Auber, der Jüngling von ſiebenundachtzig Jahren, macht in dieſem Augenblicke wieder viel von ſich reden. Seine Oper Le premier Jour de bonheur(der erſte Tag des Glückes), die er voriges Jahr geſchrieben, hat einen entſchiedenen Beifall, und wenn ſie ſich auch nicht den allerbeſten Schöpfungen des Meiſters anreiht, ſo iſt ſie doch reich an munteren Melodieen, um die ihn gar mancher Componiſt beneiden könnte, der noch in der Blüthe des Mannesalters ſteht. Es iſt wohl ſelten einem Künſtler das Glück zu Theil geworden, in einem ſo hohen Alter ſich der Gunſt der Muſen zu erfreuen und ſo viel Begeiſterung zu erregen. Auber iſt in⸗ deſſen nicht immer auf Roſen gewandelt. Sein erſtes Auftreten als Opern⸗ componiſt war nichts weniger als glänzend. Seine erſte Oper, mit der er öfſentlich auftrat, hieß Le séjour militaire(Soldatenweilen) und fiel durch. Dieſes traurige Ereigniß fand 1813 ſtatt. Auber war beſtürzt und da er ohne Mittel war, ernährte er ſich ſchlecht und gerecht als Clavierlehrer. Erſt fünf Jahre nach ſeiner erſten Niederlage wagte er es, eine andere Oper, Les billets-doux, aufführen zu laſſen. Dieſe„Liebesbriefe“ wurden von dem Publicum mit ſo entſchiedenen Beweiſen von Hohn und Unwillen zurückgewieſen, daß der verzweiflungsvolle Componiſt über Hals und Kopf aus dem Theater ſtürzte. Leider hatte er das Unglück, in die Hände eines Textdichters zu fallen, der ihn für den miſerabelſten Muſikanten auf Gottes weiter Erde erklärte. Seine dritte Oper, ich glaube, ſie hieß La Bergère chaätelaine(die Schloßdame als Schäferin), wurde 1820 gegeben und hatte ſich einer ſehr günſtigen Aufnahme zu erfreuen. Seit jener Zeit, d. h. ſeit achtundvierzig Jahren, hat Auber eine lange Reihe von Opern geſchrieben, die zum größten Theil auf allen Bühnen der Welt aufgeführt werden. Seine Melodieen werden überall geſungen und von unzähligen Orgelkäſten abgeleiert.
Auber ſchreitet noch raſch und der ein Rendez⸗vous nicht verſäumen will.
wie man ſagt— noch manche Prieſterin derſelben. Als echter Fran⸗ zoſe hat er eben die Eigenſchaft, nicht alt werden zu wollen. Auber iſt witzig und geiſtreich wie ſeine Muſik, und man ſieht es ſeinem Geſichte, be ſonders ſeinen ſchwarzen ſehr feurigen Augen deutlich an, daß er ein Mann iſt, der eine paſſende Antwort auf eine unpaſſende Frage zu geben weiß. Manches Scherzwort, das er in Geſellſchaft hingeworfen, hat die Runde durch die Pariſer Salons gemacht, und wer ihn kennt, weiß recht gut, daß er mit der Geißel der Satire nicht blos zu knallen, ſondern auch zu treffen⸗ weiß. Auber ſucht wie Goethe jede Aufregung zu vermeiden und hütet ſich vor erſchütternden Eindrücken. Er ſteht jeden Morgen um fünf Uhr auf und begiebt ſich ſogleich an die Arbeit. Bis zum Diner, bis ſechs Uhr
lebhaft einher wie ein junger Mann, Er liebt noch ſeine Muſe und
Abends, bleibt er faſt nüchtern; hingegen greift er beim Diner, das er ge⸗
wöhnlich im Café Anglais mit einigen Freunden oder Freundinnen ein
nimmt, tüchtig zu. Dann beſucht er die Theater und geht niemals vor,
Es gingen wieder ein: 2 Thlr.; aus Keil's Garten in Leipzig 5 Thlr. 12 ½ Sgr.; des Allgemeinen Turnvereins in Annaberg 5 Thlr.; aus Jena 2 Thlr.; F. H. in Burgſtädt 5 Thlr.; S. in Düllwitz 5 Thlr.; P. S. mann in London(5 Pfd. St.) 34 Thlr.; R. aus Lohr 1 Thlr.;
5 Thlr.; G. A. in Mailand 10 Thlr. 15 Sgr.; in Frankfurt a. M. 4 Thlr.; Haueiſen in Renningen 1 aus der Sparcaſſe einer Verſtorbenen in Münſter 1 Thlr.; übergangen worden iſt, Gretchen Horn in Dresden 2 Thlr.; Ungenannt 10 Sgr.; Reudnitz 3 Thlr.; Kegelgeſellſchaft Bleibe in Reudnitz 3 Thlr. Weißenburg 2 fl. rhein.;
Thlr.;
F. 1 Thlr. 22 ½ Sgr.; aus Gotha 1 Thlr.;
Otto in Freiberg 1 Thlr.; 2 Thlr.;
