„Gegen die Ehre „Ja, gerad', und zeihn, daß ich ein bischen weit ausholen darf.“ „Sprechen Sie nur zu, Frau Mäder. Alles,
ch dank' Ihnen, und ich waren ſehr ammen in die Schul' und in die Religion und wir hatten Ich kriegte ich weiß ſelber nicht, warum. Die Frau da a chtſchaffen bei und war gut mit dem Liebchen. Darnach:
und ich ſtand ihr re aber hänſelte ſ mich auch damit auf, keins hatt'; aber ich ließ Nun wurd' der Wurm immer hübſcher
Ber darauf, und hat ſich gar ſehr bethan damit und mich immer wieder
die Ehr', daß ich kein's hatt'’, und ich hab' bitterlich geweint. hab' ich mich wieder gar ſ und ledig wär', und that, als wenn ich überhaup ich nur eins erwiſchen ko hab' ich's gedrückt und abgeſchmatzt, und das Kind von der Frau Darnach aber kriegt' ie Frau da mir es immer und immer gar ſo ſtolz vor die
abſonderlich lieb. Kind, weil d lt und dann mir zum Trotz es ie ein Chriſtkindchen. O, Herr Amtmann, oll vergehn vor Neid und Schmerz und Scham.“
chwieg plötzlich, ſie war ebenſo erregt wie ermüdet. Ich
Frau Mäder ſ wandte mich daher zu ð zugehört und nur dann und wann wie mit einer ſtolz leiſe gerachelt hatte.
„Thaten Sie das denn w
„Accurat!“ antwortete ſie ruhig,„ wie es in ihr ausſah und wie „So und ſo iſt es in mir und es thut mir leid, daß ich kein wahrhaftig, es hätte mir dann auch leid gethau für ſie. Ich ann auch nicht mehr gehänſelt und geſtachelt und hätte mein allein für mich daheim gehalten, als ihr damit weh zu Aber wie ſie's machte und wie ich nun noch ſah, daß ſie auf mein Wuth hatte, da wollt' ich accurat ſo thun, wie ich's gethan.“ atte ſich währenddem wieder erholt und fiel nun raſch ein: hat ſie mir's immer mehr und ich konnt' kaum mehr an
zu mir geſagt:
Frau Mäder h „Ja, und ſot mich halten und die Ehr' fraß mir am Herzen wie ein gif heut' war's am allerſchlimmſten, ,als ich vor der Thür ſtand, und wie ſie mir's vor den Augen ließ und mich anſtachelte, daß mir die Finger krumm wur den. Ich konnt' und konnt' mich nicht mehr halten. E die Ehr und die Scham und der Neid und die Wuth, das iſt wahr. Und dann hab' ich das Kind gezerrt und ge daß es ſchrie; das iſt auch wahr.“ etzte ich mein Kind raſch in die Thürecke,“ fiel nun Frau Saalmann heftig und mit dröhnender Stimme ein, Kind ſo verſchimpirt hatte, und ſchlug ſie, daß es klatſchte. So hab' ich'than. Nun waren beide Frauen Auch ich war verlegen. Mit einer bloßen Amtshandlung
war hier wenig od
ſchien mir auch nichts zu bedeuten.
— 208—
Da bebte die große, ſtarke Frau zuſammen und that eint. dumpfen Schrei; ihr Geſicht wurde kreideweiß und um Mund und Naſe zuckte es heftig. Sie ſchaute in Todesangſt zum Fenſter; dann er⸗ ſ ſtaunt, faſt erſchrocken auf Frau Mäder, denn die kleinen braunen Augen derſelben ſtanden voll Waſſer und waren mit dem Ausdruck angſtvollen, rührenden Mitleids auf ihre zitternde und todesbange Gegnerin gerichtet Dieſe ſchüttelte raſch und heftig mit dem Kopf; ſo, als ob's nicht wahr ſei, nicht wahr ſein ſollte, was ſie da ſehe; aber doch wurd'’s ihr auch
2¹“ fragte ich erſtaunt. das iſt nämlich ſo— wenn der Herr Amtmann ver⸗
es, was Sie zu ſagen
Herr Amtmann, und ich will's Ihnen kurz machen. gut freund miteinander und gingen zu⸗
auch gleichzeitig kein Kind und das war mir dererſt auch ganz ber kriegte ein Kind
D
ſchon weich um's Herz, bis auf einmal wieder die Todesangſt um ihr Kind he erfaßts,And ſie flehentlich ausrief:
„O Herr Amtmann! Herr Amtmann! laſſen Sie mich gehn, mir iſt's, als wenn die Decke über mich einfiel. Mein Kind! mein Kind!“ Sie ſtürzte zur Thür, aber ſie konnte nicht weiter und mußte ſich feſthalten. „Ich ſeh derweil raſch nach dem lieben Engel!“ ſchluchzte Frau Mäder und trippelte raſch hinaus. Frau Saalmann ſchaute ihr wie träumend, doch auch ſichtlich froh und beruhigt nach und folgte ihr dann langſam. Ich ging ihnen bald unbemerkt nach und ich ſah, daß Frau Mäder in das Haus der Frau Saalmann jagte, dann mit dem Kind herauskam, es mit unendlicher Sorgfalt und inniger Zärtlichkeit hielt und herzte, mit trium⸗ phirenden Blicken es der Mutter entgegentrug und in deren Arme legte. Sie drückte es heftig an ſich und küßte es inbrünſtig, mit einem großen Aufblick nach oben; dann gab ſie es wieder an Frau Mäder, und Beide lachten und weinten in einem Athemzug.
