Jahrgang 
13 (1865)
Seite
193
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Iſluſtrirtes Familienblatt. Herausgeber Eruſt Keil.

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Der bairiſche Hieſel.

Volkeserzählung

au s Baiern.

Von Herman Schmid. (Fortſetzung.)

Fremde ſchritt vorüber und eilte durch den Hausgang en Stock, wo der Tanzplatz war; es hatte den Anſchein, er den unangenehmen Eindruck der letzten Begegnung durch freundlichere Bilder verwiſchen. Es hatte ſchon zu dämmern angeſangen und der Tanz, welcher auf Befehl der Obrigkeit nicht in den Abend hinein dauern durfte, war bei ſeinem Schluſſe an gelangt; derPolſterl⸗Tanz, das Ende und einer der Hauptreize des Feſtes, hatte begonnen. Die Burſche und Mädchen ſtanden in weitem Kreiſe und hielten ſich an den Händen gefaßt; in der Mitte ſtand die Braut, das Chrenkrönlein aus Silberflitter auf dem Kopf, in der Hand ein Bettkiſſen, nach Landesſitte ein Pol ſter genannt. Sie machte einige tanzende Schritte hin und her, indem ſie einen alten Reim halb ſang, halb herſagte; dann mußte ſie das Kiſſen vor dem Tänzer, den ſie wählte, zu Boden werfen; der Burſche kniete darauf nieder, worauf die Wählende ihn einige male zierlich umkreiſte, dann aber mit einem Kuſſe aufhob und nach dem luſtig einfallenden Ländler mit ihm einigemale im Kreiſe herumtanzte. Dann ſchlüpfte das Mädchen aus dem Ning, und nun war es an dem Tänzer ſich auf gleiche Weiſe eine Partnerin zu wählen, und ſo währte das Spiel, bis zuletzt ein ungewähltes Paar übrig blieb. Das mußte dann wohl oder übel mit einan⸗ der tanzen, und irgend ein Spaßvogel ſprang mit dem Kehrbeſen hinter ihnen drein und ſegte ſie unter allgemeinem Gelächter zur Thür hinaus. Alle bäuerliche Luſtbarkeit, aller ländlich⸗derbe Scherz wurde dabei losgelaſſen; Gunſt, Abneigung und Neckerei hatten ihr freieſtes Spiel, zumal wenn eine ſchelmiſche Dirne dem ſchon begünſtigt glaubenden Burſchen das Kiſſen raſch unter zen wieder wegzog, daß er hart auf den harten Boden nund ſich den Mund wiſchen mußte.* ie Braut hatte ſich ihren Neuvermählten geholt, dieſer die ecranzeljungfer, und jetzt ſtand dieſe in der Mitte und ließ die olauen Augen im Kreiſe herumgehen, um den Würdigen zu erſpähen, den ſie mit Kuß, Kiſſen und Tanz beglücken ſollte. Es war ein hübſches Mädchen, zu deſſen blondem Haar der grüne Kranz mit weißen Blumen gar lieblich ſtand und deſſen rothe Wangen den Roſenſtrauß im ſchwarzen Mieder beſchämten. Auf einmal blieb ihr Blick überraſcht an dem fremden Jäger hangen, der zuſchauend mit voller Kopfeslänge alle Burſche überragte. Ihre Wange ſärbte ſich tiefer, einen Augenblick ſchien ſie unſchlüſſig zu Nudern, dann aber, wie von etwas Unwiderſtehlichem angezogen, ſie auf den Jäger zu und legte ihm das Kiſſen vor d 1

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Füße. Mit einem Anſtande, der weit über die Verhältniſſe der ganzen Umgebung ging, ließ der Fremde ſich auf ein Kuie nieder, und da das Mädchen, nun erſt der übernommenen zweiten Ver⸗ pflichtung ſich erinnernd, unſchlüſſig zögerte, umſchlang er ſie raſch und drückte ihr keck und doch nicht ausgelaſſen einen herzhaften Kuß auf die friſchen Lippen.

Während des Tanzes ſchien mit Beiden eine eigenthümliche Veränderung vorzugehen; das Mädchen hatte ſeine ganze friſche Munterkeit eingebüßt und kam mit den niedergeſchlagenen Augen nicht von der Erde los auch der Jäger war wie befangen, und wenn auch ſeine Blicke unverwandt an dem Antlitz ſeiner ſchönen Tänzerin hingen, fand er doch kein Wort, in dem angeſchlagenen freien Tone fortzufahren. Die Zuſchauer folgten ſtaunend den Tanzenden und meinten, daß ſie ſelten noch ein ſchöneres Paar, ganz gewiß aber niemals einen Tänzer geſehen, der ſolche Zier⸗ lichkeit mit gleicher Kraft und Ausdauer verband. Er berührte kaum den Boden und doch war jeder Schritt feſt und kräftig; jede Bewegung der Arme, jede Drehung war ſo angenehm, daß ſie einem Edeljunker keine Unehre gemacht hätte. Jäger waren bei den Tänzen der Bauern keine gern geſehenen Perſönlichkeiten; die Burſche fingen daher ſchon an, finſtere Mienen zu machen und ſich zu berathen, ob der Eindringling geduldet werden ſollte; dieſer aber hatte inzwiſchen, als der Tanz beendigt und ſeine Tänzerin aus dem Kreiſe geſchlüpft war, das Kiſſen wieder vor der Braut niedergelegt und wußte das ſo ſein zu machen, daß die Geſchmeichelte dem hübſchen Jäger ohne Widerwillen folgte. Endlich frei ge⸗ worden ſpähte er mit dem Auge eines Falken im Tanzſaale umher und hatte bald die Kranzjungfer entdeckt.

Sie war auf die Altane vor dem Saale getreten und ſächelte ſich, an die Brüſtung gelehnt, mit einem Tüchlein kühle Luft zu; es war ihr ſo wunderbar warm geworden bei dem letzten Tanze.

Sie ſchrak leicht zuſammen, als der Jäger unvermuthet zu ihr trat und ſie mit höſlicher Verbeugung anſprach.Will mir die Jungfer wohl erlauben, daß ich ihr Geſellſchaft leiſte? ſagte er.Es iſt lieblicher und ſtiller da außen als auf dem dumpfigen Tanzboden.

Wenn's dem Herrn beliebt, kann's dem Herrn nicht verbieten!

Ich möchte aber, fuhr er ſchmeichelnd fort,daß die Jungfer mir das Dableiben nicht nur nicht verbietet, ſondern er⸗ laubt. daß ſie es gern ſieht, wenn ich bei ihr bin.

erwiderte ſie ſchüchtern,ich

G..