Druckschrift 
Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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der Straße hielt ihn ein Polizist an und wollte wissen, was er so früh dort mache. Der Jude erklärte, er sei Maler und müsse zur Arbeit gehen. Darauf meinte der Polizist, wenn dem so sei, solle er nur erst mitkommen, um ein Loch in der Ghettomauer auszuflicken. Der Jude gehorchte dem Polizisten und folgte ihm. Nachdem er das Loch in der Mauer genau untersucht hatte, wollte er sich gerade an die Arbeit ma- chen, als von der anderen Mauerseite ein anderer Polizist herankam. Schon von weitem entdeckte er den Juden, der sich dort an der Ghetto- Mauer zu schaffen machte und verdächtigte ihn, sich auf diearische Seite hinüberschleichen zu wollen. Schnell entschlossen schoß er, und der jüdische Maler blieb tot auf der Stelle liegen.

u Dienstag, 19. Mai 1942

Eine Jüdin mit zwei kleinen Kindern kam früh durch ein Loch in der Mauer unseres Hauses ins Ghetto. Sie sah sehrarisch aus und berich- tete die tragische Geschichte ihrer Ankunft in Warschau. Sie stammt aus Lublin. Früh am Morgen nahm sie mit Mann und Kindern den Zug nach Warschau und zwar alsArier gut getarnt. Die Polizisten in Otwock jedoch erkannten in ihrem Mann den Juden, holten ihn aus dem Zug und erschossen ihn vor ihren Augen. Sie behielt die Nerven und ver- riet nicht, daß sie zu ihm gehörte, sondern fuhr mit ihren Kindern weiter und gelangte endlich durch das Mauerloch ins Ghetto.

Galgenhumor

2.8. 5. 1940

Jude, komm arbeiten! Arbeit macht das Leben süß(sagt der Deutsche zum Juden).

Ich bin kein Leckermaul antwortet der Jude)%).

9.28. 5..1940

Horowitz kommt in die andere Welt und erblickt Christus im Paradies.

62) Archiv Ringelblum I, Seite 33.

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