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Judenverfolgung im Dritten Reich / Wolfgang Scheffler
Entstehung
Seite
84
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1, Dos Reichsve

SIPO in Paris, Dr. Knochen, der Sabotage seiner Maßnahmen beschuldigte. Brunner betätigte\ des Waggon! sich besonders in Südfrankreich und dem früher unbesetzten französischen Gebiet. Auch aus Mit der Ges! Holland/Belgien gingen ab Frühjahr 1943 wieder Transporte. Gleichzeitig mit der Aktion aus| klar im Fall| Mazedonien liefen einige Transporte aus Bulgarien und zwar aus dem früher griechischen Gebiet| 5, Eihmanns N von Thrazien, die von dem im Auftrage Eichmanns beim Polizeiattache in Sofia tätigen Dannecker| außer MIT, r veranlaßt worden waren. Nach der italienischen Kapitulation im September 1943 wurde Dannecker| versucht hab von Eichmann nach Rom entsandt. Die italienische Regierung hatte sich trotz verschiedentlicher 4 oder zu eine Bemühungen Himmlers bei Mussolini der Deportation nicht angeschlossen, ja sogar im Fall Saloniki# von Tousende ihre jüdischen Staatsangehörigen nach Italien repatriiert. Dannecker, und seit 1944 Boßhammer, zumeist völli haben aus Italien einige Transporte deportiert, jedoch ist der Hauptteil der italienischen Juden I af Grund mei wegen der schnell fortschreitenden Kriegsereignisse in diesem Lande und der Partisanentätigkeit| Jurch Befehle vi nicht erfaßt worden. Im September 1943 sandte mich Eichmann nach Athen mit dem Befehl, die yes europäische Juden aus Südgriechenland unverzüglich zu deportieren. Da ich diesen Befehl bis Januar 1944 IF muß, da es and nicht durchführte, obgleich die Möglichkeit hierfür gegeben war, wurde ich abgelöst und Burger(it.Nr. 46, 9.95 nach Athen entsandt, der im Frühsommer 1944 einige Transporte organisierte. Im Frühjahr 1944

ging Eichmann's Vertreter, Günther, mit einem Kommando nach Kopenhagen, um die dänischen

Juden zu deportieren. Da die Aktion aber rechtzeitig bekannt wurde, flüchteten diese zum größten

Teil nach Schweden. Nur einige hundert wurden verhaftet, aber nicht nach Auschwitz gebracht,

sondern in Theresienstadt untergebracht. Sie verdankten dies dem mutigen Eintreten des dänischen

Königs. Bis zum Frühjahr 1944 hatten also in fast allen Ländern, die unter deutschem Einfluß 0) Bericht: standen. Deportationen stattgefunden. Überall aber waren die Aktionen nicht abgeschlossen worden

oder ganz ungleichmäßig verlaufen. Nur zwei Länder waren von Eichmanns Maßnahmen bisher| 1.1. Koss verschont geblieben. Ungarn und Rumänien. Rumänien hat sich auch bis zum Kriegsende der

Deportation nach Polen nicht angeschlossen, während Ungarn im März 1944 an die Reihe kam.

Je mehr der Krieg fortschritt und es immer klarer wurde, daß ein deutscher Sieg ausgeschlossen

war, um so stärker drang Eichmann auf die restlose Durchführung der Deportationen und der Ver:

nichtung. Aus diesem Grunde ging er auch persönlich nach Budapest mit einem Kommando, zu Ende Juli 1941 dem er die meisten seiner Mitarbeiter beordert hatte. Nur Brunner blieb in Frankreich und Boß-"von Westen na hammer in Italien. Für die Dauer seines Budapesters Aufenthalts übernahm seine Vertretung in| m Nachmittag Berlin Rolf Günther. Die in Ungarn stationierten Polizeikräfte und Eichmanns Kommando hätten I jigı allzuweite

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an sich nicht ausgereicht, die Deportation der ungarischen Juden durchzuführen. Eichmann fand fistolenschüsse|

aber die restlose Unterstützung der Staatssekretäre Endre und Baky im ungarischen Innenministe:"|" ‚nd Ordonnonz rivm, die den Apparat der ungarischen Gendarmerie vollständig einsetzten. Eichmanns Ziel war j die Durchführung einerBlitzaktion, und er hat diesen Plan auch verwirktlicht. Lediglich die Deportation der Juden aus Budapest gelang ihm nicht, da diese Aktion, die besonders geheim vorbereitet worden war, rechtzeitig verraten wurde und Horthy auf Intervention neutraler Diplo:

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maten die Aktion verbot. Auf diese Dinge wird weiter unten noch eingegangen. Die seit Frühjahr

1944 in Budapest laufenden Bemühungen von Vertretern desJoint Distribution Committee führten

dann im Oktober 1944 zu einem Befehl Himmlers, der dieEndlösung stornierte. Die letzte Aktion,

die Eichmann noch durchführte, obgleich er über den Stand der Verhandlungen mit Himmler unterrichtet war, war die Deportierung der restlichen Juden aus der Slowakei. Brunner, der aus

Frankreich zurückgekehrt war, wurde im September 944 nach Bratislava entsandt und deportierte

in größter Eile die Juden, die er erfassen konnte, Aber selbst nach dem Erlaß Himmlers von

Oktober 1944 gab Eichmann sich noch nicht zufrieden. Der Erlaß verbot nämlich nur die Vernichtung

der Juden, und so machte er sich daran, aus Budapest Juden als Arbeitskräfte für die KZs und

für den Stellungsbau bei Wien zu rekrutieren. Im Dezember 1944 mußte er auch diese Tätigkeit

einstellen, da Budapest von russischen Streitkräften eingeschlossen wurde. Seit Februar 1945 befand I

sich Eichmanns Referat in voller Auflösung. Er selbst und der Hauptteil seiner Mitarbeiter ist bei iR

dem Zusammenbruch im Mai 1945 untergetaucht. Abschließend möchte ich die Gras feststellen, warum Eichmann mit seiner Aktion einen solchen Erfolg haben konnte.

1. Eichmann besaß das vollste Vertrauen von Himmler, Heydrich und Müller. Auch unter Kalten- brunners Amtsführung blieb seine Vertrauensstellung absolut erhalten. j Auf Grund des Göring-Erlasses vom Sommer 194] konnte Eichmann die Einsprüche unterer 1| Dienststellen glatt ausschalten.

In bezug auf die besetzten Gebiete und die verbündeten Länder wurde Eichınann von Ribbentrop r und dem Auswärtigen Amt in keiner Weise an seiner Tätigkeit gehindert. Das Auswärtige Amt], hatte sich völlig Eichmanns Initiative untergeordnet.

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