Jahrgang 
9 (1868)
Seite
135
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und gern. Beiläufig bemerkt, ſaßen in demſelben denkwürdigen V Zimmer fünfzehn Jahre ſpäter Körner und Huber bei den Mädchen, um mit ihnen zuſammen jene enthuſiaſtiſche Anerlennung an Schiller nach Mannheim ergehen zu laſſen, die vom größten V Einfluß auf Schiller's Lebensgang war. Dora wurde eine ge⸗ ſchickte Kupferſtecherin, Minna aber bekanntlich Körners Frau und die Mutter des Dichters und Helden Theodor.

In der Kunſtſchule Oeſer's verbreitete ſich deſſen eigene leidenſchaftliche Verehrung für Winckelmann; die Schüler achteten es für kein geringes Glück, bei ihrem Lehrer aus der⸗ ſelben Quelle zu trinken, aus der Winckelmann ſeinen Durſt geſtillt hatte. Deſſen Schriften über Kunſt und Alterthum wurden fleißig ſtudirt, und mit Jubel vernahm man die Kunde, daß der große Forſcher auf ſeiner Rückkehr von Rom den Freund Oeſer beſuchen werde, der dem nahenden Zeitpunkt mit exaltirter Freude entgegenſah. Da, wie ein Donnerſchlag aus heiterem Himmel, ſiel die Nach⸗ nicht von der Ermordung Winckelmann's zu Trieſt mitten in den Kreis ſeiner gläubigen Verehrer, und Jammer und Wehklagen herrſchten nun im beſtürzten Hauſe. V

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Der Pfadfinder

Unter den verſchiedenen Racen und Spieladten des Hunde⸗ geſchlechts erwarb ſich keine ein ſo ungetheiltes Intereſſe und eine ſo tiefe Sympathie, wie die Bernhardinerhunde. Das mächtige, ſtarkknochige Thier mit dem intelligenten Kopfe und den frommen, milden Augen muß auch dem geſchworenen Hundefeinde Zuneigung einflößen. Unauslöſchlich iſt aber der Eindruck, den dieſe Hunde in der Seele des Wanderers zurücklaſſen, der ſie am Schauplatze ihres ſegensreichen Wirkens, auf dem großen St. Bernhardsberge, kennen lernte. Auf beſchwerlichen Saumpfaden kam er hinaufge⸗ ſtiegen, an ſchwindligen Abgründen vorüber, bei der grauſigen Morgue vorbei; immer höher gelangte er hinauf in dieſe Felſen⸗ einöde der Hochgebirgswelt, wo alles organiſche Leben aufzuhören ſcheint, unerſteigbar ſchien die Höhe, unerreichbar das gaſtfreund⸗ liche Dach des Hoſpizes; ein Gefühl der Verlaſſenheit, der menſch⸗ lichen Schwäche, wie es ſo oft auch den Lebensfrohen bei der ein ſamen Wanderung in den Hochalpen befällt, drückt ſeine Seele nieder. Siehe da, auf einmal, nach einer raſchen Wendung des Weges, liegt das ſtattliche Kloſter vor ſeinem Blicke und gleich⸗ zeitig ſpringt ihm ein halbes Dutzend der rieſigen Rüden entgegen, mit lautem, fröhlichem Gebell; ſie begrüßen ihn wie einen alten Be⸗ kannten, zeigen ihm wedelnd und kläffend den Weg und geleiten ihn bis an die Thür des Hauſes.

Aber auch diejenigen, welche denMons Jovis nie beſtie⸗ gen, haben ſchon von den liebenswürdigen Hunden, den eigent⸗ lichen Pfadfindern des romantiſchen Bergpaſſes, geleſen, ohne welche derſelbe während des größten Theiles des Jahres ungangbar wäre. Und jeder Gebildete hat ſchon von Barry ſprechen hören, dem berühmteſten dieſer eigenthümlichen Geſchöpfe, der während zwölf Jahren auf dem Hoſpize wirkte, als der Liebling der Mönche und als Lebensretter zahlreicher Verunglückter. Obſchon er vor mehr als fünfzig Jahren als Invalid in's Thal heruntergeſandt wurde, iſt er im Hoſpiz noch immer in treuer Erinnerung. Unter den ausgeſtopften Thieren des naturhiſtoriſchen Muſeums von Bern iſt Barry der Gegenſtand der allgemeinen Aufmerkſamkeit. Und wie er durch ſeine Leiſtungen im Dienſte der Menſchheit und ſeine wunderbare Intelligenz ſich auszeichnete, ſo müſſen wir ihn auch als den reinſten Vertreter des Racentypus betrachten und jeden zweifelhaften Bernhardiner nach den Merkmalen beurtheilen, welche er mit Barry gemein hat.

So ſehr nun auch die Bernhardinerhunde das Intereſſe und den Dank der Menſchheit beanſpruchen dürfen, ſo iſt doch die Kenntniß über Racencharakter, Geſchichte und Leiſtungen derſelben noch ſehr mangelhaft. Die Kunſt und die Romantik haben über⸗ flüſſigerweiſe die Thaten der braven Thiere bis in's Fabelhafte aus⸗ gemalt, die Reiſehandbücher eine Menge von flagranten Unwahrheiten unter das Publicum gebracht. Selbſt was Friedrich von Tſchudi in ſeinem elaſſiſchen Buchedas Thierleben der Alpenwelt über

einer Kunſttheorie für alle Zeiten, hatten bei

Als Goethe Leipzig verlaſſen hatte, blieb er mit Oeſer in dankbarſter hingebendſter Liebe durch dauernden Briefwechſel ver⸗ bunden. Von Weimar aus veranlaßte er die angenehmſten perſön⸗ lichen Beziehungen Oeſers zum dortigen Hofe, an dem der Maler ein oft und gern geſehener Gaſt war. Im Jahre 1799 ſtarb der allgemein verehrte Meiſter.

