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Die Verfaſſerin von„Goldelſe“
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und„das Geheimniß der alten Mamſell“.
Nach einer Photographie von Chr. Beitz in Arnſtadt, im Beſitze des Redacteurs der Gartenlaube.
fälligkeiten, allen den Gefahren, denen ſie ausgeſetzt war, bis er fühlte, daß er nichts zu thun vermöge, als ſich ganz auf den Officier zu verlaſſen und ihm in Allem mit dem unbedingteſten Vertrauen zu folgen. Der Officier forderte ſeine Tochter, ſein einziges Kind für das Gelingen der Unternehmung. Mochte er es nehmen— mochte es ſo ſein es ging ja nicht anders — der Inſpector mußte ſein Kind ziehen laſſen im Schutze Gottes und des Mannes, den ſie liebte, er konnte nichts thun, als den Himmel anflehen, daß er ſie geleite auf dem gefährlichen Wege!
Aber wo blieb Eliſe heute? Es wurde Abend, es wurde dunkel und ſie kam nicht zurück. Steitz erhob ſich endlich beun— ruhigt und hüllte ſich in einen Mantel gegen das rauhe Wetter, um ihr auf dem Wege zur Stadt entgegen zu gehen. Er hatte draußen noch das Ende des Bowlinggreens nicht erreicht, als er wahrnahm, daß er nutzlos ſich⸗beunruhigt. Er ſah zwei dunkle Geſtalten, die eines Mädchens und die eines Mannes, zuſam⸗ men ſtehen, an der Stelle des Weges, wo ſich der Pfad zu des
Inſpectors Wohnung abzweigte; als er näher kam, erkannte er Eliſen an ihrer Stimme.
„Wenn mein Vater es will, ſo werde ich es thun, Wilhelm,“ flüſterte ſie eben,„und dann, dann magſt auch Du es thun! Ich würde nicht dulden, daß Du Dein Leben gefährdeteſt, um aller Schätze der Welt willen nicht. Ich würde es nun und nimmer dulden. Ich würde Deine Mutter auffordern? Dich zu hindern, es Dir zu verbieten...“
„Dein Wort würde genug ſein, mich Eliſe,“ fiel Wilhelm ein,„daß weißt Du!“
„Ich weiß es, aber wenn mein Vater es will, ſo werde ich gehen,“ fuhr ſie fort,„und dann wirſt Du mit mir ſein Du haſt dann das Recht bei mir zu ſein, Wilhelm, denn wir haben uns geſchworen und gelobt, uns anzugehören, und wo Einer von uns in Noth und Gefahr iſt, da darf er nicht allein, da muß er verlangen, daß äuch der Andere ſei bei ihm zu ſeinem Schutz und
ſeiner Hülfe.“
davon abzuhalten,


