Jahrgang 
10 (1868)
Seite
157
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Dann lachte er, und rief mit dem Glaſe in der Hand auf⸗ ſtehend:Jetzt denken Sie Alle: Das war nicht amerikaniſch ge⸗ handelt. Jetzt können wir Alle Yachten bauen, und Niemand giebt dem Plauderer noch einen Pfifferling für ſein ſchäbiges Schiff.

Sie irren, ſagte Stephenſon gelaſſen,ich halte mein Ge⸗ bot feſt, und gewiß auch Lord E.

Wahr? fragte der Amerikaner mit leuchtenden Augen.

Gewiß!

Nun, da iſt das Schiff! ſagte der Amerikaner feſt.Hier iſt meine Hand, ich beneide Sie, ich verehre Sie, ich gönne Ihnen mein Schiffchen vor allen Menſchen der Welt.*

Stephenſon entäußerte ſich ſpäter des wenig behaglichen Schiffes wieder und bediente ſich der früher von ihm benutzten bequemern Nacht zu ſeinen Reiſen.

Laſſen Sie uns morgen das Geſchäft abſchließen, ant⸗ wortete Stephenſon mit feinem Tacte auf dieſe feurige Apoſtrophe.

Nein, es iſt Ihr Eigenthum, rief der Amerikaner aus, und nur noch einmal will ich als ſein Herr den Fuß auf ſeine Planken ſetzen, wenn ich Sie Alle, wie Sie hier verſammelt ſind, als meine Gäſte bei friſcher, ſonniger, hoher See herunterführen darf nach Wight, zu, ſo Gott will, luſtigem Dinner. Kommen Sie, laſſen Sie uns auch die Damen einladen.

Was ſagte doch der Amerikaner von Sturzſeen, unter denen

ſein Schiff litte? Ob man die Fahrt mitmacht? Haben Sie Luſt gewaſchen zu werden? fragte mich der alte Starbuck, als

wir nach dem Drawing Room, den Arm in Arm voranſchreitenden Meiſtern folgend, emporſtiegen.

Bei meiner Kindheit Bäumen.

Die Deutſchen gehen überall von Grundſätzen aus, und iſt ein Fettflecen vom Rockärmel wegzubringen, ſo ſtudiren ſie die Chemie vorher und ſtudiren ſo lange und zerfällt.

ſo gründlich, bis der Rock darüber in Lumpen Dieſer bekannt. ſarkaſtiſche Ausruf Börne's über das Unpraktiſche im deutſchen Nationalcharakter mochte wohl zu ſeiner Zeit recht paſſen, in unſeren Tagen findet er jedoch glücklicher Weiſe nicht ganz mehr ſeine Beſtätigung; viel⸗ mehr ſtreift Deutſchland von Jahr zu Jahr alles Unpraktiſche von ſich und wirft allen unnützen Ge⸗ fühlstaumel, alle über⸗ ſchwenglichen Träumereien als unnützen Ballaſt über Bord. Es iſt praktiſcher geworden, das zeigt uns= auch die Thatſache, daß es ſeine Dichter nicht mehr wie vordem vor lauter Sentimentalität verhun⸗ gern läßt, ſondern rüſtig zugreift, wo es zu helfen gilt, den ſterblichen Leib ſeiner unſterblichen Poeten zu erquicken.

Ein friſcherer lebendiger Hauch zieht durch unſer ganzes Vaterland; wer mag das leugnen? Ja, Der Knospe Deutſchland auch, Gott ſei geprieſen!

Regt ſich's im Schooß!

Dies Wort, in unſerem Sinne betrachtet, hat ſich eben jetzt in ſeiner ſchönſten Bedeutung bei dem Dichter dieſer Zeilen, Ferdinand Frei⸗ ligrath, ſelbſt erfüllt. Kaum wurde Kunde von der Bedräng⸗ niß deſſelben, kaum brachte dieGartenlaube das zündende Wort, eine Volksdotation für den alternden Dichter vorzubereiten, als ſich's an allen Orten und Enden regte, beizuſteuern auf den Altar des Vaterlandes. Mit freudiger Genugthuung kann Deutſch⸗ land auf dies in kurzer Friſt erreichte Reſultat hinblicken, wo⸗ durch es möglich werden wird, einem ſeiner beſten Söhne und ſeinem Lieblinge den Lebensabend heiter und golden auszuſchmücken.

Ferdinand Freiligrath's

Und weil nun dieGartenlaube, getreu ihrer nationalen Tendenz, ſtets einen ſo innigen Antheil an den Schickſalen dieſes unſeres Dichters genommen und manches Lebenszeichen von dem⸗ ſelben dem deutſchen Volke mitgetheilt hat, glauben wir uns auch der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß es für den Leſerkreis derſelben gewiß von Intereſſe ſein würde, das Geburtshaus Fer⸗ dinand Freiligrath's(jetzt als Kaufmannshaus die⸗ nend) im Bilde zu ſchauen, welches nach einer im Laufe dieſes Sommers aufge⸗ nommenen Photographie getreu copirt iſt.

Freiligrath wurde be⸗ kanntlich am 10. Juni 1810 zu Detmold(am Fuße des Teutoburger Waldes) geboren, nahe der claſſiſchen Stätte, wo Hermann die übermüthi⸗

gen römiſchen Legionen vernichtete. Unter dem Lindenbaume vor dem

Hauſe erblickt man ſüd⸗ wärts die Kuppel des Hermann⸗Denkmals; in der nächſten Nachbarſchaft, einige Häuſer weiter links, iſt des Dichters Grabbe Wohn⸗ und Sterbehaus.

Vielleicht aber auch, und wir wollen es hoffen, ge⸗ währt es dem alternden, an Englands nebelige Küſte gebannten Dichter eine Herzensfreude, die Stätte einmal wieder zu erblicken, wo ſeine Wiege ſtand, wo der Mund des Kindes den erſten ſüßen Vater⸗ und Mutternamen lallte und der heranwachſende Knabe unter dem grünen Lindenbaume ſich tummelte, jenes Aſyl der Hei⸗ math, von der er ſelbſt in ſeinemAusgewanderten Dichter ſingt:

Geburtshaus in Detmold.

Ich lag heut' Nacht in ſüßen ſtillen Träumen Von meiner Heimath und von meinen Lieben, Ich wandelte bei meiner Kindheit Bäumen, Wo ich wohl wünſchte, daß ſie mich begrüben. R. Schm.

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