daß ich kein's hätt', und die anderen Frauen zogen und da fing es ſchon mich zu krepſchen an, daß ich mir's nicht merken und that nun erſt recht froh und die Frau da immer
ich inwendig ſo wüthig und es ging mir ſchon gegen
Und dann ſehr verſtellt, und that heidenfroh, daß ich ſo loſ' t die Kinder nicht ausſtehen unte, ohne daß Jemand es estimirte, da hatte ich ich eine erſchreckliche Wuth auf das
Kleiner Briefkaſten.
Tr. in Br... Herzlichen Dank für die reiche Spende! Wir freuen uns, daß der Anfangs d. J. veröffentlichte Aufruf, den in den Kriegs⸗ hoſpitälern des amerikaniſchen Nordens liegenden verwundeten und ſiechen deutſchen Landsleuten mit geeigneter Lectüre an die Hand gehen zu wollen, einen ſo guten Erfolg gehabt hat. Verſchiedene deutſche Verleger ſind be⸗ reitwilligſt dieſer Aufforderung nachgekommen, ſo daß wir in letzter Woche ſchon dreihundert und einige vierzig Bände— Belletriſtik, Touriſtiſches, Naturwiſſenſchaftliches u. a. m.— dem hieſigen Conſulate der Vereinigten Staaten von Nordamerika zur Beförderung an die armen leidenden deut⸗ ſchen Brüder jenſeit des Oceans übergeben konnten..
Wenn Sie dagegen meinen, daß die Eintauſend Thaler, welche wir vor Kurzem an das Hülfscomité für Schleswig⸗Holſtein zur Vertheilung unter die kriegsbeſchädigten Alſener abgehen ließen, der einzige Beitrag ge⸗ weſen ſei, der von unſeren Sammlungen nach Schleswig⸗Holſtein geſandt worden iſt, ſo irren Sie. Bereits früher haben wir Dreitauſend und dreihundert Thaler nach Schleswig⸗Holſtein abſchicken können Und außerdem noch beinahe Zweitauſend Thaler bei einem hieſigen großen Credit⸗Inſtitute für alle etwaigen Eventualitäten verzinslich angelegt. Sie ſehen, daß wir nie die Hände im Schooß ruhen laſſen, wenn es gilt, unſer Scherflein für die nationale Sache beizuſteuern.
F. in R. Sie müſſen unſer Blatt nicht ganz aufmerkſam geleſen haben, die Gartenlaube hat ſchon ſehr oft Veranlaſſung genommen, das in Deutſch⸗ land leider nur zu wahre Sprüchwort„der Prophet gilt nichts in der Heimath“ zu variiren und namentlich auf die Ausländerei in Bezug auf die Erzeugniſſe unſerer deutſchen Induſtrie als einen Schandfleck hingewieſen, von dem uns zu reinigen es nachgerade Zeit wird. Erſt neulich haben wir von den engliſchen Nähnadeln aus Aachen erzählt; dieſen bietet ſich, wie uns mitgetheilt wird, ein würdiges Seitenſtück mit dem engliſchen Glaſe
aus Preußen.„.
