A- Die Voraussetzungen
Die Demagogie der NSDAP
Der notwendige Feind
‚Religiöse Motive
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Die NSDAP entstand zu einem Zeitpunkt, als Deutschland sich infolge des verlorenen ersten Weltkrieges in äußerster politisch-geistiger Ver- wirrung befand. Adolf Hitler(1889—1945) benutzte als geschickter De- magoge diese Notlage, um den nach Erklärung und Ausweg suchenden Massen das nationalsozialistische Programm als die alleinige Rettung anzupreisen. Für alle drängenden Tagesfragen, wie Kriegsschuldfrage, Versailler Friedensvertrag, Untergang der Monarchie in Deutschland, Arbeitslosigkeit, Inflation, hatten er und seine Partei eine Antwort bereit. Die Hauptschuldigen an der allgemeinen Not waren für sie die „\üdisch-marxistischen Novemberverbrecher”; der Weltkrieg war nach Hitlers Propaganda das Werk„imperialistisch-jüdischer Mächte”; die Niederlage war verursacht worden durch„jüdisch-marxistische Kräfte” (Dolchstoßlegende); der Versailler Friedensvertrag war das Ergebnis der Arbeit„jüdisch-kapitalistischer Regierungen”. Genauso wie er diese„internationalen“ Verantwortlichen anprangerte, verfolgte er auch in Wort und Schrift mit fanatischem Haß den Weimarer Staat, dessen Regierungen versuchten, aus Niederlage und Not eine neue Ordnung aufzubauen.„Haß“ spielte in der nationalsozialistischen Propaganda eine entscheidende Rolle.
Durch alle Argumente, mit denen die NSDAP die damaligen Zu- stände bekämpfte, zog sich wie ein roter Faden der Antisemitismus. Im Judentum sah Hitler den„Weltfeind. Nr. 1”, der an allem Unglück des deutschen Volkes die Schuld habe. Kapitalismus und Bolschewis- mus waren für Hitler jüdische Machtinstrumente. Mit dem typischen Minderwertigkeitskomplex des Antisemiten behaftet, kämpfte Hitler während seiner ganzen politischen Laufbahn gegen diesen imaginären „Weltfeind”, der für ihn und sein System geradezu lebensnotwendig wurde; denn mit Hilfe dieses„Sündenbockes” konnte man der po- litisch unaufgeklärten und notleidenden Bevölkerung immer eine Er- klärung für herrschende Mißstände geben.
Hitler hat den Antisemitismus zweifellos nicht erfunden. Während seiner langen Geschichte hatte das Judentum in verschiedenen Län- dern schon mehrfach, vor allem in Not- und Krisenzeiten, dazu her- halten müssen, als Schuldiger für Mißstände gebrandmarkt zu werden. Es war als religiöse Minderheit in intoleranten Zeiten dazu besonders geeignet.
1. Der historische Judenhaß
Der Judenhaß des Mittelalters läßt sich auf wenige, deutlich erkenn- bare Wurzeln zurückführen. 1. Für viele Christen war der Jude am Kreuzestod Jesu Christi schuld
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