Untermenschen vernichtet wurden“ und daß die Großaktion mit der Sprengung der Synagoge auf der Thomackiestraße um 20.30 Uhr beendet wurde. Das Datum dieser letzten Meldung ist der 16. Mai 1943.
Stroops dritter Bericht-Teil enthält Bilder. Sie sind sehr gut fotografiert und insgesamt 53 Stück im Format 12 mal 18.
Betrachtet man sich diese Aufnahmen recht aufmerksam, so muß man feststellen, daß Stroop und seine Helfer äußerst viel Sinn für drama- tische Optik besaßen. Da steht beispielsweise ein Kind mit erhobenen Händen vor einem Soldaten mit der Waffe im Anschlag; grell lodern die Flammen der brennenden Häuser, aus deren Fenstern Menschen in die Tiefe springen; aus geknackten Bunkern kommen die Juden heraus und ergeben sich.
Dieser ganze Bericht ist ebenso einmalig wie die Bedingungen dieses Ghetto-Aufstandes einzigartig waren. Die Kämpfenden verfügten ja kaum über nennenswerte Waffen, denn mit Waffenhilfe für die auf- ständischen Juden war auch der polnische nicht-jüdische Untergrund nicht allzu eifrig bei der Hand.
Übrigens war nicht nur Stroop über die Ausmaße des Ghetto-Auf- standes erstaunt. Auch Dr. Hans Frank betrachtete den Kampf der Widerständler im Warschauer Ghetto nicht als kleine Angelegenheit. Am 20. April, also einen Tag nach Ausbruch des Aufstandes, schreibt er an den Chef der Reichskanzlei, Dr. Hans Heinrich Lammers:
„Seit gestern haben wir in Warschau einen bereits mit Einsatz von Geschützen zu bekämpfenden wohlorganisierten Aufstand im Ghetto“ zu):
Und Dr. Josef Goebbels notiert am 1. Mai 1943 in seinem Tage- buch 3):
„Die Berichte aus den besetzten Gebieten enthalten keine aufregen- den Nachrichten. Bemerkenswert ist lediglich der erbitterte Kampf in Warschau, der zwischen der Polizei— ihr ist jetzt sogar noch ein Wehr- machtteil zu Hilfe gekommen— einerseits und den aufständischen Juden andererseits ausgefochten wird. Offensichtlich gelang es den Juden, das
m) Akten-Dokument im Nachkriegsprozeß gegen Dr. Josef Bühler, Staatssekretär in der Regierung des Generalgouvernements in Warschau(Band 11 Seite 33).
n) Louis Lochner:„The Goebbels Diaries“, New York 1948, S. 35051.
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