Nur ein Revolver 1%)
Am 18. Juli 1942 berief„Hechaluz“ gemeinsam mit den dazugehöri- gen Jugendorganisationen„Hashomer Hazair“,„Dror“ und„Akiba“'*') eine Sitzung ein. Es wurde der Beschluß gefaßt, eine jüdische Kampf- organisation zu schaffen. Die in polnischer Sprache verfaßten Aufrufe wurden mit den Initialien:„Z.O.B.“(Zydowska Organizacjae Bojowa— Jüdische Kampf-Organisation) unterzeichnet.
Dem Befehlsstab gehörten an: Bressler!#), Cukierman, Lubetkin"**) und Tennenbaum!*). Eine Abordnung wurde auf die„arische“ Seite hinübergeschickt. Es waren: Tosia Altman, Frumke Plotnicka, Lea Perlstein und Arie Wilner(Pseudonym: Jurek'*)).
Die Aufgabe dieser Delegation bestand darin, Verbindungen zur pol- nischen Untergrundbewegung zu schaffen und Waffen für das Ghetto zu organisieren.
Die Kampforganisation war entstanden. Die Bewaffnung des Ghettos aber bestand in einem Revolver.
Ein schwarzer Tag"*°)
Ein Fluch lag auf unserem Unternehmen. Am 3. 9.(1942) verhaftete die Gestapo Josef Kaplan'°°). Einige Stunden später am gleichen Tage ermordeten die Deutschen mitten auf der Straße Samuel Bressler, und noch am selben Abend fiel ihnen unser armseliges Waffen- und Muni- tionslager'°!) in die Hände. Auf diese Art wurden bereits unsere ersten
143) Neustadt, Seite 139. Aus dem gleichen Bericht.
144) Zionistische Jugendorganisationen.
145) Sein richtiger Name war Samuel Braslaw. Er wurde 1920 geboren und ist ge- fallen.
146) Cywia Lubetkin, die Frau Icchak Cukiermans. Sie ist heute in Israel.
147) Später Kommandant des Ghettoaufstandes Bialystok. Siehe Fußnote 119.
148) Alle sind während des Ghettoaufstandes gefallen.
149) Neustadt, Seiten 141—143, aus demselben Bericht.
150) Geboren 1913, gehörte er zu den ersten Gründern jüdischer Kampfgruppen im Warschauer Ghetto.
151) Nach Kaplans Verhaftung wollte Regina Schneidermann(Mitglied der Jüd. Kampforganisation) das Waffen- und Munitionslager in Sicherheit bringen. Sie tat es in einen Korb, um es am Abend— dann waren gewöhnlich wenig Deutsche auf der Straße— zur Dzielnastraße 34 zu schaffen. Unglücklicherweise kam ihr ein deutsches Auto entgegen, und sie wurde erwischt. Später saß sie im„Paviak“-Gefängnis, doch die Gestapo erfuhr nichts von ihr. Jüdische Polizisten retteten sie vom„Umschlagplatz“, und sie fiel im Ghettoaufstand.
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