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Illuſtrirtes Familienblatt.
Herausgeber Ernſt Keil.
Wöchentlich 1 ½ bis 2 Bogen.
Vierteljährlich 15 Ngr.— In Heften à 5 Ngr.
Ein Wort.
(Fortſetzung.)
Der Rechtsanwalt oder, wie die Bauern ihn nannten, der Doctor Roſtmeyer wohnte in einem Städtchen, welches nicht eine Stunde Weges von dem Herbothofe entfernt lag. Die Stunde Entfernung hatte Mariannens Vater nicht abgeſchreckt, weil es doch nun einmal Sonntag war, noch am Abend zu dem Doctor zu gehen, um mit demſelben über die Verlobung ſeiner Tochter zu reden, d. h. über die Seite der Sache, welche der Bauer bei jedem in die Sphäre des Gemüthslebens fallenden Ereigniſſe zunächſt bedenkt und in's Auge faßt— die praktiſche.
Der Bauer wurde, als er in der Dämmerung in das Haus des Rechtsmannes trat, in deſſen Geſchäfts⸗ und Arbeitszimmer geführt und fand den Doctor beſchäftigt, Cigarren aus einer Kiſte zu nehmen und in ein großes Etui zu ſtecken, da er im Begriff
war, ſich in das Caſino der kleinen Stadt zu begeben. Er war bereits im Ueberzieher und hatte die dunkle Tuchmütze auf dem
Kopfe.
„Hat's Eile, Herbotbauer?“ ſagte der Advocat, fich nach dem Eintretenden umſchauend und dann in ſeiner Beſchäftigung fort⸗ fahrend...„Ihr kommt ſpät, und ich ſtehe im Begriff, aus⸗ zugehen.“
„Dann will ich Sie nicht hindern, Herr Doctor; ſo große Eile hat's juſt nicht! Ich wollte nur ein wenig überlegen mit Ihnen und hören, was zu thun ſei...“
„Ueberlegen? Was giebt's denn auf dem Herbothofe Neues, was zu thun machte?“
„Nun, viel Neues juſt nicht; Sie wiſſen, oder vielleicht wiſſen Sie auch nicht, ich habe ſchon eine Weile nach der Anna Kamp vom Kamphofe gefreit und möchte nun mit der Zeit an's Heirathen denken...
„In der That, ſeid Ihr ſo weit mit der Anna? Ich hab' geglaubt, ſie wollte nicht mit einer Stieftocher von gleichem Alter wie ſie zuſammen hauſen?“
„Das iſt in der That ſo, Herr Doctor; allein da die Marianne ſich nun auch verlobt hat...“
„Die Marianne hat ſich verlobt? der Advocat.„Und wen bekommt ſie denn?“
Der Herbotbauer ſtrich ſich über den Schädel und ſein aſch⸗ farbenes Blondhaar gar glatt und ſäuberlich in die breite Stirn hinein.
„Es ſoll noch ein wenig Geheimniß ſein,“ verſetzte er dabei zögernd;„ſie hat mir's ſelber erſt heut' Abend anvertraut, und ich habe ihr in die Hand geloben müſſen, noch nichts davon zu verlautbaren.“
Ei, ſieh doch!“ verſetzte
„Dummes Zeug, Herbotbauer! Es muß ja doch bald be⸗ kannt werden,“ fiel der Advocat ein, der, nachdem er ſein Etui in die Taſche geſteckt, eine der Cigarren abſchnitt und anzündete, und dann ging, aus der Ecke ſeinen Stock zu holen.„Seinem Doctor und ſeinem Advocaten muß man reinen Wein einſchenken; alſo heraus mit der Sprache!“
„Nun ja, ich weiß, daß man Ihnen auch reinen Wein ein⸗ ſchenken darf, und der Marianne kann's auch ganz eins ſein, ob ich's Ihnen ſage. Es iſt der Friedrich Schwelle, der als Unterofficier bei der Artillerie ſteht. Sie haben ihn vielleicht gekannt, als er noch bei unſerem Schulmeiſter...“
„Der Friedrich Schwelle?“ rief der Advocat aus, der bei dieſem Namen ſich plötzlich raſch umdrehte, ſeinen Stock in der Ecke vergaß und den Herbotbauer aus ſeinen blauen, großen, weit vorſtehenden Augen anſah, als hätte ihm dieſer etwas ganz Be⸗ ſonderes und Verwunderliches geſagt.
„Der Friedrich!“ wiederholte der Bauer.
Doctor Roſtmeyer ſtand noch immer und glotzte ihn an, als ob ihm die Nachricht ganz unglaublich viel zu denken gäbe. Er ſtand unbeweglich und ſagte kein Wort. Herbot ſtarrte ihn wie⸗ der an. Er konnte ſich nicht erklären, was den Doctor Noſtmeyer ſo betroffen machte. Was hatte der Mann?
„Verwundern Sie ſich ſo?“ fragte er endlich,„daß ich meine Tochter einem Unterofficier und einem...“
„O nein, nein, nicht deshalb!“ antwortete Doctor Roſt⸗ meyer.
„Ich weiß,“ fuhr der Herbotbauer fort,„die Leute werden ein wenig den Kopf dazu ſchütteln, aber ich mache mir nichts daraus. Der Friedrich iſt, ſo lang er hier beim Schulmeiſter war, immer ein Ausbund von Bravheit geweſen, und immer der Erſte in der Schule; und jetzt hat er den Krieg mitgemacht und ich hab' mir ſagen laſſen, er hätte zwei Medaillen wie die An⸗
dern, aber eine noch ganz extra bekommen wegen ſeiner beſonderen
guten Führung; die Marianne ſagt, er bekomme nächſtens eine
Beförderung; ſo ein ſieben oder acht Jahr hat er gedient, und da er im Felde war, zählen zwei doppelt, und über ein paar Jahre
alſo bekommt er eine ſchöne Anſtellung im Civil mit einem tüch⸗
tigen Gehalt... für den Friedrich iſt mir nicht bange; weshalb
ſoll ich ihm meine Tochter nicht geben? Ich bin ein zu ver⸗
nünftiger Mann, Herr Doctor, als daß ich mich an den Namen
Schwelle kehre.“ „Ihr ſeid ein ſehr vernünftiger Mann, Herbot,“ ſagte ¹
lächelnd der Advocat,„wohl mehr als Ihr's ſelber wißtere äußere
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