Ebenso geschieht es jetzt oft, daß aus der gleichen Wohnung 2-3 Tote auf einmal zur Beerdigung abgeholt werden.
VE>E) Im Januar(1942) lebten 9030 Personen in den„Flüchtlings“-La- gern; von ihnen starben 715. Die Sterblichkeit in derartigen„La- gern“, in denen etwa 2500 Personen leben, beträgt 17,5°/o monat- ten®). Ich glaube...°)
Ich glaube, ich glaube, ich glaube ehrlich, unerschütterlich und fromm, daß der Messias komm‘;
An den Messias glaube ich
und wenn er auf sich warten läßt, glaub ich darum nicht weniger fest. Selbst wenn er länger auch zögert noch, an den Messias glaube ich doch.
Ich glaube, ich glaube, ich glaube.
Vogelfrei°) I Sonntag abends, 9. 4. 1942
Meine Schwester, die auf der Dzielnastraße 17 wohnt, erzählte mir folgendes Geschehnis, das einem Mitbewohner jenes Hauses tatsächlich passierte. Ein 38jähriger Stubenmaler, der noch nicht lange im Hause wohnte, mußte in dieser Woche um 5 Uhr früh zur Arbeit gehen. Auf
58) Friedmann, Seite 49. Untergrundbericht vom 23. März 1942.
59) Ein Kraftwagenfahrer des Schweizer Roten Kreuzes— Franz Blättler— besuchte am 30. I. 1942 mit einem jüdischen Polizisten den Friedhof und sah dort mit eigenen Augen ein riesiges Massengrab. Er berichtete, daß 90 Prozent der dort liegenden Toten Hungers gestorben sein mußten, in seine Heimat. Der Zensur in der neutralen Schweiz wegen konnte der Bericht jedoch erst 1945 veröffentlicht werden. Siehe: Franz Blättler in„Warschau 1942“, Tatsachenbericht eines Autofahrers, Zürich 1945, Seite 8. 60) Kaczerginski, Seite 314. Im Warschauer Ghetto wurde dieses Lied oft gesungen. 61) Archiv Ringelblum Il. Aus dem Tagebuch des Abraham Lewin.
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