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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
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peripherie aus mit Gewehr und Maschinenpistole angreifen. Einst- weilen erlauben es die Deutschen im allgemeinen, daß sich die polnische Bevölkerung in gewissem Abstand um die Geschütze sammelt. Sie meinen und das mit Recht es würde die Kämpfer zu größerer Vorsicht veranlassen und sie sparsamer feuern lassen.

4) Hartnäckig anhaltenden Meldungen zufolge sollen die Deutschen heute die Häftlinge aus dem Paviak#3) evakuiert haben, weil sie fürch- ten, die Kämpfenden könnten es erobern.

I

Lagebericht Nr. 5'°%) 24. 4. 1943

1) Heute ist der 5. Tag des verbissenen Kampfes. Bisher ist das Ghetto noch nicht besiegt worden. DasSäubern der vom Feind ein- genommenen Teile hält an. Aber selbst noch auf jenen Straßen führen die Kämpfer einen scharfen Partisanenkampf gegen den Feind, falls dort noch Widerstandsnester hauptsächlich in den Blocks bestehen. Die Deutschen reißen die Häuser einfach ein, indem sie sie unterminieren.

2) In allen übrigen immer noch recht großen Teilen des Ghettos konzentrieren sich straff organisierte Abteilungen der J.K.O. und halten die Verbindung untereinander aufrecht. In den nahe der Okopowastraße oder in der Nachbarschaft der Powazek liegenden Gegenden hat der Feind überhaupt noch keinen Großangriff gemacht. Dort fanden nur kleine erfolglose Zusammenstöße deutscher Abteilungen mit den Kämp- fern statt. In jener Gegend herrschte bis zum Abend verhältnismäßige Ruhe. Erst abends warfen Flugzeuge eine Anzahl Brandbomben, die an verschiedenen Stellen des Ghettos Brände hervorriefen. Hauptsächlich in der Umgebung der Muranowska-, Gesia-, Nalewki- und Okopowastraße. Das Ghetto brennt. Die Kämpfer ihrerseits zünden nämlich deutsche Fabriken und Lagerhäuser an. Die große Uniformwerkstatt war auch darunter. Die Detonationen, das Rattern der Maschinengewehre, das Dröhnen der Geschütze war während des Tages ein wenig schwächer geworden, zwischen 7 und 11 Uhr abends verstärkte es sich jedoch wieder.

183) Ein Gefängnis. 184) Mark, Seite 169.

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