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Judenverfolgung im Dritten Reich / Wolfgang Scheffler
Entstehung
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81
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Fernspruch, 8. März 43

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(27) Die Einsatzgruppen

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Ich, Otto OHLENDORF, erkläre hiermit an Eidesstatt:

Ich war Chef des Sicherheitsdienstes(SD), Amt Ill des Hauptamtes des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD(RSHA), von 1939 bis 1945.

Im Juni 1941 wurde ich von Himmler bestimmt, eine der Einsatzgruppen zu führen, die damals gebildet wurden, um den deutschen Armeen im russischen Feldzug zu folgen. Ich war der Chef der Einsatzgruppe D. Chef der Einsatzgruppe A war Stahlecker, Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt. Der Chef der Einsatzgruppe B war NEBE, Chef des Amtes V(Kripo) des Hauptamtes des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD(RSHA). Der Chef der Einsatzgruppe C war zuerst Rasch(oder Rasche) und später Thomas.

Himmler erklärte, daß ein wichtiger Teil unserer Aufgabe in der Beseitigung von Juden, Frauen, Männern und Kindern, und kommunistischen Funktionären bestünde. Ich wurde etwa vier Wochen vorher über den Angriff auf Rußland benachrichtigt.

Nach einem Abkommen mit dem OKW und dem OKH wurden die Einsatzkommandos von der Heeresgruppe oder der Armee bestimmten Korps und Divisionen des Heeres zugeteilt. Das Heer bestimmte, in welchem Gebiet die Einsatzkommandos zu operieren hatten. Alle Führungsweisungen und Befehle für die Ausführung von Hinrichtungen kamen über den Chef der SIPO und des SD (RSHA) in Berlin. Regelmäßiger Kurierdienst und Radioverbindung bestanden zwischen den Einsatz- gruppen und dem Chef der SIPO und des SD.

Die Einsatzgruppen und Einsatzkommandos wurden vom Personal der Gestapo, des SD oder der Kriminalpolizei geführt. Zusätzliche Mannschaften wurden von der Ordnungspolizei und von der Waffen-SS gestellt. Einsatzgruppe D bestand aus ungefähr 400 bis 500 Mann und verfügte über annähernd 170 Fahrzeuge.

Als die deutsche Armee in Rußland einmarschierte, war ich Führer der Einsatzgruoppe D im südlichen Sektor, und im Laufe des Jahres, während dessen ich Führer der Einsatzgruppe D war, liquidierte sie ungefähr 90 000 Männer, Frauen und Kinder. Die Mehrzahl der Liquidierten waren Juden, aber es waren unter ihnen auch einige kommunistische Funktionäre.

In der Ausführung dieses Vernichtungsprogrammes wurden die Einsatzgruppen in Einsatzkommandos untergefeilt, und die Einsatzkommandos in noch kleinere Einheiten, die sogenannten Sonder- kommandos und Teilkommandos. Gewöhnlich wurden die kleineren Einheiten von einem An- gehörigen des SD, der GESTAPO oder der Kriminalpolizei geführt. Die dazu ausersehene Einheit pflegte in ein Dorf oder in eine Stadt zu kommen und den führenden jüdischen Bewohnern den Befehl zu erteilen, alle Juden zwecks Umsiedlung zusammenzurufen. Sie wurden aufgefordert, ihre Wertgegenstände den Führern der Einheit zu übergeben, und kurz vor der Hinrichtung ihre Oberkleidung auszuhändigen. Die Männer, Frauen und Kinder wurden zu einem Hinrichtungsort geführt, der sich meist neben einem vertieften Panzerabwehrgraben befand. Dann wurden sie erschossen, kniend oder stehend, und die Leichen wurden in den Graben geworfen. Ich habe in der Gruppe D das Erschießen durch Einzelpersonen nie genehmigt, sondern befohlen, daß mehrere Leute gleichzeitig schießen sollten, um direkte persönliche Verantwortung zu vermeiden. Die Führer der Einheiten oder besonders bestimmte Personen mußten jedoch den letzten Schuß auf solche Opfer abfeuern, die nicht sofort tot waren. Ich erfuhr aus Gesprächen mit anderen Gruppen- führern, daß manche von ihnen verlangten, daß die Opfer sich flach auf den Boden legten, um ann durch den Nacken geschossen zu werden. Ich billigte diese Methoden nicht.

Im Frühjahr 1942 wurden uns vom Chef der Sicherheitspclizei und des SD in Berlin Gaswagen geschickt. Diese Wagen wurden vom Amt Il des RSHA beigestellt. Der Mann, der für die Wagen meiner Einsatzgruppe verantwortlich war, war Becker. Wir hatten Befehl erhalten, die Wagen für die Tötung von Frauen und Kindern zu benutzen. Jedesmal, wenn eine Einheit eine genügende Anzanl von Opfern angesammelt hatte, wurde ein Wagen für die Liquidierung gesandt. Wir hatten auch diese Gaswagen in der Nähe der Durchgangslager stationiert, in die die Opfer gebracht ‚wurden. Den Opfern wurde gesagt, daß sie umgesiedelt werden würden und zu diesem Zwecke lin die Wagen steigen müßten. Danach wurden die Türen geschlossen und durch das Ingang- setzen der Wagen strömte das Gas ein. Die Opfer starben in 10 bis 15 Minuten. Die Wagen wurden "dann zum Begräbnisplatz gefahren, wo die Leichen herausgenommen und begraben wurden.

Ich habe den Bericht von STAHLECKER(Document L 180) über Einsatzgruppe A gesehen, in welchem Stahlecker behauptet, daß seine Gruppe 135000 Juden und Kommunisten in den ersten

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