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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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I. Der Auftakt

Ghettos!)

Krakau: Gouverneur Dr. Fischer?). Er betont, daß für die Juden ein besonderes Ghetto gebildet werden müsse. Herr Generalgouverneur billigt diese Maßnahme.

(24. Oktober bis 25. Dezember 1939)

Ein Anwalt im Pelz°) 97 22 194,0

Wieder wird über ein Ghetto in Warschau gesprochen. Es soll Praga*) umschließen und einige jüdische Bezirke. Kürzlich kam eine Beschlag- nahme-Verordnung heraus°).

Für eine zerknitterte oder schmutzige Armbinde muß man Strafe zahlen.

Ein Anwalt, der seine Armbinde mit der Aktentasche verdeckte, mußte zur Strafe den Pelz umgedreht anziehen und so auf die Straße gehen.

Ein Jude im Abendanzug°)

Eines Tages entdeckte ich auf der Straße zwei Deutsche, die einen jungen Juden in Frack und Zylinder vor sich herjagten. Später erfuhr ich, daß die Deutschen anläßlich einer Haussuchung bei dem betreffenden Juden diese Kleidungsstücke in seinem Besitz fanden, die ihrer Ansicht nach nicht zur Bekleidung eines Juden gehörten. Daher die öffentliche Strafe.

1) Poliakov-Wulf I, Seite 177 Dr. Franks Tagebücher.

2) Gouverneur des Distrikts Warschau.

3) Archiv Ringelblum I, Seite 17.

4) Vorstadt von Warschau.

5) Anordnung des Distriktchefs Warschau über Errichtung einer Abteilung für das Beschlagnahme- und Beschaffungsamtswesen am 23. Januar 1940(Amtsblatt Nr. II, 13. Il. 1940).

6) Mazor, Seite 33.

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