Die großartigen Leiſtungen der Joſephinenhütte bei Warmbrunn in Schleſien ſind wohl vielen unſerer Leſer bekannt; minder bekannt dürfte es ſein, daß die beſten Glaswaaren dieſes Etabliſſements nach England wan⸗ dern, um als engliſches Glas nach Deutſchland zurückzukehren. Wie man
ſo herzte und ſchmatzte und es ich habe manchmal
Frau Saalmann, die mit unveränderter Ruhe ihr zen Selbſtzufriedenheit
irklich ſo aus Abſicht, Frau Saalmann?“
und ich that's grad deswegen, weil ſie ſich verſtellen thät. Hätte ſie
tiger Wurm. Und wie ſie da mit ihrem Kind heraus
s brach Alles in mir und ich hab'
„und packte die Frau
Und ſo kam's.“ ganz ſtill und blickten in ſcheuer Verlegen
er vielmehr gar nichts geſchehen; wenigſtens nichts, was
nachhaltig Gutes wirken konnte. Eine gewöhnliche Moral zu predigen, 1 Plötzlich faßte ich Frau Saalmann uns meldet— wie geſagt, wir erzählen nur, was uns aus glaubhafter
Quelle berichtet wird— wohnt nun in der nächſten Nachbarſchaft dieſer
a Engländer, der von einer engli⸗
ſcharf und tief in's
„Sie haben mi haben vas herrlichſte Gut einer Mutter dazu benutzt, um eine Frau Saalmann! Fr hnen beſtraft würde? Wenn Sie Ihr Kind plötzlich ver⸗
Spiel nun an J
Auge und ſagte mit ernſt eindringendem Tone: t Ihrem Kinde einen gottloſen Hochmuth getrieben. Sie Joſephinenhütte ſeit manchem Jahre eir Andere ſchen Geſellſchaft einen Gehalt von täglich einem Pfund Sterling erhält, au Saalmann! Wenn ſolch frevelhaftes blos damit er Jahr aus Jahr ein täglich das Neueſte und Vorzüglichſte von Ort und Stelle einkauft und nach England
Gläſern und Kryſtallſachen an
ſchickt. ——
auf das zweite
Aus dem reichen Schatze von Beiträgen, die neuerding
helm Angerſtein.— Czar und Czarewitſch.
ion.— Ein Tag im Hauptquartier des General Blenker.
Der Crocodilelub in München. Außerdem bleben nach wie vor die Herren Bock, Carl Vogt, Georg Hiltl, G. Raſch, Arnold Schloenbach, Ludwig Steub, L.
im abtauſenden Viertelja
Zur Rachricht!
er Nummer ſchließt das erſte Quartal unſerer Zeitſchrift. Wir er Quartal ſchleunigſt aufgeben zu wollen. 8
ſuchen die geehrten Abonnenten, ihre Beſtellungen
s uns geworden ſind und nach und nach zum Abdruck kommen werden, erwähnen wir u1. Ant, Fran 8 1. · SN: r S* 7 Erzählung aus dem Ries, von Melchior Meyr.— Die Rache der Schwalben. No
Novelle von Levin Schücking.— Gleich und Gleich. 4 n M velle von Ferdinand Stolle.— Balbina⸗. Geſchichte aus den Bergen, von Franz Hedrich.— Bilder von Deutſchlands Weſtgrenze⸗ Von Wil⸗ 9 ſtein S d G. Nuſſiſche Palaſtgeſchichte, von Johannes Scherr.— Die Arbeiterſtadt zu Mühlhauſen im Elſaß⸗ Von Albert Grün. Mit Illuſtration.— Eine Bärenjagd im bairiſchen Hochlande. Mit Abbildung.— Aus Deutſchlands Vorzeit: Barbaroſſa und e Ju Von Wilhelm Zimmermann. Mit Illuſtration von Plüddemann.— Die Vogelſprache, von Wilhelm Hamm.— Das Ge⸗ heimniß des Tempels, von Johannes Scherr.— Aus dem Negerleben, von Friedrich Gerſtäcker.— Ein unglückliches Genie, von Max Ring. Mit Illuſtration von Carl Raupp.— Eine Nachtrazzia der Berliner Polizei, von Guſtav Raſch.— Aus der Bilderſchau in meinem Zimmer, von Frauz Wallner.— Die Indengaſſe in Frantfurt a. M. Mit Illuſtration.— Vor ſiebentauſend Jahren, von Wilhelm Hamm. Mit Illu⸗ Der Malerprinz aus Java. Mit Illuſtration vom Grafen Mensdorff⸗Pouilly.
Mit Illuſtration von Theodor Pixis.— Erinnerung an Otto Ludwig.— Ein lichtvolles Capitel.
Roderich Benedix, G. Hammer, Schulze⸗Delitzſch, Teume, Walesrode ec. die regelmäßigen Mitarbeiter unſers Blattes, das auch die Zahl ſeiner Abonnenten um mehr als zehntauſend wachſen ſehen durfte. 2
8 Alle Poſtämter und Buchhandlungen nehmen Beſtellungen an. duõn 8 9.
Die Veluz Bru
31865.
—


