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„Geehrter Herr Hauptmann!
Sie haben uns oft geſagt, der Hauptmann ſei der Vater, wie der L Oberfeuerwerker die Mutter der reitenden Batterie. Dies giebt mir den Muth, mich an Sie zu wenden. Ich bin hier in eine verwickelte Sache gerathen, worin ich einer väterlichen Hülfe bedarf; ſie iſt ſehr verwickelt und betrifft auch Sie... ſo ſehr, daß es nicht ſträfliche Inſubordination von mir iſt, wenn ich Sie inſtändig e kommen Sie hierher und ſehen ſe lbſ was zu thun iſt, und beſprechen es mit Frau von Thorbach, denn Frau von Thorbach iſt Ihre Feindin nicht, es iſt auf Ehre ein Irrthum von Iyren, Herr Hauptmann; ſie wird, denk' ich, nichts lieber thun, als es Ihnen mündlich ſelber ſagen.
Ihr gehorſamer Diener Friedrich Schwelle, Feuerwerker.“
Als der Hauptmann dieſen Brief erhielt, mußte er dies Schriftſtück, dieſe reſpectwidrige Aufforderung zum Kommen, ge⸗ richtet von einem Unterofficier an ſeinen vorgeſetzten Officier, zu zungewöhnlich finden, um nicht ſofort daraufhin ebenfalls einen Urlaub zu nehmen und ſich auf die Reiſe zu machen, um die Ver⸗ anlaſſung zu ergründen.
Er langte früher noch bei Friedrich an, als dieſer erwartet hatte, d. h. er langte am Pirthshauſe Fried drich's an, denn dieſer war, als der Hauptmann Lineaf, nicht daheim. Friedrich war in der Zeit, nachdem er ſeinen Brief abgeſend et, wenig daheim ür⸗ weſen. Wo er war, roreßſt Niemand; einmal war er bei dem Anwalt geweſen, um dem Doctor Roſtmeyer auf's Entſchiedenſte zu verbieten, das Geld des Bauern Herbot anzunehmen und über
haupt irgend etwas zu thun, bevor der Hauptmann angekommen
ſei. Der Doctor Noſtmeyer war ſo nnitig darüber geworden, daß er Friedrich faſt die Thür gewieſen h hätte, Friedrich aber war gegangen, ohne ein Wort von dem, was er geſagt, zurückzunehmen. Wo er jedoch in den übrigen Stunden des Tages ſteckte, wußte Niemand; vielleicht hatte Marianne allein eine Ahnung davon— ſie hatte um die Nachmittagsſtunde am Saume des Gehölzes jen⸗ ſeits des Baches und der Wieſen eine dunkle Uniform auftauchen ſehen... zu ihrem großen Schrecken und Entſetzen... ſie war ängſtlich in's Haus gegangen... und doch, ſo widerſpruchvoll iſt
das menſchliche Herz... doch war ſie um die nächſte Nachmit⸗
köſimude wieder, und zwar allein, mit ihrer Arbeit zu der Bank hinter dem Hauſe gegangen, wo ſie die Wieſen und den Wald überſehen konnte.
Da der Hauptmann von Mechtelbeck Friedrich nicht fand und Mutter Tillmann, welche allein zu Hauſe war, auch nicht geneigt ſchien, die Gewähr zu übernehmen, daß er bald heimkehren werde, ſo entſchloß ſich der Officier mit kühnem Muth, zum Schloſſe zu gehen und ſich bei Frau von Thorbach melden zu laſſen, wenn anders Friedrich nicht in der Zeit komme, welche der Hauptmann bedurfte, ſich aunutleiden⸗ Friedrich kam nicht, und eine halbe Stunde ſpäter ſah der Hauptmann Schloß Stromeck vor ſich.
Er hatte die kurze Wanderung allerdings mit kühnem Muth angetreten, aber er fühlte ihn entſchwinden, als er in den Salon der gnädigen Kedf geführt wurde und er Aug' in Auge dem
Feinde oder beſſer der Feindin gegenüberſtand. Das war ridt zu
verwundern, denn Frau von Thorbach unterließ nichts, ihm den Muth von vornherein zu nehmen; ſie war ſo merkwürdig befliſſen, ihn gleich bei ſeinem Eintreten aus der Faſſung zu bringen. Sie war aufgeſprungen, ſie hatte ſich dann ebenſo ſchnell wieder geſetzt, als ob ſie bereue, mit dem Aufſtehen ihm zu viel Ehre angethan zu haben, ſie war bleich geworden und wieder roth, während ihr Schooßhund ein fürchterliches Gebell machte, welches ſie ſich gar nicht die Mühe nahm, zu beſchwichtigen. Und währenddeß hatte ſie ein paar Worte geſagt, ſo leiſe, daß der Hauptmann ſie gar nicht verſtanden.
