ins Geschirr und wurde Zugvieh. Man sah alle Arten von Karren, die von Menschen gezogen wurden. Das chinesische Wort„Rikschah“ bür- gerte sich in der yiddischen Sprache im Ghetto ein. Es gab Rikschahs für den Personenverkehr und für den Gütertransport. Manche wurden wie ein Fahrrad in Bewegung gesetzt. Es gab ungefähr 1000 Rikschahs im Ghetto, die hauptsächlich von früheren Fuhrleuten, Chauffeuren oder Studenten betrieben wurden, jedoch nur von solchen, deren körperlicher Zustand es zuließ, die Rolle des ausgestorbenen Pferdes zu übernehmen.
Im Ghetto filmt man 158)
7. Mai 1942
Jetzt drehen sie einen Film im Ghetto. Zwei Tage nahmen sie das jüdische Gefängnis und die Gemeindeverwaltung auf. In der Smocza- straße trieb man eine Menge Juden zusammen und befahl dann dem jüdischen Ordnungsdienst, sie wieder auseinanderzutreiben. Ein anderes Mal drehte man eine gestellte Szene. Als ein Mann vom Ordnungs- dienst die Hand hebt, um einen Juden zu schlagen, eilt ein Deutscher herbei- um den Hingefallenen vor den Hieben zu schützen und es nicht zuzulassen.
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Immer noch wird in Ghetto gefilmt. Jede Szene ist gestellt. Gestern befahl man einem Kind, auf die andere Seite der Ghettomauer(Ecke Leszno- und Zelasznastraße) hinüberzulaufen, um dort Kartoffeln zu kaufen. Dann drehte man, wie ein polnischer Polizist das Kind erwischt und die Hand gerade zum Schlag hebt. Im gleichen Augenblick kommt ein Deutscher herbeigerannt und hält die erhobene Hand des Polen fest. Man schlägt doch kein Kind!
IT>) Mitte Juni 1942
Zur gleichen Zeit ereignen sich seltsame Geschehnisse im Ghetto. Deutsche Filmoperateure erschienen und filmten die Auslagen der
51) Archiv Ringelblum I, Seite 215. 52) dort, Seite 218. 53) Mazor, Seiten 121—122.
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