L. Blumenau nebſt Hausgenoſſen in Gleſchendorf 2 Thlr.)
Präparates der drei Gehörknöchelchen auf der Leipziger Anatomie, durch M. Familie Kunze in Paris 2
Pauline Mß. K., erſparte Eiſenbahnfahrt 5 Thlr. 25 Sgr.;
in Dittersbach 5 Thlr.; berg 1 fl.; Böhmen 10 fl.; glücklichen Paar im fernen Rußland 10 Rubel; der deutſche
3 Thlr. 4 Sgr. 3 Pfge.; A. St. in Waltershauſen 1 Thl. 10 Sgr.; Müllergeſelle H. L. in Gräfenhainichen 10 Sgr.; Eiſenbahnbeamten⸗Leſeverein in Greifswald 5 Thlr.; Hüne in Kl. Lafferde 4 Thlr.; Markneukirchen 1 Thlr.; Straſpfennige und Sammelbüchſe aus dem Penſionat von Fräulein Franz in Naumburg a. von einer Frau aus Dürrenberg, die bei der von Damen 2 Thlr.; Ungenannt in Freiburg 10 fl. rhein; St. einige Vexehrerinnen der Gartenlaube 2 Thlr.; Mittwochsgeſellſchaft in den drei Lilien in 10 Sgr.(durch Dr. Marie und Anni in Hainichen und Leipzig 1. Thlr. 2 Thlr.; H. und A. 10 Sgr.; A. H. in Eiſenach 1 Thlr.; E. W. in Berlin 1 Thlr.; Pietzſch in Altenburg 1 Thlr.; A. F. in Hamburg 1 Thlr.; einige Deutſche in Riga 4 Thlr.; K.
aus Frankfurt a. M. 1 fl.; ein deutſches Ehepaar in Riga 10 Thlr.; verg 5 Thlr.; Sechſte Rate des runden Tiſches in der Bahnhofsreſtauration in Crimmitzſchau 9 Thlr.; ein Mädchen in G. 1 Thlr.; Stieff und Sohn in Carlsbad 5 Thlr.; Sammlung der Gemeinde Schönau bei Leipzig durch Cantor Poßner 12 R. 4 Thlr. 2 Sgr.; F. W. S. in Petersburg(25 Rubel) 23 Thlr. 12 Sgr.; Thlr.; geſammelt von einigen Mitgliedern der Geſellſchaft Erholung in Annaberg 27 Thlr.; Mengeringhauſen 32 Thlr. 5 Sgr.; Hucke in Oberneſſa 1 Thlr.; Gebrüder R. in Oſterwitz(meiſt aus armen Webern beſtehend) 3 Thlr.; Dr. B. in Foltitſcheni 6 Thlr. 8 ½ Sgr.; ein Kränzchen junger Mädchen in Hainichen 3 Thlr.; bei der Feier eines Geburtstages in der Whiſtpartie, geſammelt durch L. in Scharmbeck 7 Steinert) 60 Fres. oder 16 Thlr.; von dem Vereine deutſcher Buchhandlungsgehülfen„Vagabund“ in Paris 5 Thlr.; E. T. p Stud. E. F. in Gießen 4 Thlr.; der erſte geſellige Verein in Grünhainichen 4 Thlr.; am Geburtstag unſerer lieben Mutter von F., E. und O. an Clara's Geburtstag 1 Thlr. 5 Sgr.; eine deutſ allgem. Geſellenverein in Hermannſtadt 17 fl.; Burſchenſchaft Stiria in Graz 25 fl.; H. R. in Peſth 3 fl.; L. R. in Wien 6 fl.; R. in Kindberg 3 fl.; F.
