Druckschrift 
Judenverfolgung im Dritten Reich / Wolfgang Scheffler
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen

'Zuberei. at ZU er- daß die Neltwirt- en, eine (arrlichen ren Not- gen. Zur lung ins fe umzu-

rwünscht iche und

veck wur- chtet, Im en.

tigen von n Aufbau erstellung et, die in \rbeit der ende De- ‚Juli 1942

Lehrer in jüdischen Schulen (b) 766 1057 1237 (b) (b) (b)

Art(Quelle: ce, Band Il,

vertretung e ein. Die n gedacht, se Kredite Yirtschafts e Boykott

maßnahmen der nichtjüdischen Wirtschaft in Schwierigkeiten geraten waren. Außerdem half sie berufsverdrängten Juden bei der Existenz- neugründung.

Eine noch größere Bedeutung kam der Wohlfahrtspflege zu. Durch die starke Auswanderung besonders jüngerer Menschen, die keine Berufsmöglichkeiten mehr in Deutschland besaßen, gewannen die älteren Jahrgänge ein Übergewicht. So waren 1939 mehr als 77% aller deutschen Juden über 40 Jahre und von diesen mehr als zwei Drittel über 65 Jahre alt. Diejüdische Winterhilfe, die nach der Ausschaltung der deutschen Juden aus dem Winterhilfswerk geschaf- fen worden war, betreute 1935/1936: 83761, 1936/1937: 82067 Personen. Da die Zuständigkeit der öffentlichen Fürsorge für alte und kranke Juden immer weiter eingeschränkt wurde, mußte die jüdische Wohl- fahrt helfen. Diese Aufgabe wurde von derZentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland übernommen. Mit Hilfe freiwilliger Bei- tragszahlungen unterstützte die jüdische Bevölkerung diese Arbeit. Tatkräftigen Anteil an diesen Bemühungen der Reichsvertretung nah-

men die einzelnen großen jüdischen Organisationen, voran derCen-

tralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens(CV) und die Zionistische Vereinigung für Deutschland(ZVfD). Der CV, 1893 in Berlin gegründet, hatte in den Jahren der Weimarer Republik anti- semitische Ausfälle rechtsradikaler Kreise abgewehrt und betonte auch noch nach 1933 in der CV-Zeitung seinen toleranten Auftrag: Der Centralverein ist die Vereinigung der deutschen Juden, deren Aufgabe die Bekämpfung des Antisemitismus ist.

Während im Centralverein seit seiner Gründung jene deutschen Juden vertreten waren, die das deutsch-jüdische Zusammenleben als die Grundlage ihrer gesamten Haltung ‚und Arbeit ansahen, sammelte die Zionistische Vereinigung diejenigen um sich, die ihre Blicke nach Palästina als der künftigen Heimat aller Juden richteten. Das Organ der Zionistischen Vereinigung, dieJüdische Rundschau, trat eben- so wie dieCV-Zeitung nach 1933 mutig für die Belange des deut- schen Judentums ein. Berühmt geworden ist jener Artikel, den ihr Chefredakteur Robert Weltsch nach dem Boykott vom 1. April 1933 unter der Überschrift veröffentlichte:Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!" Um die Wirkung der jüdischen: Presse zu unterbinden, wurde

Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!

.Daß die Boykottleitung anordnete, an die boykottierten Geschäfte Schilder mit gelbem Fleck auf schwarzem Grund zu heften, ist ein gewaltiges Symbol. Diese Maßregel ist als Brandmarkung, als Verächtlichmachung gedacht. Wir nehmen sie auf, und wollen daraus ein Ehrenzeichen machen...

Neben anderen Zeichen und Inschriften sah man auf den Scheiben der Schaufenster vielfach einen großen Magen David, den Schild König Davids. Dies sollte eine Ent- ehrung sein. Juden, nehmt ihn auf, den Davidsschild, und tragt ihn in Ehren!... (Dr. Robert Weltsch in: Jüdische Rundschau, 38. Jhrg., Nr. 27(4. 4. 1933),$. 131, Sp. 13.)

Centralverein und Zionistische Vereinigung