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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
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heit, daß diese Weiber aus beiden Händen mit Pistolen feuerten. Immer wieder kam es vor, daß sie Pistolen und Handgranaten(polnische Eier- handgranaten) bis zum letzten Moment in ihren Schlüpfern verborgen hielten, um sie dann gegen die Männer der Waffen-SS, Polizei und Wehrmacht anzuwenden.

Lagebericht der J.K.O.'*') l

Lagebericht Nr. 2'%) 21. April 1943

1) Nach der bei der Erstürmung der Häuser erlittenen Niederlage haben die deutschen Infanterieabteilungen und die ihrer fremden Hilfs- völker nachts das Ghetto wieder völlig geräumt. Die Zahl der durch die Besatzungsmacht getöteten schutzlosen Alten, Frauen und Kinder ist riesenhaft. Dagegen sind die Verluste bei den Kämpfenden in keiner Weise größer als die bei den Deutschen. Schwerbewaffnete deutsche

Posten stehen vor den Kanalausgängen. Die Belagerung wird durch die Wehrmacht durchgeführt.

2) Frühmorgens begann man, um das Ghetto herum Panzerabwehr- geschütze und schwere Feldartillerie aufzustellen. Nachmittags gingen auch noch schwere Haubitzen in Stellung. Auf diese Weise eingekesselt, wurde das Ghetto schwer beschossen. Besonders in den Nachmittags- und Abendstunden verstärkte sich das Bombardement. Doch auch dieser starke deutsche Angriff schwächte den Mut der Bevölkerung in keiner Weise. Die Haltung, Disziplin und Organisation der Verteidigung sind bis jetzt musterhaft. Wenn die Kämpfenden nur sparsam von der Waffe Gebrauch machen, so erklärt sich dies durch den Mangel an Munition.

3) Wiederum wurden deutsche Fabriken und Lagerhäuser von den Kämpfern in Brand gesetzt. Unter anderen auch die große Gerberei auf der Swietojarskastraße. Bei den Geschützbemannungen entstehen eben- falls Verluste, weil die Kämpfer sie von gewissen Häusern an der Ghetto-

181) Mark, Seiten 164165.

182) Dieser Lagebericht wurde im Bulletin derZegota(poln. Untergrundorganisation Rat der Hilfe für Juden) veröffentlicht. Auch die J.K.O. gab außer den Ghetto- Kommuniques Lageberichte für die poln. Bevölkerung, und zwar zwischen dem 20. bis 28. 4. 1943, heraus. Die poln. Untergrundpresse veröffentlichte sie.

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