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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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... Die Bande derSchweren Jungen und die Zivilisten ergaben sich, der Aufforderung der Deutschen folgend. Die Kampforganisation tat dies jedoch nicht, obwohl die Deutschen wiederholt versicherten, jeder sich freiwillig Ergebende käme nur für einen Arbeitseinsatz in Frage, während alle anderen sofort erschossen würden. Unsere Kämpfer ver- schanzten sich am Eingang und erwarteten die Deutschen dort, die schließlich dazu übergingen, Gas in den Keller einströmen zu lassen. Sie taten dies immer nur in kleinen Mengen und warteten dann stets eine ganze Weile. Wahrscheinlich hofften sie, durch das langsame Ersticken ihr Ziel schneller zu erreichen. Die verbliebenen 120 Kämpfer sahen einen schrecklichen Tod vor Augen.

Aryeh Wilner 1%) rief als erster:Machen wir doch lieber selbst mit uns Schluß! Ihnen sollten wir nicht lebend in die Hände fallen.

Dann begannen die Selbstmorde. Einige Revolver hatten Ladehemmun- gen. Die Besitzer baten Kameraden, sie zu töten. Niemand jedoch wollte das tun.

Lutek Rotblatt schoß viermal auf seine Mutter, die sich selbst dann noch bewegte. Plötzlich entdeckte jemand einen versteckt liegenden Ausgang. Leider entkamen durch ihn nur wenige. Alle anderen er- stickten qualvoll langsam am Gas. So kam der Tod zu den tapfersten jüdischen Kämpfern, etwa 100 an der Zahl. Unter ihnen befand sich auch Mordechaj Anielewicz, unser stattlicher Kommandant, den wir alle so sehr liebten.

Der letzte Akt!)

Az: I ab-St/Gr.-1607 Tgb. Nr. 652/43 geh. Betr.: Ghetto-Großaktion Warschau, den 16. Mai 1943

An den

Höheren SS- und Polizeiführer Ost SS-Gruppenführer und General der Polizei Krüger ON

Krakau

196) Pseudonym:Jurek. Er führte bereits bei den ersten Ghettokämpfen im Januar 1943 eine jüd. Kampfgruppe.

197) Es ist die letzte tägliche Meldung von Stroop. Der zweite Teil des Stroop- Berichtes besteht aus täglichen Meldungen vom Kampfplatz an SS-Obergruppenführer und General der Polizei Friedrich Krüger. Die erste Meldung datiert am 20. April 1943, die letzte am 16. Mai 1943. Siehe auch Anhang am Ende dieser Dokumente.

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