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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
71
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auch nur einem einzigen Juden in Gefahr ist, müssen wir auf dem Posten stehen und kämpfen. Unsere Losung heißt:

„Kein einziger Jude soll mehr nach Treblinka kommen!“ Nieder mit den Verrätern unseres eigenen Volkes!

Bis zum letzten Blutstropfen rücksichtsloser Kampf gegen die Be- satzung!

Rafft euch zur Tat auf! Seid wach!

Der erste Widerstand 15°)

Am 18. Januar 1943 wurde das Ghetto erneut abgeriegelt. Die „zweite Liquidation“ begann. Diesmal aber gelang es den Deutschen nicht, ihr Vorhaben ungestraft auszuführen. Vier Kampfgruppen hatten sich hinter den Barrikaden verschanzt und lieferten ihnen den ersten bewaffneten Widerstand im Ghetto.

Ihre Feuertaufe erhielt die Jüdische Kampforganisation im ersten großen Straßenkampf an der Ecke Mila- und Zamenhofastraße. Der größte Teil der Organisation kam dort ums Leben. Wie durch ein Wunder— er verhielt sich wahrhaft heldenhaft— überlebte der Kom- mandant der Jüdischen Kampforganisation, Mordechaj Anielewicz, die Schlacht. Wir lernten aus ihr, daß Straßenkämpfe für uns zu verlust- reich sein würden. Dazu waren wir nicht genügend vorbereitet und vor allem nicht mit den erforderlichen Waffen ausgerüstet. Deshalb gingen wir zur Partisanentaktik über. In den Häusern Zamenhofastraße 40, Muranowska 44, Milastraße 34 und Franziskanskastraße 22 kam es zu größeren Zusammenstößen. Auf dem Gelände der Firma Schultz griffen Partisanen SS-Leute an, die mit den Deportationen beschäftigt waren.

Im Verlaufe des Januar beteiligten sich nur fünf der aufgestellten Kampfgruppen an Aktionen. Alle anderen Gruppen waren zum Zeit- punkt, als die Deutschen ins Ghetto einrückten, nicht beisammen. Sie wurden überrascht und kamen nicht mehr dazu, ihre Posten zu beziehen, wo auch die Waffen versteckt lagen.

156) Edelman, Seiten 30-31(gekürzt).

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