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Judenverfolgung im Dritten Reich / Wolfgang Scheffler
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Auswanderung

Das jüdische Schulwesen

Wirtschaftshilfe un Wohlfahrtspflege

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Juden, die Auswanderung langfristig zu organisieren und vorzuberei- ten, den Auswandernden die Suche nach einer neuen Heimat zu er- leichtern. Wie schwierig das war, geht allein daraus hervor, daß die meisten Länder noch unter den schweren Auswirkungen der Weltwirt- schaftskrise zu leiden hatten und daher wenig geneigt waren, eine große Zahl Einwanderer zuzulassen. Es bedurfte einer beharrlichen Kleinarbeit, die ausländischen Stellen von der unabweisbaren Not- wendigkeit zur Aufnahme jüdischer Flüchtlinge zu überzeugen. Zur Vorbereitung der Auswanderung wurde die Berufsumschichtung ins Leben gerufen, die die künftigen Emigranten auf jene Berufe umzu- schulen hatte, die in den Aufnahmeländern am meisten erwünscht waren. Dabei mußte besonderer Wert auf die handwerkliche und landwirtschaftliche Ausbildung gelegt werden. Zu diesem Zweck wur- den landwirtschaftliche Kurse und Lehrwerkstätten eingerichtet. Im gleichen Umfange wurde auch die Sprachausbildung betrieben.

Die 1933 einsetzende Ausschließung der jüdischen Schulpflichtigen von den deutschen Schulen erforderte besonders eindringlich den Aufbau eines vollständigen jüdischen Schulwesens, einschließlich Herstellung der Lehrmittel, denn es war den Juden nicht mehr gestattet, die in Deutschland gebräuchlichen Schulbücher zu benutzen. Die Arbeit der jüdischen Schulen wurde erst durch die im Kriege einsetzende De- portation der Juden nach dem Osten unterbunden und am 1. Juli 1942 gänzlich untersagt.

Jüdische Schulen in Deutschland 19331939

Jüdische Jüdische lehren her Kinder im Kinder in Jüdische jüdischen Alter von jüdischen Schulen Schalan 6-14 Jahren Schulen 1OB3E a ae 66 000 15.000 70(a)(b) ISA Ne(b) 18 500 70(a) 766 193 44 000 20 000 130(c) 1057 TISCHE 421000 22.000 160(c) 1237 I(b) 23 000 167(c)(b) NASBa en(b) 20 029 140(c)(b) 19, CR(b) 9 500 139(c)(b)

(a): Volksschulen(b): Keine Angaben verfügbar(c): Schulen aller Art(Quelle: Yad Washem Studies on the European Jewish Catastrophe and Resistance, Band Ill, Jerusalem 1959,$. 185)

Einen großen Umfang nahmen in der Arbeit der Reichsvertretung naturgemäß die Wirtschaftshilfe und die Wohlfahrtspflege ein. Die Wirtschaftshilfe war vor allem für jüdische Unternehmungen gedacht, die zur Fortführung ihrer Arbeit Kredite benötigten. Diese Kredite wurden von jüdischen Darlehenskassen aufgebracht. Die Wirtschafts- hilfe unterstützte besonders kleinere Betriebe, die durch die Boykott-

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