Lebensmittelgeschäfte. Vorher aber hatte man die betreffenden Besitzer gezwungen, die Schaufenster tunlichst mit seltenen und äußerst teuren
Lebensmitteln vollzustopfen.
Dann machte man sich daran, gutmöblierte Wohnungen aufzuneh- men. Hauptsächlich suchte man sich dazu die Chlodnastraße aus, wo die Mitglieder des„Judenrates“ wohnten und überhaupt gutsituierte Leute. Man wählte nur die Wohnungen mit der besten Einrichtung, in denen sich wenigstens eine schöne und gut gekleidete Frau befand. Alles wickelte sich ohne besondere Härten ab. Ich erinnere mich, daß eine der zum Mitspielen bestimmten Personen sich weigerte, die Rolle zu spie- len. Man ersetzte sie eben einfach durch eine andere ein wenig ent-
gegenkommendere Dame.
Und dennoch wurden selbst bei diesem Filmfeldzug ein paar bar- barische ebenfalls gestellte Szenen gedreht. Einige Männer von orthodox jüdischem Aussehen wurden beispielsweise gewaltsam mit mehreren jungen Frauen in eine rituelle Badeanstalt(Mikwa) gesperrt. Man zwang sie, sich völlig nackt auszuziehen und filmte sie dann, als badeten sie dort gemeinsam.
Und noch eine Episode aus diesem Film-Epos: Die Deutschen trugen dem Besitzer des Restaurants Schulz(an der Ecke Karmelicka- und Nowolipkistraße) auf, alle Tische reichlich mit Eßbarem und Getränken zu decken. Dann brachte man einen Haufen Juden ins Restaurant, die man vorher wahllos auf den Straßen aufgegriffen hatte. Die Leute muß- ten an den Tischen sitzen und essen. So wurde der Festschmaus gefilmt. Später bedeutete man dem Gastwirt, die Rechnung aufzustellen und sie beim„Judenrat“ einzureichen.
Tote
I=) 27:—28. 2. 1941 Letzthin trifft man fast täglich Ohnmächtige und Tote, die mitten auf der Straße liegen. Es beeindruckt schon keinen mehr.
54) Archiv Ringelblum I, Seite 98.
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