"4. Das Reichsverkehrsministerium hat Eichmann, trotz aller Schwierigkeiten bei der Beschaffung
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des Waggonmaterials, stets bevorzugt die notwendigen Transportmittel zur Verfügung gestellt. Mit der Gestellung der Waggons stand und fiel die gesamte Deportation. Das zeigte sich ganz klar im Fall Griechenland und Ungarn.
Eichmanns Mitarbeiter waren gewöhnt, blind Befehle auszuführen. Einen Widerstand hat außer mir, nur noch in Ungarn Obersturmbannführer Krumey versucht. Es war, wie ich oft versucht habe, unmöglich, unter Appell an die Vernunft, diese Leute zu einer stillen Sabotage oder zu einer Verlangsamung, die ja bei der raschen Entwicklung des Krieges die Rettung von Tausenden von Menschen bedeutete, zu bewegen. Eichmanns persönlicher Einfluß auf diese zumeist völlig primitiven Menschen war zu groß.
"Auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen stelle ich nochmals fest, daß Eichmanns, obgleich
durch Befehle von Hitler und Himmler gedeckt, persönlicher Anteil an dieser Tat, der Dezemierung des europäischen Judentums, entscheidend ist und er voll dafür verantwortlich gemacht werden
muß, da es andere Möglichkeiten gab, den Hitler-Befehl zu umgehen.
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(Lit.Nr. 46, S. 95 ff.)
(30) Bericht des Majors Rösler an seine vorgesetzte Dienststelle
z.Z. Kassel, den 3. 1. 1942 Major Rösler Bericht: Die mir vom Infanterie-Ersatz-Regiment 52 vorgelegte Angelegenheit„Verhalten gegenüber der Zivilbevölkerung im Osten” gibt mir Veranlassung, das Folgende zu berichten: Ende Juli 1941 befand sich das damals von mir geführte Infanterie-Regiment 52 auf dem Wege von Westen nach Shitomir, wo es eine Rastunterkunft beziehen sollte. Als ich mit meinem Stab am Nachmittag des betreffenden Ankunftstages mein Stabsquartier bezogen hatte, hörten wir aus nicht allzuweiter Entfernung in regelmäßigen Abständen Gewehrsalven, denen nach einiger Zeit Pistolenschüsse folgten. Ich beschloß, dieser Erscheinung nachzugehen und begab mich mit Adjutant und Ordonnanzoffizier(Oberleutnant von Bassewitz und Leutnant Müller-Brodmann) in Richtung des Gewehrfeuers auf die Suche. Wir bekamen bald den Eindruck, daß sich hier ein grausames Schau- spiel abspielen müsse, denn nach einiger Zeit sahen wir zahlreiche Soldaten und Zivilpersonen
“einem vor uns liegenden Bahndamm zuströmen, hinter dem, wie man uns meldete, laufend Er-
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schießungen vorgenommen wurden. Während der ganzen Zeit konnten wir über den Bahndamm zunächst nicht hinwegsehen, hörten jedoch immer nach einem gewissen Zeitraum den Ton einer Trillerpfeife und danach eine etwa 10-läufige Gewehrsalve, an die sich nach einiger Zeit Pistolen- schüsse anreihten. Als wir schließlich den Bahndamm erklettert hatten, bot sich jenseits dieses Dammes ein Bild, dessen grausame Abscheulichkeit auf den unvorbereitet Herantretenden erschüt- ternd und abschreckend wirkte. In die Erde war ein etwa 7—8 Meter langer, vielleicht 4 Meter breiter Graben eingezogen, dessen aufgeworfene Erde auf der einen Seite aufgeschichtet war. Diese Aufschichtung und die darunter liegende Grabenwand waren vollständig mit Strömen von Blut
besudelt. Die Grube selbst war mit zahlreichen, schwer abzuschätzenden menschlichen Leichen aller
Art und jeden Geschlechts gefüllt, so daß ihre Tiefe nicht geschätzt werden konnte. Hinter dem
" aufgeschütteten Wall stand ein Kommando Polizei, das von einem Polizeioffizier befehligt wurde.
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Die Uniformen dieses Kommandos wiesen Blutspuren auf. Im weiten Umkreis ringsherum standen unzählige Soldaten dort bereits liegender Truppenteile, teilweise in Badehosen, als Zuschauer, ebenso zahlreiche Zivilisten mit Frauen und Kindern. Ich habe mir daraufhin durch ganz dichtes
Herantreten an den Graben ein Bild verschafft, das ich bis heute nicht vergessen konnte. Unter
anderem lag in diesem Grab ein alter Mann mit einem weißen Vollbart, der über seinem linken Arm noch ein kleines Spazierstöckchen hängen hatte. Da dieser Mann noch durch seine stoßweise Atemtätigkeit Lebenszeichen von sich gab, ersuchte ich einen der Polizisten, ihn endgültig zu töten, worauf dieser mir mit lachender Miene sagte:„Dem habe ich schon siebenmal wos in den Bauch gejagt, der krepiert schon von alleine.“ Die in dem Graben liegenden Erschossenen wurden nicht besonders zurecht gelegt, sondern blieben so, wie sie nach dem Schuß von der Grabenwand herunter-
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