Material über die Aussiedlungsaktion zusammenzusuchen und dann alles zu vergraben. Aber wir müssen uns eilen. Wir sind nicht sicher. Gestern arbeiteten wir bis spät in die Nacht.“
Das Datum dieses Testaments ist der 3. August 1942, und sein Schreiber heißt David Graber. Er war ein Mitarbeiter Dr. Ringelblums und kam in den Gaskammern von Treblinka um.
4. Der Stroop-Bericht
Zum Schluß noch ein paar Worte über den sogenannten Stroop- Bericht. Neben den Aussagen und Erinnerungen jüdischer Kämpfer im Aufstand des Warschauer Ghettos bildet er den Kernpunkt der Doku- mente des 5. Kapitels„Der Aufstand“.
Nach dem Kriege fanden die Alliierten diesen Bericht des SS-Brigade- führers und Generalmajors der Polizei Jürgen Stroop über den Kampf im Warschauer Ghetto sorgfältig in Leder gebunden.
Der Bericht besteht aus drei Teilen.
Der erste Teil trägt den Titel:„Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr“. In ihm finden sich Aufstellungen über die für „Führer und Vaterland“ Gefallenen oder im Kampf mit„Juden und Verbrechern“ Verwundeten. Stroop schreibt kurz über das Warschauer Ghetto, seine Entstehung, den jüdischen Widerstand und endlich die erfolgreiche„Großaktion“ gegen die Aufständischen. Er erwähnt das Flattern jüdischer und polnischer Fahnen während der Kämpfe im Ghetto, die Art der Waffen und Uniformierung oder chemische Hilfs- mittel im Kampf, derer sich die Rebellen bedienten. Besonders hebt er die heldenhaft kämpfenden Frauen hervor, sowie daß er Juden mit bei- den Händen zugleich feuern sah und wie sie aus den Fenstern der brennenden Häuser sprangen.
Der zweite Teil des Stroop-Berichts enthält seine Tagesmeldungen während des Kampfes an SS-Obergruppenführer und General der Polizei Krüger. Sie sind von ihm eigenhändig abgezeichnet.
Der erste Stroop-Rapport trägt übrigens das Datum des 20. April 1943, wurde also bereits einen Tag nach Ausbruch des Ghetto-Auf- standes geschrieben. Im letzten Bericht meldet er, daß„180 Juden und
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