„Gnädige Frau,“ ſtotterte er und griff dann krampfbaft nach der Lehne eines Stuhles, da ihm war, als ob ſie mit der Hand eine einladende Bewegung nach demſe lben hin euuai„Sie müſſen mir zu Gnaden halten, daß ich es wage,“ fuhr er fort,„ich habe von einem meiner Unemgebonen, dem Unterofficier Friedrich, eine
Meldung erhalten, die mich veranlaßt... es iſt das erſte Mal, daß ich Haus Stromeck betrete... obwohl wir eigentlich ſehr nahe Rochbarn ſind.. 1
Frau von Thorbach hatte ſich unterdeß ſo weit gefaßt, um die große Verlegenheit bemerken zu können, mit welcher d der er Haupt-
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nahe Nachbarin hatten.“
mann ſprach. Dies gab ihr ihre Geiſtesgegenwart wieder, und während ihr feines, hubſches Geſicht ſeine gewöhnliche roſige Fär⸗ bung wiederbekam, um doch wieder raſch eine dunklere azunehmen, antwortete ſie mit ruhigem Tone: „Ich höre zu meiner Verwunderung, daß Sie an dieſe Nach⸗ barſchaft erinnern, Herr von Mechtelbeck. Als ich den Winter in der Stadt war, ſchienen Sie dieſe ganz hen zu haben...“ „Vergeſſen?“ rief er aus,„ach neift, ich erinnere mich ihrer zu wohl und auch der unglücklichen Verhältniſſe, die mir den
Muth raubten, mich Ihnen vorſtellen zu laſſen... ich würde auch heute nicht kühner ſein, wenn der bravſte Mann unter meinen Leuten mich nicht um meinen Beiſtand angefleht hätte... und
ſo komme ich, gnädige Frau, Sie um die Mittheilung deſſen zu bitten, um was es ſich eigentlich handelt, der Friedrich verweiſt mich in ſeinem Briefe an Sie...“
„An mich?“ rief Frau von Thorbach aus und wurde plötz⸗ lich wieder bleich... ſie ſollte dem Hauptmann von Mechtelbeck, der ſie für ſeine Feindin hielt, auseinanderſetzen, wie ſie mit ihrem Rechtsanwalt in einem Complote ſei, um ihn ſeines Erbes zu Gunſten Friedrich's zu berauben?... Wie ein Stein fiel ihr das auf die Seele... ſie konnte unmöglich dem Manne ihr gegen⸗ über ſolche Eröffnungen machen, es war etwas in ihrem Herzen, was es ihr furchtbar erſcheinen ließ, und erſchrocken fuhr ſie fort:
„Um Alles in der Welt willen, verlangen Sie das nicht von mir... ich verſichere Sie nur, ich bitte Sie bei Allem, was Ihnen heilig iſt, mir zu glauben, daß dieſe ganze Geſchichte auch nicht im Mindeſten von mir angerührt iſt, daß ſie mich nichts an-⸗ geht... mir war Alles, Alles völlig fremd... o mein Gott, woher ſoll ich Worte nehmen, Ihnen die Ueberzeugung zu geben 5
Der Hauptmann blickte mit der äußerſten Ueberraſchung die plötzlich in ſolche Aufregung gerathende Frall an, deren Weſen ihm völlig räthſelhaft war, aber er ſah, daß ihr namenlos viel daran gelegen ſchien, ſich wegen irgend etwas in ſeinen Augen zu rechtfertigen, und dies erfüllte ihn mit einer großen und nicht zu beſchreibenden Freude.„
„Gnädige Frau,“ rief er mit großer Wärme aus,„ich be⸗ greife durchaus nicht, was für Verhältniſſe es ſind, von denen Sie reden, allein ich kann Ihnen die Beruhigung geben, daß ein Wort* von Ihnen mir genügt, Alles zu glauben, was Sie verlangen, daß ich glauben ſoll; ich ſchwöre Ihnen, daß keine Lippe auf Erden iſt, auf deren Wort ich feſter, rückhaltloſer und unbedingter baue, als die Ihrigen... Sie thun mir weh, wenn Sie glauben, daß, es beſonderer Verſicherungen bedürfe...“
„Aber, mein Gott,“ unterbrach ihn Frau von Thorbach, ohne ihrer Erregung Meiſter werden zu können,„Sie ahnen ja nicht, wovon es ſich handelt, Sie glauben, ich ſei Ihre Feindin 4
„O, halten Sie ein... nein, nein, nein, ich glaube es nicht mehr... und laſſen Sie es mich ausſprechen, eine ganze Fülle von Glück überfluthet mich bei der Ueberzeugung, daß ich ein Thor war, es zu glauben, daß ich unter dem Eindrucke alter aus meinen Knabenjahren mit herübergenommener Vorſtellungen blieb, die mein verſtorbener Vater in mir geweckt hatte, auch da noch blieb, als ich Sie ſah, Sie, ſo gütig, ſo himmliſch gütig blickend und mit Ihren Blicken voll Engelshuld Alle beglückend, von denen ich Sie umringt zu ſehen pflegte...“
Frau von Thorbach's Erregung legte ſich bei dieſen Worten ihres Gegenüber, aber ihre frühere Befangenheit ſchien wieder über ſie zu kommen, obwohl ſie zu lächeln und in leichtem Tone zu antworten verſuchte:
„Ich glaube doch nicht, Sie immer beſonders gütig angeſehen zu haben, wenn ich Ihnen in Geſellſchaften begegnete, Herr von Mechtelbeck. Ich war Ihnen oft wenigſtens bitterböſe, daß Sie ſo gefliſſentlich die Pflichten verſäumten, welche Sie gegen eine ſo
„ Freilich, darin muß ich ghuen Recht geben,“ erwiderte der Hauptmann,„und das war es ja eben, was mich glauben ließ, mein Vater habe Recht gehabt mit ſeinen Hindeutungen auf eine alte Blutsfeindſchaft zwiſchen unſeren Familien...“
„Eine alte Blutsfeindſchaft... das iſt mir neu, völlig neu,“ rief Frau von Thorbach aus,„mein Vater hat nie auch nur mit einer Silbe darauf hingedeutet... aber Ihr Vater 4
Sie ſtockte plötzlich.
„Mein Vater?... vollenden Sie.“ 1


