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Menschliche Doppelmißbildungen 25
a‘ Pr x N . E Hl 4! AN SAT SEEETDEI ZEN 4[iR 5... “; el Ba 3 Bild 17. Eineiige Fünflinge. Die canadischen Fünflinge Emilie, Annette, Marie, Cecilie und Yvonne Dionne, geboren im Februar 1934,
3. Menschliche Doppelmißbildungen
Die Erklärung, daß eineiige Zwillinge durch die vollständige Spaltung eines ein- heitlichen Keims entstehen, ist durchaus einleuchtend. Dieser Vorgang ist aber offenbar kein normaler; er stellt eine merkwürdige Abweichung der Natur von ihrer eigenen Regel dar. Die Erklärung läßt damit aber sofort eine neue Frage aufsteigen: Kommt es nicht auch vor, daß die Spaltung unvollständig bleibt? Nun gibt es tatsächlich Bildungen, die auf einen solchen Vorgang zurück- geführt werden müssen und die sich damit eng an die EZ anschließen. Es ist das ganze große Heer der Doppelmißbildungen. Diese entstehen dadurch, daß die Haupt- längsachse des Körpers ganz oder zum Teil eine Verdoppelung erfährt, ohne daß eine vollständige Trennung eintritt. Die beiden Teilhälften können fast selbständig ausgebildet und nur noch schwach miteinander verbunden sein. Die beiden Wesen bestehen dann trotz ihrer Verwachsung je für sich, und ein solches Paar ist je nach- dem sogar voll lebensfähig. Das sind die sogenannten„siamesischen Zwillinge”. Dann kommen aber immer wieder auch Mißbildungen zur Welt, die nicht lebens- fähig sind, deren Auftreten die Menschen von jeher mit Grauen und Entsetzen er- füllte und deren Ursprung das Mittelalter auf eine buhlerische Verbindung mit dem Teufel zurückführte. Das sind die Wesen mit zwei Köpfen oder einem Kopf und doppeltem Rumpf, Verwachsungen zweier Wesen übers Kreuz, Gebilde schauer- lichster Art, die die tollste Phantasie weit hinter sich lassen und deren Geburt früher mancher unglücklichen Mutter den Tod auf dem Scheiterhaufen gebracht hat. Die ganze Formenmannigfaltigkeit dieser Gebilde läßt sich auf denselben Vorgang zurückführen, dem auch die eineiigen Zwillinge ihre Entstehung verdanken: die Spaltung eines Keims,
Den unmittelbaren Anschluß an die eineiigen Zwillinge bilden die„siamesischen Zwillinge“. Der Name geht zurück auf das im vergangenen Jahrhundert berühmt gewordene Brüderpaar Chang und Eng. Die beiden sind 1811 in Siam als Kinder eines Chinesen und einer Siamesin geboren. Sie waren an der Brust vom Nabel bis zum Brustbein miteinander verbunden, so daß sie sich von Gesicht zu Gesicht gegen- überstanden. Sie brachten es aber später durch eigene Anstrengung so weit, daß sie seitlich aneinander stehen konnten. Bis zum 17. Jahr lebten sie in Siam und wurden


