Die allgemeine Bedeutung der Zwillingsforschung 169
Bild 101, Die Zwillinge. Von Jacob Gerritsz Cuyp(1594—1651),
Fachwissenschaft vielleicht überflüssig erscheinen; aber dem einfachen, der Wissen- schaft fernstehenden Menschen läßt sich hier zeigen, wie klare naturwissenschaft- liche Erkenntnisse ganz unmittelbar die Gestaltung seines Weltbildes bestimmen können.
Seit Urzeiten hat die Menschheit geglaubt, daß das Leben des Menschen in ge- heimnisvollem Zusammenhang mit dem Lauf der Gestirne stehe; ihr Stand in der Geburtsstunde bestimme das Schicksal des Menschen. In unerhörtem Umfange geht auch heute noch im Zeitalter der Naturwissenschaften in breitesten Schichten des Volkes der mittelalterliche Aberglaube der Astrologie um. Zwillingsschicksale können den mystischen Nebel zerreißen. Zweieiige Zwillinge sind so gut unter gleichen Sternen geboren wie eineiige; diese erleben ein gleiches, jene ein verschie- denes Lebensschicksal, das kein Sternenschicksal, sondern ein Erbschicksal ist.„In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne.“
Ein anderes: Auch heute noch gibt es viele Menschen, die wohl für den Körper das Bestehen der Vererbung zugeben, denen aber die Seele eine übernatürliche Wesenheit ist, die unmittelbar vom Schöpfer dem neu ins Leben tretenden Menschen eingepflanzt wird. Was zeigen EZ? Mit der Spaltung des Keims verdoppelt sich nicht nur der Körper, sondern ebenso auch die Seele. Durch die Teilung entstehen statt der einen Seele zwei völlig gleiche Seelen. Auch die einem frommen Glauben als einmalig und einzigartig geltende„Seele“ ist verdoppelt worden. Keine andere Tatsache zeigt mit solch unausweichlicher Klarheit wie die Erscheinung der EZ, daß das Seelische restlos und unauflöslich mit dem Körperlichen verbunden ist, Mit der Vereinigung der väterlichen und mütterlichen Erbmasse im Vorgang der
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