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Vom Leben, Kampf und Tod im Ghetto Warschau / Josef Wulf
Entstehung
Seite
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Il. Im Ghetto

Die Mauer°°)

Sobald das Warschauer Ghetto eingerichtet und von einer zehn Fuß hohen sowie elf Meilen langen Mauer umgeben worden war, begann darin ein emsiges Leben, das verzweifelt danach strebte, sich den Ghetto- Bedingungen anzupassen. Unaufhörlich strömten aus Deutschland, Österreich, Danzig und anderen Landstrichen weitere Flüchtlinge ins Ghetto ein. Es wurde immer enger und verpflegungsmäßig schlechter. Elend und Hunger wurden beängstigend. Im Winter gebrach es an Feuerung. Nur Bevorzugte gelangten in den Besitz von Holz und Kohlen. Die Deutschen hofften auch wohl, Warschaus jüdische Bevölkerung einfach durch Aushungerung zu vernichten*%). Der nie abreißende, sich dauernd ins Ghetto ergießende Flüchtlingsstrom verursachte Platzmangel. Die Deutschen reagierten darauf, indem sie ganze Straßenzüge vom Ghetto abtrennten und derarischen Bevölkerung zuteilten. Oft mußten kaum errichtete Mauern auf deutschen Befehl wieder abgerissen werden. Sie wurden einige Straßen tiefer ins Ghetto hinein wieder aufgebaut...

... Die große Mauer entstand mit jüdischem Geld. Der Judenrat hatte die Material- und Baukosten an eine deutsche Baufirma zu zahlen. Sie besaß die Konzession zum Bau der Ghettomauer, welche in Zwei- Stein-Breite aufgeführt wurde. In den Mörtelputz ließ man spitze Glas- scherben ein, die das Hinaufklettern verhindern sollten...

23) Turkow I, Seite 104106(gekürzt) 24) Theoretisch konnte das Ghetto keine direkte Verbindung zur Außenwelt unter- halten. Es war nur über bestimmte deutsche Ämter wie dieTransferstelle in War-

schau möglich.(Siehe auch Max Frhr. von Du Prel:Das Generalgouvernement, Würzburg 1942, Seite 349.)

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