Jahrgang 
13 (1865)
Seite
201
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folgt waren. Dieſe aber bemerkte man öfters, wie ſie in einem kleinen, flinken Canoe die Inſel umkreuzten und dann zuweilen an irgend einer einſamen Stelle des Ufers landeten, um dort unbe⸗ obachtet ein leiſes Geſpräch mit ihrem Häuptling zu führen.

Es war an einem Sonntag Morgen, als der dem Leſer ſchon bekannte Dampfer Saratoga, ein regelmäßiges Paketboot für den Oberen See, in den Hafen von Mackinaw einlief. Das Schiff hatte unterwegs einen kleinen Unfall gehabt, da an der Maſchine Etwas zerbrochen war, und mußte deshalb einige Stun⸗ den länger als gewöhnlich anhalten, um den Schaden auszubeſſern. Dieſen Aufenthalt wollten die Paſſagiere nicht unbenutzt laſſen und ſo ſtrömten ſie denn über die Landungsbrücke an das Ufer, um die Stadt und deren maleriſche Umgebungen in Augenſchein zu nehmen. Während der größte Theil der Ankömmlinge die ſteile Höhe erklomm, wo das alte Fort liegt und von wo man eine entzückende Ausſicht über den Huron⸗ und Michigan⸗See und die wmaldgekrönten Inſeln der Enge genießt, blieb eine andere Gruppe am Hafendamm ſtehen, gleichſam unſchlüſſig, wohin ſie ſich wen den ſollte. Ein Herr in elegantem Reiſeanzuge ſchien das Factotum der Gentlemen zu ſein, welche, rings um ihn ſtehend, die Meinung äußerten, daß ſie gern Willens ſeien, ſich ſeiner Führung anzu vertrauen.

Ich mache den Vorſchlag, ſagte einer der Paſſagiere,daß Mr. Jones, der ſchon öfters in Mackinaw geweſen iſt und die Localität kennt, damit beauftragt wird, uns die Merkwürdigkeiten des Platzes zu zeigen.

Angenommen! riefen die Andern.

Ich werde mein Beſtes thun, Ihren Wünſchen zu entſprechen, erwiderte Jones denn der eben erwähnte Führer war Niemand anders, als der Mörder des deutſchen Bergmanns.Sie müſſen wiſſen, Gentlemen, daß das Schönſte und Intereſſanteſte Hier bei Mackinaw die berühmte Felſenbrücke iſt. Sie iſt die höchſte Welt und übertrifft die bekannte virginiſche bei Weitem. Wenn Sie es wünſchen, ſo engagiren wir einen Bootsmann und laſſen uns auf der Stelle hinfahren, damit wir rechtzeitig wieder an Bord der Garatoga ſein können.

Dieſer Vorſchlag wurde ſofort von der Geſellſchaft acceptirt, und wenige Minuten Fpäter fuhr dieſelbe auf einer kleinen Segel⸗ ſchaluppe am felſigen Strande der Inſel hin, um das gerühmte Naturwunder vom Waſſer aus zu betrachten. Kaum war das Boot⸗Kine halbe Meile unterwegs, als ein winziges Birkencanoe,

von drei Indianern gerudert, aus einer kleinen, verſteckten Bucht hervorſchoß, ſich dicht am Ufer haltend, derſelben Richtung folgte und in unglaublich kurzer Zeit den Vorſprung gewann. Da, wo das koloſſale Felſenthor ſeinen gigantiſchen Schatten über die unter ihm wogenden Gewäſſer wirft, verſchwand es im Dunkel der Bäume, welche dicht am Saume des Strandes ihre Aeſte weit über die ſich kräuſelnden Wellen hinausſtrecken.

Nichts kann das Erſtaunen und die Bewunderung übertreffen, mit welcher jetzt die Begleiter Jones' dieſen großartigen Bau der Natur betrachteten, als ſie ſich auf ihrem langſamern Fahrzeuge

