. Die Kommandanten waren unter den ersten Angehörigen der Kampf- organisation, die den Bunker der Milastraße 18 betraten. Die Herren des Bunkers bezeugten den Kämpfern große Achtung und Ehrfurcht. Die Bandenchefs erklärten sich bereit, ihren eigenen Besitz mit den Mitgliedern der Kampforganisation zu teilen und jede nur mögliche Hilfe zu leisten. Als dann fast alle Stellungen der Kampforganisation schon zerstört waren, strömten auch Angehörige anderer Organisationen in den Bunker auf der Milastraße 18. Sie wurden ebenfalls gastfreund- lich aufgenommen. Endlich blieb nur noch dieser Bunker erhalten. Alle anderen waren bereits zerstört...
‚Die ungeheuren Menschenmengen verursachten bald eine Katastrophe hinsichtlich der Verpflegungslage auf der Milastraße. Gleich den Kampf- gruppen stellten sich nämlich auch Zivilpersonen ein, deren Häuser in Flammen standen. Deswegen hatten sie die Keller verlassen müssen. Hauptnahrungsmittel wie Brot und Kartoffeln fehlten gänzlich. Nur Mehl, Grütze und Erbsen waren vorhanden. Aber wie sollte man damit Hunderte von Menschen ernähren? Die Zeit zum Kochen— ausschließ- lich nachts— war viel zu kurz dazu...
. Die Bunkerbewohner ließen sich leicht in zwei Gruppen einteilen. Solche, die schon Furcht vor dem eigenen Schatten empfanden, zu erregten Ausbrüchen neigten und überall Unordnung und Verwirrung anrichteten und jene, bei denen alles reibungslos und straff funktionierte und vollste Harmonie herrschte...
Sobald es abends dunkel wurde, begann ein emsiges Leben. Die Gruppen-Kommandanten hielten Besprechungen ab, legten den Schlacht- plan für die nächste Nacht fest und erteilten ihre Befehle. Die einzelnen Truppführer hatten dann eine kurze Besprechung mit ihren Leuten und trugen jedem seine Aufgabe auf.
Der Tod von Anielewicz und seinem Stab 1%)
Am 8. Mai(1943) entdeckten die Deutschen endlich auch den Bunker auf der Milastraße 18. Nachdem sie Verstärkung erhalten hatten, veranstalteten sie eine Razzia und riegelten das ganze Gelände ab. Erst nach zweistündigem Kampf gelang es ihnen aber, ein paar bewaffnete Insurgenten aufzugreifen. Sie begriffen, daß sie diese Stellung nicht mit Gewalt nehmen konnten. So warfen sie Rauchbomben in den Keller und legten Sprengstoff vor den Eingang...
195) C. Lubetkin in„Commentary“, New York, Mai 1947.
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