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Zwillinge : Einführung in die Zwillingsforschung / von Reinhold Lotze
Entstehung
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24 Die Entstehung von Zwillingen und höheren Mehrlingen

Bild 15, Eineiige weibliche Vierlinge,(Nach Clarke,)

Die amerikanischen Morlok-Vierlinge wurden 1930 in einem Chorion geboren. Das vierte Kind war bei der Geburt wesentlich kleiner und leichter, Sein Haar war kürzer; deshalb erscheint es auf dem Bild weniger lockig; später wurde es ebenso lockig wie bei den drei anderen,

Ähnliches gilt mit entsprechenden weiteren Möglichkeiten für die Entstehung von Vierlingen. Durch wiederholte Spaltungen eines Eies können eineiige Vier- linge entstehen(Bild 15). Daneben sind zwei Arten von zweieii gen Vier- lingen möglich: entweder spaltet sich jedes der beiden Eier, so daß damit zwei Paare von eineiigen Zwillingen entstehen(Bild 16), oder spaltet sich das eine der beiden Eier in drei Teile, so daß ein solches Quartett gewissermaßen aus einem Einling und drei eineiigen Drillingen besteht. Dreieiige Vierlin ge entstehen dadurch, daß sich von drei gleichzeitig zur Entwicklung kommenden Eiern eines noch spaltet. Schließlich kommen noch viereiige Vierlinge vor. Soweit Vierlinge bekannt sind, scheinen tatsächlich alle genannten Möglichkeiten vor- zukommen,

Es ist unschwer auszudenken, welche Möglichkeiten bei Fünilingen vorhanden wären. Fünflinge sind aber so selten, daß diese verschiedenen Möglichkeiten noch gar nicht zur Beob- achtung gelangt sind. Die einzigen bisher überhaupt am Leben gebliebenen Fünflinge sind die 1934 gebore- nen fünf Mädchen der Familie Dionne in Canada(Bild 17). Sie sind zweifellos alle erbgleich; es handelt sich also bei ihnen um eineiige Fünf- linge. Sechslinge sind nur in ganz we- nigen Fällen, Sieben- linge überhaupt erst einmal(in Hameln im

Bild 16. Zweieiige weibliche Vierlinge,(Phot. Ebert-Berlin.)

Jahr 1600) beobachtet Die Derner-Vierlinge aus Beuthen im Alter von 31/3 Jahren; das erste und dritte 1 S 77 sowie das zweite und vierte Kind sind unter sich erbgleich. worden.(Vs 8.1.)