(25) Fabrik-Aktion(27. Februar 1943)
W.V.-Hauptamt Fernspruch. Amt D II 8. März 43
Oranienburg. Betr. Abtransport von jüdischen Rüstungsarb. Am 5. und 7. März trafen folgende jüdische Häftlingstransporte ein.
Transport aus Berlin, Eingang 5. März 43, Gesamtstärke 1128 Juden. Zum Arbeitseinsatz gelangten 389 Männer(Buna) und 96 Frauen. Sonderbehandelt wurden 151 Männer und 492 Frauen und Kinder. Transport aus Breslau, Eingang 5. März 43, Gesamtstärke 1405 Juden. Zum Arbeitseinsatz gelangten 406 Männer(Buna) und 190 Frauen. Sonderbehandelt wurden 125 Männer und 684 Frauen und Kinder.
Transport aus Berlin, Eingang 7. März 43, Gesamtstärke 690 einschließlich 25 Schutzhäftlingen. Zum Arbeitseinsatz gelangten 153 Männer und 25 Schutzhäftlinge(Buna) und 65 Frauen. Sonder- behandelt wurden 30 Männer und 417 Frauen und Kinder.
gez. Schwarz Obersturmführer
(„Dokumenty i Materialy z czasow okupacji niemieckiej w Polsce. I Obozy.“ Herausgeber: N. Blumental, Zentrale Jüd. Historische Kommission, Lodz 1946, 5. 110.)
(26) Generalgouverneur Hans Frank über die„Endlösung” im General- gouvernement(16. Dezember 1941)
... Ich weiß, es wird an vielen Maßnahmen, die jetzt im Reich gegenüber den Juden getroffen werden, Kritik geübt... Bewußt wird— das geht aus dem Stimmungsberichten hervor— immer wieder versucht, von Grausamkeit, Härte usw. zu sprechen. Ich möchte Sie bitten, einigen Sie sich mit mir zunächst, bevor ich weiterspreche, auf die Formel: Mitleid wollen wir grundsätzlich nur mit dem deutschen Volk haben, sonst mit niemandem auf der Welt... Die anderen haben auch mit uns kein Mitleid gehabt. Ich muß auch als alter Nationalsozialist sagen: wenn die Judensippschaft in Europa den Krieg überleben würde, wir aber unser bestes Blut für die Er- haltung Europas geopfert hätten, dann würde dieser Krieg doch nur einen Teilerfolg darstellen. Ich werde daher den Juden gegenüber grundsätzlich nur von der Erwartung ausgehen, daß sie verschwinden. Sie müssen weg. Ich habe Verhandlungen zu dem Zweck angeknüpft, sie nach dem Osten abzuschieben. Im Januar findet über diese Frage eine große Besprechung in Berlin statt, zu der ich Herrn Staatssekretär Dr. Bühler entsenden werde. Diese Besprechung soll im Reichs- sicherheitshauptamt bei SS-Obergruppenführer Heydrich gehalten werden. Jedenfalls wird eine große jüdische Wanderung einsetzen. Aber was soll mit den Juden geschehen? Glauben Sie, man
wird sie im Ostland in Siedlungsdörfern unterbringen? Man hat uns in Berlin gesagt: Weshalb
macht man die Scherereien. Wir können im Ostland oder im Reichskommissariat auch nichts mit ihnen anfangen. Liquidiert sie selbst. Meine Herren, ich muß Sie bitten, sich gegen alle Mizleids- erwägungen Zu wappnen.
Wir müssen die Juden vernichten, wo immer wir sie treffen und wo es irgend möglich ist, um das Gesamtgefüge des Reiches hier aufrechtzuerhalten....
(IMT, Bd. XXIX, S. 502 f., PS-2233)
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