" und verantwortlich. Es wurde sehr oft übersehen, daß das Judentum mit der Heilslehre des Christentums untrennbar verbunden ist. Das Motiv des„Christusmörder” zog sich durch das ganze Mittelalter hindurch und führte während der Kreuzzüge, trotz Warnungen und
infolge Verboten der weltlichen und geistlichen Obrigkeit, zu großen blutigen jerVe- Judenmassakern. Die Haltung des Papsttums und der weltlichen kter De- Obrigkeit war dabei nicht einheitlich. Der Wunsch, die Juden zum chenden„rechten Glauben“ zu führen, stand oft genug hinter der Billigung Rettung wilder Judenverfolgungen. Viele Juden mußten sich ihr Leben durch Idfrage, die Taufe oder durch hohe Geldzahlungen erkaufen, anderenfalls schland, drohte ihnen der Tod. Antwort r sie die‘„Und wer heute sagt: man muß die Juden aus dem Land verweisen, dann ver- var nach schwindet der Antisemitismus, der ist nicht vernünftiger als der Mann im Mittelalter, tere der glaubte, der Hexenwahn stürbe dann aus, wenn es keine Hexen mehr gäbe. Nicht t die Hexen starben aus, der Wahn starb aus. Nicht die Juden müssen sich ändern, : Kräfte" der Antisemit muß sich ändern.” Luise Rinser, Schriftstellerin Ergebnis wie er 9. In Notzeiten suchte die für mystische Deutungen besonders auf- Aberglaube olgte er nahmebereite Welt des Mittelalters nach Erklärungen für die Ursachen sr Staat, herrschender Mißstände. Seuchen(Pest), Hungersnöte, Feuersbrünste, ne neue geheimnisvolle Morde, unheilbare Krankheiten usw. wurden den istischen Fremden, den als Nichtchristen verdächtigen Personen, zur Last ge- legt. Hexenverbrennungen und Pogrome waren die Folgen. So wurde gen Zur der mittelalterliche Jude zum Schuldigen gestempelt und grausam ver- nitismus. folgt. Unglück 3. Nach der christlichen Lehre war es den Christen verboten, für WISanUSE Ischewis- Geldverleih Zinsen zu nehmen. Durch die zunehmenden beruflichen Be ypischen Einschränkungen, die den Juden von christlicher Seite auferlegt wor-
te Hitler den waren(Verbot des Grundbesitzes, Nichtzulassung zu den Zünften | usw.), außerdem gefördert durch die immer größer werdenden Steuer-
- abgaben, die an die geistliche oder weltliche Obrigkeit von den Juden der po- entrichtet werden mußten, konzentrierte sich die Berufstätigkeit der ie Juden im Mittelalter zwangsläufig auf den Handel und das Geld- \ geschäft. Was den Christen nach Kanonischem Recht verboten war, Nährend| gestattete man den Juden, um einerseits dem herrschenden Geld- la mangel abzuhelfen, andererseits den Juden erpressen zu können. n ker Die weltliche Obrigkeit setzte auch den Zinsfuß fest, den die Juden lazu“ nehmen durften. So verbreitete sich in weiten Volkskreisen, wenn Be diese in Geldschwierigkeiten geraten waren, der Glaube, daß nur \
| der Wucher des Juden die Schuld an ihrem Unglück trage. Oft genug | kam es auch vor, daß Fürsten ihre„Hofjuden” töteten und beraubten, wenn sie sich selbst in Geldverlegenheiten befanden. Trotz aller Unterdrückungen konnte sich jedoch in den verschiedenen ‘deutschen Ländern das Judentum durch die Jahrhunderte hindurch 1 erkenn- halten, weil die Politik der Vertreibung von den einzelnen Landes-
huld"herren jeweils verschieden angewandt wurde. Da vielen„der Jude" isti schU|


