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Unſer Schauplatz iſt eine große Bauernſchaft, wohl eine kleine Stunde lang. Es gehören zwei Rittergüter dazu, die an den entgegengeſetzten Enden liegen, Haus Stromeck, das einer verwitt⸗ weten Frau von Thorbach gehört, und Haus Mechtelbeck, deſſen Beſitzer in der nächſten Provincialhauptſtadt als Officier lebt und ſehr ſelten nach ſeinem Eigen zu ſchauen kommt. Dann gehören ſehr große Bauernhöfe dazu und viele kleinere, ganze Erben und halbe Erben und Kotten.
Zu den größten zählt der Herbothof; der Bauer darauf hat ihn vor Jahren gekauft, er ſchreibt ſich ſeitdem Hendrick Herbot, geborener Schulte Willhering. Er iſt ein raſcher, etwas hitziger Mann, auch wohl ein wenig zäh und gerieben, aber nicht ſtör⸗ riſcher und hartköpfiger, als es einem richtigen Bauer zukommt.
Und ein glücklicher Mann muß Bauer Herbot ſein. Sein Haus ſteht, wie es allein geſcheidt und vernünftig iſt, mitten in ſeinem Beſitzthum. Vor den Seitenthüren liegen links der Garten und rechts der Obſtgarten mit Gaden und Backhaus darin; er hat beide Gärten ſich juſt ſo groß abzäunen können, wie ihm irgend beliebt hat; hinter dem Hauſe iſt der Bleichplatz am Bache, und jenſeits des Baches liegen die Wieſen, und im Kranz darum herum die Holzung. Vor der Niederthür aber erſtreckt ſich das weite Feld für Sommer⸗ und Winterfrucht, ein guter, gemiſchter Boden, der eine Mittelſorte Weizen, in nicht zu trockenen Jahren dagegen vortrefflichen Roggen trägt.
Erzählt man dem Bauer Herbot, daß nach altdeutſchem Geſetz des Hofbeſitzers Recht an die Mark ſo weit gehe, wie er den Hammer ſchleudern könne, ſo muß er herzlich lachen... er müßte zwanzig Mal den Hammer ſchleudern, um an ſeine nächſte Grenze zu kommen.
An der langen Tenne ſind die Viehſtände rechts und links mit wohlgenährtem Rindvieh beſetzt; in der wie eine Halle großen Küche glänzt das Geſchirr und hängen an den Wihmbalken die reichensWintervorräthe, und ſo viel iſt gewiß, die alten Claſſiker, welche das Glück des Landmanns geprieſen haben, hätten in der Küche des Herbotbauern nur aufzuſchauen brauchen, um vom Werth ihrer Philoſophie durchdrungen zu werden.
Wer jedoch nicht ganz davon durchdrungen ſchien, das war der Bauer ſelbſt, ſo ſchön auch eben gerade ſein ländliches Heim dalag, denn eine warme, dem Weſten ſich zuneigende Nachmittags⸗ ſonne ſtrahlte zwiſchen goldumſäumten Wolken hindurch auf ſein dunkles, altes Strohdach, und indem ſie die Laubpartien der weit⸗ geäſteten Eichenwipfel, welche es umſchatteten, auf's Maleriſchſte hervortreten ließ, ſchien ſie ſein Haus vergolden, es ihm in
Illuſtrirtes Familienblatt.
Wöchentlich 1 ½ bis 2 Bogen. Vierteljährlich 15 Ngr.— In Heften à 5 Ngr.
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— Herausgeber Ernſt Keil.
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ſeinem ganzen Glanze zeigen zu wollen. Man konnte in der That nichts Idylliiſcheres, nichts, was mehr von einer ſtillen und friedenathmenden Poeſie umwoben wäre, ſehen, als dies einſam in ſeiner Eichen Mitte daliegende Bauernhaus.
Bauer Herbot aber war trotz dem allen offenbar nicht glück— lich. Was iſt dem Menſchen Peeſie, Idylle, maleriſche Laub⸗
partie und wechſelndes Spiel der Sonnenſtrahlen— wenn er 7 7 Verdruß hat, Verdruß mit ſeinen Mägden, Verdruß mit ſeinen
Knechten, Verdruß mit ſeiner Tochter und einen beſondern, nicht ſo laut wie die übrigen Verdrüſſe ausgeſprochenen, ſcheu im Herzen ſteckenden Verdruß noch obendrein!
„Du weißt nun einmal mit dem Volk nicht umzugehen,“ ſagte der Bauer zu ſeiner Tochter, die neben ihm auf der Bank hinter dem Hauſe ſaß, wo man über den Bach hinweg auf die Wie⸗ ſen und den Kranz von Gehölz blickte, der ſie umgab;„Du weißt ſie nicht in Reſpect zu halten! Die Knechte lachen über das, was Du ſagſt, und die Mägde thun, was ſie wollen!“
Wenn man das junge Mädchen neben ihm anſah, ſo mußte man Bauer Herbot Recht geben. Sie hatte eine ſo feine Geſtalt, hatte, trotzdem daß ſie eine Landſchönheit war, Farben, ſo klar und hell wie Milch und Blut. Ihre Augen waren blau, und es lag etwas von rührender Harmloſigfeit darin, etwas Sanftes, Ernſtes, Gutes... gewiß, ſie verdiente die Vorwürfe, die Bauer Herbot ihr machte. Ein rohes Dienſtbotenvolk in Ord⸗ nung zu halten und ſich bei widerſpenſtigen Mägden in Reſpect zu ſetzen, verſtand ſie nicht.
„Auch iſt es ein Elend,“ fuhr der Bauer fort,„daß Du niemals mehr als ein Ding im Kopfe halten kannſt. Wenn ich Dir ſage: geh', laß heute Nachmittag den Hauf aufreißen, gut, ſo wird der Hanf aufgeriſſen, aber Du denkſt nicht daran, daß Du um vier Uhr nach Hauſe kommen mußt, weil der Wagen von der Mühle kommt und Du ihm die Säcke mit Korn aufladen laſſen mußt. Wer ſoll es auders thun? Du weißt, daß ich mit dem Großknecht beim Grummet bin.. doch Du ſteckſt bis über Ohren im Hanffeld und denkſt an die übrige Welt nicht mehr.“
„ Ach ja, Ihr habt Recht, Vater,“ ſagte das junge Mädchen mit einem tiefen Seufzer.
„Ich hätte Dich nicht auf ein Jahr zu der gnädigen Frau gehen laſſen ſollen,“ fuhr der Vater fort.„Du biſt ſeitdem nichts mehr nutz für eine ordentliche Bauernwirthſchaft; ſeit Deine Mutter todt iſt, geht Alles den Krebsgang auf dem Hof und ich habe
Verdruß über Verdruß. Wird auch wohl nicht beſſer werden für's Erſte!“
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