meiſtens aber nach Mitternacht nach Hauſe. Wann ſchläft er aber? Er behauptet, beim Componiren. Nach der Vorſtellung ſeiner jüngſten Oper— der vierzigſten, die er geſchrieben— ſoll er ſeufzend gerufen haben:„Dieſes Werk iſt mein letztes Wort!“ Das iſt aber nicht wahrſcheinlich. Viel wahr⸗ ſcheinlicher iſt es, daß er bereits mit einem Textdichter wegen eines neuen Libretto unterhandelt, welches er im Laufe dieſes Jahres in Muſik ſetzen will.
Koſciuszko. Um eines großen Todten willen geſtatten Sie mir die Berichtigung der Angabe, die in dem Auſſatze:„Der alte Feldherr' in Solothurn“ enthalten iſt, daß Koſciuszko bei Maciejowice mit den Worten vom Pferde geſunken ſei:„Finis Poloniae!“
Koſciuszko ſelbſt hat ſich einſt durch einen Brief mit Entrüſtung dagegen verwahrt', dieſe Aeußerung je gethan zu haben. Er betrachtete es als ein Vergehen an der Zukunft ſeines Volkes, auf dieſe Weiſe das Leben der Nation von dem Leben eines Einzelnen abhängig machen zu wollen.
Die Vermuthung liegt nahe, daß das„Finis Poloniae“(das geſchicht⸗ lich eben ſo unwahr iſt, wie das berühmte:„La Garde meurt, mais elle ne se rend pas!*⁴) urſprünglich von moskowitiſcher Seite in Umlauf geſetzt worden iſt, um die Niederhaltung und Verruſſung Polens zu er⸗ leichtern. Dem ruſſiſchen Intereſſe mußte es jedenfalls dienen, die Wieder⸗ herſtellung der polniſchen Unabhängigkeit durch ihren berühmteſten Vor kämpfer als eine unmögliche, von nun an auf immer hoffnungsloſe Sache bezeichnet zu ſehen. Kein Wunder, daß Koſciuszko ſich mit Unwillen gegen die ihm zugeſchriebene Aeußerung wandte! Sie iſt nichtsdeſtoweniger ſeither⸗ oft genug wiederholt worden, und zwar unwiſſentlich von Freunden Polens.
„Eine Unwahrheit, einmal in die Welt geſetzt, iſt nicht wieder auszu rotten,“ ſagte Napoleon der Erſte. Er verſtand ſich auf die Sache. Er ſelbſt fälſchte nämlich, bei Beginn des ruſſiſchen Feldzuges, einen angeb lichen Aufruf Koſciuszko's, wovon dieſer nicht ein Wort geſchrieben hatte. Vergebens ſuchte der polniſche Führer einen Widerruf zu erlangen; der Pariſec„Moniteur“— ſchon damals ein Menteur Universel— ver weigerte die Aufnahme des Koſciuszko'ſchen Briefes. Karl Blind. Kleiner Briefkaſten.
L. K. in R. Unter den vielen über beregten Gegenſtand erſchienenen Büchern können wir Ihnen Heinrich Gruner's„Monatsgärtner“ (1 Thlr.) und deſſelben„Praktiſcher Blumengärtner“(1 ⅜ Thlr.), beide in achter Auflage, von C. F. Forſter bearbeitet und bei S. T. Wöller in Leipzig erſchienen, ganz beſonders empfehlen. Das erſtere bietet eine umfaſſende Anleitung zu allen monatlichen Arbeiten im Gemüſe⸗ und Obſt wie im Blumengarten, während das letztere ſich in klarer und umfaſſender Weiſe mit der Zierpflanzenzucht beſchäftigt. Beides ſind, wie auch der Erfolg beweiſt, gute und praktiſche Bücher.
