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knochigen Geſichte, in den harten Zügen, in den hellgrauen, ſtechenden Augen, die unter den tief herunterhängenden ſchnee- ſtande, viel immer Blitze hervorſchießen konnten, las Recht, von ein
weißen Augenbrauen noch ſ werden.“
man nach wie vor den ſtol nen Willen, der ſelbſt noch leidenſchaftlich
Großvater und Enkelin waren allein in ganten Zimmer. Sie hatten den Thee ſchon genommen;
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harten Sinn, den eiſer⸗ werden konnte.
dem großen, ele— die Be⸗
zen Geiſt, den
geworden.
„Ah, meir
Polizei, die Ungewißheit, unheimliche Nuhe i iten eigenthümlich war. lig ruhig gerufen, obſchon er wußte, Theodora,“ ſagte er zu dem das Kind ſelber.
Gerichts und der wollten, jene eiſige, können, die ihm zu Ze „Herein!“ hatte er völ wer kam.„Einen Augenblick, Fräulein, freundlich und mild, wie Sie hielt mit dem Leſen inne. Der Juſtizamtmann und der Caſtellan traten ein. „Der Herr Juſtizamtmann, Euer Gnaden,“ ſprach der und entfernte ſich wieder. Der Freiherr warf einen kurzen Blick Auf den Gerichtsbeamten. „Seten Sie ſich,“ ſagte er dann eben ſ I, der neben dein Tiſche ſtand. Juſtizamtmann ſetzte ſich. „Fahre fort, Theodora,“ wandte ſreundlich zu dem Kinde. Und das Fräulein began unterbrochen war und las wei
ihm hervorbringen
meinem Hierſ vorzubereiten.
„Ich
Caſtellan ſtolz, nach
„Dürfen S
weißen Augenbrauen „Es 1
unter den dichten,
o kurz und zeigte auf
ſich der Freiherr wieder
Neuem den Satz, in dem es de der Sage: fhüret würde,
n von ter bis zu dem En Miſſethetter ge
und ſterkete ihne ſeinem Glauben me gegunt,
für ihne her wen und in
u Crucifix und trat ollte auf Got trar
dieſelbe ergriff ein und ſagte: ſ
er
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Der Juſtizamtmann beſann ſich noch einmal. 3———
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„Ich denke,“ ſ leicht gar zu meiner
Der Juſtizamtmann war ü
„Herr Baron,
verfolgen habe. ſich nun heute ent er zur Gewißheit e
ehrwürdigen Greis, danke Ihnen,“ dem der Juſtizamtmann, geſprochen, ſ ie m ſt ein Mord.“
Der Greis zuckte zu Augenblick wieder. H Sie gegen meinen
„Ich we
Der Freiherr wandte ſich zu ſei Zimmer, Theodora,“
Sie erhob ſich lichen Unterredung,
—„Aber damit er nicht wie ein mußte ihne der Nachrichter und ſeine Diener nicht anrühren, ſon⸗ zu dem Greiſe und reich dern er gink ſelbſt gutwillik, und der Nat und die ganze Stat„Gute Nacht, Großvater.“— begleitete ihne und betrübeten ſich ſeinethalben. So hatte Adebar Er küßte ſie Huf die Stirn. eine Schweſter im Jungfrauenkloſter zu Colberge, die war Eptiſſin;„Gute Nacht, meine liebe Theodora.“ Ein Strom von Thränen ſtürzte aus den Augen des Kin⸗
des, als es das Zimmer Als ſie fort war,
wenn er zu meinem Haus⸗ gehört, ſo hätte ich ein in Kenntniß geſetzt zu
agte der Freiherr,„ Familie em Verfahren gegen ihn
ber eine Erwiderung mit ſich einig
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Sie haben einen Sohn?“ der alte Freiherr ſo
nen Sohn betrifft es!“ ſprach
dienten waren abgetreten. Der Freiherr lag lang ausgeſtreckt auf einem Sopha, vor ruhig, wie bisher.. V welchem der Theetiſch ſtand. An dem Tiſche, dem Greiſe gegen⸗„Ihr Herr Sohn heißt Waldemar?“ fragte der Juſtizamt⸗ über, ſaß in einem Fauteuil die Enkelin, in deren noch faſt mann. 1 kindlicher Jugend ſich das brave, ſtille und milde Herz ausprägte.„Waldemar Freiherr von Bergen.“ Sie las dem Großvater aus einer Sammlung von Schildſagen„Er iſt erſt ſeit Kurzem von mehrjährigen Reiſen zurück⸗ 1 vor; mit ihrer reinen, klangvollen Stimme las ſie eben die ſol⸗ gekehrt?“ genden Worte:„Seit zwei Monaten.“ 1 —„Aber damit er nicht wie ein Miſſethetter gefhürt würde,„Hatten Sie Nachrichten von ihm über ſeinen letzten Aufent⸗ mußte ihne der Nachrichter“— V haltsort?“ 47 Da wurde an die Thür des Gemaches geklopft.