohe, hagere, aber breitſchulterige Geſtalt, 3 Kind war eine Tochter, ein unendlich zartes, mußte er ein kräftiger Mann und noch ein rüſtiger Greis es Weſen. Er erzog ſie mit 7 7 die geweſen ſein. Jetzt, nahe an ſeinem achtzigſten Jahre, war rſter immie Liebe und die vuſt⸗ ſind nur für unsſetre⸗ er lanfällig; ſein Rücken war gekrümmt. Seinem mageren, blaſſen Unke aucGlück!(Abgemacht! Die Frage iſt nolting tte ſah man zugleich an, daß er zur Zeit kränkelte; aber meiſtekertoe, das niſte Glück? In den Slädben en Heiſt, ſeinen Willen hätte nicht die Krankheit, nicht die V Landen In der)ntzmath oder in der Fremde? 14 LA t des Alters zu beugen vermocht. In dem ſtark⸗ 1 X 4 6 1 1

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ſollte in einer vornehmen engliſchen Penſion ihre

Der Juſtizamtmann war mit dem Caſtellan vor dem Zim⸗ mer des alten Freiherrn angelangt. Was ſollte er dem ſtolzen

5. Ein alter Edelmann.