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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
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nach etwa 8-10 Tagen die Rekrutierung dieser Kontingente selbst übernahmen, wanderte auch ein Kinderheim nach dem anderen zum Umschlagplatz. Man sollte an dieser Stelle wirklich erwähnen, wie heldenhaft viele Erzieher sich verhielten. Sie hätten sich selbst wohl retten können, dennoch gingen sie mit ihren Pflegebefohlenen gemein- sam zum Umschlagplatz**).

Die Leiterin des Kinderheims auf der Janowskastraße rief das ganze Lehr- und Erziehungspersonal zusammen und wies darauf hin, daß sie die Tendenz der Erzieher, sich zu verstecken, wohl bemerkt habe. Sie verlangte jedoch von ihnen den Entschluß, die Kinder nicht allein zu lassen. Weiter meinte sie, wer nicht dazu bereit sei, die Kinder zu begleiten, solle die Arbeit sofort niederlegen. Alle blieben. Bei der nächsten Aussiedlungsaktion erfüllten sie dann alle ihre Erzieherpflicht bis zum letzten bitteren Ende.

Gerade die Ausrottung der Kinder wurde von den Deutschen mit viel Zynismus betrieben. So redeten sie den Kindern ein, man brächte sie nur an einen anderen Ort und sie sollten ihre Decken und Rucksäcke nur mitnehmen.

Die erste Phase der Liquidation endete Mitte September 1942. Da- mals liquidierte man auch das Kinderheim in Otwock(in der Nähe von Warschau) sowie andere Heime in der Warschauer Umgegend.

Von der jüdischen Bevölkerung blieben damals verhältnismäßig nur sehr wenig Kinder am Leben, obwohl man sie in Öfen, Schränken und anderen Verstecken zu verbergen trachtete.

Rikschahs 5°)

Das Pferd als Zugvieh verschwand fast ganz von den Ghettostraßen. Die meisten Pferde waren von den Deutschen beschlagnahmt worden, und die anderen wurden gegessen. Der Fuhrunternehmer hatte sowieso kein Futter mehr für das Pferd, mit dem er einst seinen Lebensunter- halt verdient hatte. Hafer wurde gebraucht, um Suppe für menschliche Nahrung zu bereiten; niemand hätte daran gedacht, solch eine Delika- tesse einem Pferd zu geben. So spannte sich der Fuhrunternehmer selber

49) Siehe Fußnote 116. 50) Goldstein, Seite 99.

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