„Mein Sohn hatte mir keine Rechenſchaft über ſeinen jedes⸗ „Herein!“ rief der Freiherr ruhig.. V maligen Aufenthalt zu geben.“ 1 Er hatte auch mit voller Ruhe der Vorleſerin zugehört; die„Hat er Ihnen nicht aus der Schweiz geſchrieben?“ Nachricht des Caſtellans, daß der Juſtizamtmann mit einem„Mein Herr,“ ſagte der Freiherr mit ſeinem ganzen Stolze, fremden Polizeibeamten da ſei, hatte ihn nur einen Augenblick„ich glaube, Sie wollen hier mich inquiriren!“ 1 beunruhigt, dann hatte die plötzliche Anweſenheit der Beamten des„Nein, Herr Baron. Aber ich hatte eine Pflicht gegen— was ſie im Schloſſe Es handelt ſich um ein ſchweres Verbrechen, deſſen Thä 5 in Verdacht gegen ihn; es lou
Noch beſteht nur e ſcheiden, ob dies ein falſch rhoben wird. Ich hielt es, da Sie einmal von erhalten hatten, für meine Pflicht, Sie Ein ſchwerer Schlag darf einen Ehrenmann, einen wie Sie es ſind, nicht unvorbereitet treffen.“ ſagte der alte Edelmann etwas weniger der mit Wärme und Würde Darauf fragte er wieder: nennen?“
er Verdacht iſt, oder ob
ein Kenntniß
eine Rede geendet hatte. ir auch das Verbrechen
aber er faßte ſich im nächſten Juſtizamtmann,“ fragte er,„dücfen er Gegenwart inquiriren?“ Herr Baron.“ iner Enkelin. agte er gütig. und trat, blaß deren Zeugin ſie te ihm die
ſammen,
„Herr Sohn in mein rde es verantworten, „Geh' auf Dein
von der entſetz⸗
und zitternd an das Sopha
geweſen war, bebende Hand.
verließ.— erhob ſich der Freiherr; es gelang ihm ie ſehr ihn die
wi
ſterben. Alſo kam er außer der Stat; da wurde ih daß er auff einen Kirchhoff gink. Daſelbſt lies er ſich abhawen.“ nur mühſam. Das Kind ſollte nicht ſehen, 3) „Sie ſind der Herr Juſtizamtmann?“ fragte der Freiherr jetzt ſchreckliche Kunderangegriffen hatte, darum erhob er ſich erſt nach. den Gerichtsbeamten. der Entfernung der Enkelin. Der Juſtizamtmann wollte ihm beim „Ja, Herr Baron.“ Aufſtehen helfen; er wies ihn jedoch zurück.— „Sie haben auch auf meinem Gute die Gerichtsbarkeit?“„Ich danke Ihnen!“ ſprach er wieder mit ſeinem ganzen, „Seit Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit allerdings.“ vollen Stolze. So ſtand er auch, als er ſich erhoben hatte, feſt, „Auch hier im Schloſſe?“ V gerade; ſelbſt den vom Alter gebeugten Nacken konnte er ſtolz auſf „Auch hier.“ richten. Nur dem Geſichte, das erdfahl geworden war und deſſen Der Ton des alten ſtolzen Edelmanns war immer ſtolzer Augen ſich tiefer hinter die buſchigen Brauen zurückgezogen hatten, IA geworden. Der Juſtizamtmann blieb höflich und gemeſſen. ſah man den hinfälligen Greis an. Er bewegte eine kleine „Sie ind,“ fuhr der Freiherr in jenem Tone fort,„in ſilberne Glocke, die vor ihm auf dem Tiſche ſtand. Sein ahun dieſent Nugenblicke hier, um Ihre Gerichtsbarkeit auszuüben?“ Kammerdiener trat ein. S „Ich bin in meiner amtlichen Cigenſchaft hier.“„Zum grauen Salon!“ ſagte er zu dem Diener. „Als Civil⸗ oder als Criminalrichter?“ Per Diener entfernte ſich ſtumm. Im Zimmer befand 1ß Der Zuſtizamtmann beſann ſich einen Augenblick.„Als ein alter eichener Schrank, tunſtvoll geſchnitzt, dunkelbraun vo. Criminalrichter,“ ſagte er dann offen. Alter. Der Freiherr ging zu ihm, ſchloß ihn auf, nahm etwe „Darf ich das Verbrechen erfahren, wegen deſſen Sie hier heraus und verbarg es. auf ſeiner Bruſt, ohne daß der Juſs 41 ſind?“ G(amtmann geſehen hatte, was es war. Darauf kehrte Nereim;,) „Herr Baron— ¹ zu dem Tiſche zurück, auf welchem das Sagenbuch, lbritiſ „Ah, das Amtsgeheimniß verbietet Ihnen die Mittheilung Enk Poch lanlge wirote, noch aufgeſchlagen dalag. Ey⸗ an mich!“ falter mmt, wo es ihrer vVine. e e o in d „balb 8 rxgottesdienſt, mit dem er auf dem Deck* 4. „S0 iſt es.. 4 Ende Weller, egrabenen feierte, nachdem die üblichen Kaln— „Aber den Verbrecher dürfen Sie mir nennen?“ ker. uͤber if wieder beſäuftigten Wogen gerollt waren zune 96d der Pflicht De, L 2