Sport auszuführen, auf einmal ein, die Frage aufzuwerfen, wohl einer der Anweſenden getraue, die Thores zu überſchreiten. Ich wette fünfzig Dollars, daß es Niemand wagt! rief er aus. Sagen Sie hundert, und ich acceptire, antwortete ſofort Jones, der ſich auf ſeine körperliche Gewandtheit nicht wenig ein⸗ 1 bildete und, weil er ſchon bei einem frühern Aufenthalt in Mackinaw dies Wageſtück ausgeführt hatte, ſich die Gelegenheit nicht entgehen laſſen wollte, ſeiner eigenen Eitelkeit zu fröhnen und dabei ein gutes Stück Geldes zu verdienen. Das iſt mir faſt zu viel, erwiderte der erſte Herr,doch, wenn ich auch keine Silbermine beſitze, wie Mr. Jones, ſo will ich doch die hundert Dollars riskiren. Ich wette alſo noch einmal, daß Mr. Jones es nicht wagt, die ganze Brücke zu überſchreiten. Und ich wette, daß ich von einem Ende zum andern auf meinen zwei Füßen gehen werde, und zwar aufrecht, wie ein Seil⸗ tänzer, prahlte Jones. Dann übergab er einem der Herrn zehn Golddollarſtücke als ſeinen Einſatz; das Gleiche geſchah von der Gegenpartei, und die Anweſenden wären keine Amerikaner geweſen, wenn ſie ſich nicht ſämmtlich in größere und kleinere Wetten für oder gegen den improviſirten Blondin eingelaſſen hätten. Die Geſellſchaft folgte nun dem kühn voranſchreitenden Jones auf der Felſenbrücke bis dahin, wo dieſe ſich plötzlich von beiden Seiten verengt und zu einem kaum zwei Fuß breiten, knorrigen Strang zuſammenſchmilzt, der ſich in der Länge von weit über zweihundert Fuß nach dem andern Ufer hinüberzieht und dort von ihm weitentgegenkommenden koloſſalen Steinſchichten geſtützt wird. Während jetzt der verwegene Mann behutſam und anſcheinend ſicher über die gefährliche Stelle ſchritt und Aller Augen unverwandt auf ihn gerichtet waren, ſchoß auf einmal unter den Bäumen, welche das Ufer einſäumten, ein kleines Canoe hervor und näherte ſich faſt unbemerkt dem gewaltigen Bogen, mit welchem das Fel⸗ ſenthor den Seearm überſpannt. Noch ein paar gewaltige Ruder⸗ ſtreiche, und es befand ſich gerade unter der Stelle, wo die Figur Jones' faſt thurmhoch über den ſchwarzen Gewäſſern ſchwebte. Die l beiden Indianer, welche die Führung des Canoes hatten, brachten daſſelbe durch eine geſchickte Bewegung zum Stillſtand, und die Geſtalt eines dritten, welcher bis dahin, in ſeine Decke ver⸗ mummt, am Boden des Nachens geſeſſen, richtete ſich wie durch Zauber in die Höhe. Dieſe unerwartete Erſcheinung kam den Be⸗ gleitern Jones' einigermaßen befremdend vor, jedoch ahnten ſie nicht eher die Gefahr, in welcher ſich ihr Genoſſe befand, als bis dieſer, von ſeiner Höhe hinunterblickend, den Häuptling erkannte und, von plöͤtzlichem Schrecken ergriffen, zu ſtraucheln anſing. Mit zitternden Knieen blieb er einige Secunden lang ſtehen, un⸗ ſchlüſſig, was er in dem Augenblick thun ſolle, als er aber in den Händen Tawanka's den Lauf einer Büchſe blinken ſah, kam er auf den einzig möglichen Gedanken der Rettung und wollte ſich platt auf den ſchmalen Felsgrat niederwerfen, um ſo dem Schuſſe zu entgehen. Doch es war zu ſpät!

ob ſich

ganze Spannweite des

Tawanka hatte die kurze Pauſe

von der Seeſeite her näherten. Die aus Kalkſtein⸗Conglomerat beſtehende Brücke zeigt ſich von dem Waſſer aus wie eine unge⸗ heuere, knorrige Baumwurzel, welche in einer Höhe von zwei⸗ hundert Fuß ſich über einen Seearm ſpannt, der wohl einen Büchſenſchuß breit iſt. In der Mitte wird ſie ſo ſchmal, daß ſie von unten wie ein mäßig dicker Zimmerbalken erſcheint und daß es einem ſchwindelt, wenn man die leichtfüßigen Jäger der Inſel darüber wegſchreiten ſieht.

Nachdem die Geſellſchaft von der Saratoga, in ſtummem Anſchauen verſunken, die Felſenbrücke eine Zeit lang von unten aus betrachtet hatte, machte Jones, der ſich gern als Ortskundigen ausweiſen wollte, den Vorſchlag, das Boot an's Ufer zu legen; er wolle dann die Gentlemen auf einem ihm bekannten Pfade auf das Plateau führen und von da auf das Thor ſelbſt, denn von dieſem Standpunkte aus habe man die ganze wundervolle Straße von Mackinaw zu Füßen.

Eine Viertelſtunde ſpäter war die Geſellſchaft auf der müh⸗ an erſtiegenen Höhe angelangt und ſchickte ſich eben an, den

ſichſten Theil der Felſenbrücke zu betreten, der hier, dicht am

ßlateau, breit genug iſt, ſo daß man ohne Gefahr eine Strecke ſeit darauf fortſchreiten kann. Da fiel es einem der Gentlemen, er, wie alle Amerikaner

von dem Geiſte des Wettens beſeelt ſ wenn es ſich da 3 d

um handelt, irgend einen waghal igen

.

dieſer Unentſchiedenheit benutzt. Ein Schuß dröhnte über das Waſſer und das tödtliche Blei hatte den Feind erreicht. Der ſchwer getroffene Jones verſuchte es freilich, ſich anzuklammern, aber ſeine krampfhaft ausgeſtreckten Finger fanden keinen Halt mehr an dem harten Geſtein, und ſo rollte er, einen furchtbaren Schrei der Verzweiflung ausſtoßend, über die abhängige Kante u des Felsgrats. Sein Fall von dieſer Höhe war ſchwer, wie der

eines Bleigewichts, und die Wellen bäumten ſich hoch auf, als ſein Körper mit der Geſchwindigkeit eines Pfeiles untertauchte,

ſo daß das Canoe, welches raſch auf die Stelle zuſchoß, in ein heftiges Schwanken gerieth.

Einen Augenblick ſpäter ſahen die von Schrecken gelähmten Begleiter Jones', wie die Indianer die Leiche, welcher inzwiſchen wieder aufgetaucht war, an ihr Fahrzeug zogen und wie derjenige von ihnen, welcher den Schuß abgefeuert, dieſelbe im Umſehen ſcalpirte und die blutige Kopfhaut, ſeinen Kriegsgeſang anſtim mend, an dem Gürtel befeſtigte. Ehe man zu einem Entſchluſſe kommen konnte, hatten die O ſchibbewas ſchon wieder ihre Ruder ergriffen und trieben ihr Canoe mt einer rafenden Schnelligkeit aus dem Seearme hinaus, von wo ſie die Richtung nach dem Feſtlande von Michigan einſchlugen und, um einen Vorſprung der Küſte biegend, in kürzer Zeit aus dem Geſichte verſchwanden.

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