Opferſtock für Oſtpreußen. Von einer Leſerin der Gartenlaube in Hüfingen 3 Thlr.; aus Wehden A. B. in Dortmund 2 Thlr.; Reußncr in T. S. in Pulsnitz 1 Thlr.; ein Leſer der Gartenlaube in Siegen 1 Thlr.; in Prag 5 Thlr.; Caſſe eines Damen Leſekränzchen in Eiſenach 4 Thlr. Timm in Baartz 1 Thlr.; A. G.
2 Thlr.; Hoeppner auf Heeſelicht bei Stolpen Ober⸗Cunnersdorf 1 Thlr.; von Mitgliedern
15 Sgr.; Hand⸗ in Plauen 10 Thlr.; Abendgeſellſchaft in Noßberg S. K. in St. 3 Thlr.; J. P. Maurizio in Vicoſoprano(Schweiz) Th. S. in Gera 1 Thlr.; D. in Roßleben 1 Thlr.; Ronnefeldt S. 2 Thlr. 3 Sgr.; aus daſelbſt veranſtalteten Sammlung Bock in Ober⸗Schöbling 2 Thlr.;
und T. aus Tann a. R. 4 Thlr.;
Hofmann); Ed. und Joh. in London 10 Thlr.; Th. F. in L. in Leipzig 5 Thlr.; Leſer der Gartenlaube in Belgershain Schurig in Breknig 1 Thlr.; Heitefuß in Flachſtädtheim 2 Thlr.; in Dresden 10 Sgr.; G. Ht. in Altenburg 1 Thlr.;
10 Sgr.; E.
Scharwerker Brückner in Forſt 1 Thlr. 10 ½ Sgr.; Joſeph Keil in Rotenhaus g h
S. aus K. 2 Thlr.; A. K. in Leeuwarden 5 Thlr.; N. N. in Witten⸗ H. K. in Annaberg 5 Thlr.; J. M. in Eger 2 Thlr.; Ulbricht in Zſchopau 10 Sgr.; V. S. 1 Thlr. 15 Sgr.; Thlr.; Ertrag einer Auction eines
Caſinogeſellſchaft in Brüſſel 2 Thlr.; aus Cottbus 1 Thlr.; Turnverein in Ober⸗ Thlr.; von einigen Biertrinkern in Paris(durch Haar und
5 in Trieſt 1 Thlr.; auf einer vergnügten ſilbernen Hochzeit in Elsfleth 3 Thlr.; Schreiner in Hamburg 3 Thlr.; Ludwig
che Familie in Mähren 3 fl. öſterr.; ein deutſcher Burſchenſchafter in Lem⸗
aus Liebenau in in Petersburg 1 Rubel; von einem
Familie Rahm in Meutern 5 fl.; L. in Dresden 50 kr.; K. J.
Arbeiter⸗Geſangverein Germania in Paris 28 Thlr.; von Profeſſor Stephan Born in
Neuchaͤtel(Schweiz) als Reinertrag einer zum Beſten der Nothleidenden gehaltenen Vorleſung 85 Thlr.; Ertrag einer theatraliſchen Aufführung, durch
Studirende der Hochſchule in Zürich 3685 Fres. oder eintauſend
St. Gallen, 1, Deinhard aus Deidesheim. Gaben den herzlichſten Dank!
Comité fütr die nothleidenden 300 Thlr. an das Unterſtützungs⸗Comité f
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und ein Thaler, auch 10 Sgr., durch
r das Comité, beſtehend aus O. Schulze aus Wislicenus aus Halle, Burger aus Ungarn, Leonhardt aus Freiberg, Im Namen der Nothleidenden den wackeren Muſen⸗
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Provincial⸗Comité in Königsberg; 150 Thlr. an das Unterſtützungs⸗ Hrn. John Reitenbach in Gumbinnen(Bürger⸗ und Bauernfreund); sverein für Oſtpreußen in Berlin; Buchhändler Schnee). — Die Redaction.
Von Ludwig Steub. I. Von M. M.


