am 8. Juni 1955
Mein lieber Freund,
„Die Freiheitsstraße“— welch nobles Buch über einen so schrecklichen Gegenstand! Was für ein Zeichen geistigen Aufschwungs, geistiger Höhe, geboren aus tiefster menschlicher Erniedrigung! Welch Zeugnis siegreicher christlicher Haltung gegenüber ärgsten An- griffen des Heidentums!
Sie haben mich gerührt und ermutigt. Ich danke Ihnen. Ich darf hinzufügen, daß ich Ihr Buch glänzend ge- schrieben finde.
Stärkstens hat mich beeindruckt, daß nichts, auch gar nichts, nicht einmal die grauenhaftesten Erinnerungs- bilder, Sie Ihre Selbstbeherrschung verlieren ließen. Auf bald, mein lieber Michelet, in treuer und ergebener Freundschaft
Charles de Gaulle
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