So viel zur Erläuterung der Künſtlerwerkſtatt, von der Goethe ſagt, daß ſie den Dichter mehr entwickelte als der Hörſaal des Weltweiſen. In der That hatte ja der anregende Maler dem jungen Dichter die Erkenntniß des Schönen, die Kunſt, beſonders die Kunſt des Alterthums, eröffnet und damit ohne Zweifel auch den Grund gelegt zu der bewunderungswürdigen Plaſtik in den Dichtungen wie in der Proſa Goethe's. Brachte dieſer auch eine andere höhere Kunſtanſchauung aus Italien mit, den geſegneten Einfluß des alten Lehrers und ihn ſelbſt hielt er

in Ehren. Oeſer aber hatte mit ſeinem in der Kunſt auf⸗ gegangenen Menſchenleben der Welt genug gethan; denn der große Frankfurter, wie der Weiſe aus Stendal, der Schöpfer ihm aus einer Quelle geſchöpft.

im Hochgebirge.

ſei ausgeſtorben oder am Ausſterben. So hieß es im Jahre 1812, daß bei einem furchtbaren Schneeſturm ſämmtliche Weibchen beim Ausſpüren Verunglückter zu Grunde gegangen ſeien. Tſchudi läßt in ſeinem genannten Buche, dreißig Jahre ſpäter, die Race noch beſtehen, aber ſehr gefährdet ſein, da das einzige Weibchen regel⸗ mäßig todte Junge werfe. Später las man denn auch, daß die Mönche Neufundländer zum Dienſte abgerichtet haben, die ſich vortrefflich bewähren. Dagegen brachten fremde Touriſten ſehr häufig Hunde mit nach Hauſe, die ſie auf dem Gotthard, in Airolo oder im Wallis gekauft hatten und die eine auffallende Aehnlich⸗ keit mit den echten Bernhardinern darboten. Vor etwa zehn Jahren wollte ein Herr Eſſig in Leonberg(Würtemberg) durch verſchiedene Kreuzungen die alte Race erzeugt haben. Ein Paar ſeiner Leonbergerhunde wurden dem Hoſpiz geſchenkt und ſollten die Stammeltern einer neuen Generation werden. Endlich ſtellte ein Herr Schumacher⸗Bachler in Holligen bei Bern im Jahre 1867 an der Weltausſtellung in Paris Bernhardiner aus, die den ein⸗ zigen erſten Preis errangen. Eine Urkunde des Priors vom St. Bernhardhoſpiz erklärte die Thiere, welche die frappanteſte Aehnlichkeit mit Barry im Muſeum zu Bern haben, für echte Hunde der ‚Race dite du grand St. Bernard. Bei den vielen Widerſprüchen in dieſen Angaben und bei dem naturwiſſenſchaft⸗ lichen und reinmenſchlichen Intereſſe, das der Gegenſtand ver⸗ dient, dürften vielleicht ein paar aufklärende actenmäßige Mit⸗ theilungen über dieſe Frage den Leſern der Gartenlaube willkom⸗ men ſein..

Bekanntlich ſind die Bernhardinerhunde keine urſprüngliche Race. Ihre Entſtehung reicht vielleicht bis in's vierzehnte Jahr⸗ hundert zurück. Durch was für Kreuzungen ſie entſtanden iſt, kann durch poſitive Thatſachen oder vorhandene Ueberlieferungen nicht hiſtoriſch ſicher ermittelt werden. Die frommen Auguſtiner Chorherren führten über dieſe Angelegenheit nicht Stammregiſter, wie die Emire über ihre edlen Pferde, und wenn ſie es auch gethan hätten durch wiederholte Feuersbrünſte hat das Kloſter ſein ganzes werth⸗ volles Archiv eingebüßt. Es ſcheint, daß man urſprünglich im Hoſpize auf alle großen Hunde Jagd machte, deren man habhaft werden konnte, ohne Rückſicht auf Race, und daß aus der Kreu⸗ zung der verſchiedenen Thiere im Laufe der Jahrhunderte Barry und Genoſſen hervorging. Eine weitverbreitete Anſicht nimmt an, daß das Stammelternpaar der Bernhardiner eine däniſche Dogge und ein Walliſer Schäferhund geweſen ſei; die letzteren lang⸗ haarigen Thiere ſollen urſprünglich aus den Pyrenäen ſtammen und finden ſich weitverbreitet im Canton Wallis. Für dieſe An⸗ nahme ſpricht nicht nur der ganze Habitus der Barryrace, ſon⸗ dern auch namentlich die Thatſache, daß bei den verſchiedenen Meuten noch jetzt von Zeit zu Zeit bald mehr die Eigenſchaften des Stammvaters, bald mehr die Eigenſchaften der Ahnmutter

die Bernhardinerhunde ſchreibt, enthält verſchiedene Unrichtigkeiten. Von Zeit zu Zeit brachten die Zeitungen die Nachricht, die Race

zu Tage treten, wie das ja immer mit ſolchen Kreuzungsprodueten zu geſchehen pflegt. So ſind z. B. zum Dienſte auf dem Hoſpize