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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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Die jüdische Kampforganisation wendet sich an die polnische Bevölkerung'*?)

Polnische Bürger, Soldaten der Freiheit!

Durch den Lärm der Geschütze, mit denen die deutsche Armee unsere

Häuser, Wohnungen, Mütter, Frauen und Kinder bombardiert, beim

Knattern der Maschinengewehre, die wir im Kampf von den 55-Leuten

eroberten,

unter den Rauchschwaden lodernder Flammen und angesichts der Blut-

ströme des niedergemetzelten Warschauer Ghettos, senden wir die im

Ghetto Eingeschlossenen euch einen brüderlich herzlichen Gruß.

Wir wissen wohl, wie ihr mit bebenden Herzen und Tränen des Mitleids,

aber auch mit Entzücken und Verstehen für den Erfolg unseres Kampfes

diesem Ringen zuschaut, das wir seit Tagen dem grausamen Besatzer

liefern.

Ihr seht, jede Türschwelle des Ghettos wurde zur Festung und wird es

bleiben. Vielleicht kommen wir alle bei diesem Kampf ums Leben, aber

ergeben werden wir uns nicht. Gleich euch, wollen auch wir Rache

nehmen und den gemeinsamen Feind für seine Verbrechen strafen.

Der Kampf geht um unsere und eure Freiheit! Um eure und unsere

menschliche, soziale und nationale Ehre und Würde!

Wir wollen die Verbrechen von Auschwitz, Treblinka, Belzec und

Majdanek rächen!

Es lebe die Blutsbrüderschaft des kämpfenden Polens!

Es lebe die Freiheit!

Tod den Mördern und Henkersknechten!

Kampf auf Leben und Tod gegen die Besatzungsmacht!

Am 23. April 1943

Jüdische Kampf-Organisation

Eine Prämie!?°)

... Der Polnischen Polizei wurde genehmigt, jedem polnischen Polizisten im Falle der Festnahme eines Juden im arischen Teil der Stadt Warschau ein Drittel des Barvermögens des betroffenen Juden auszuhändigen. Diese Maßnahme hat bereits Erfolge aufgewiesen...

192) Neustadt, Seite 168. 193) Stroop-Bericht, Seite 11.

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