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„Rassenfremde Musik“: Sommernachtstraum
“2.„Um alle die buntschimmernde Märchenstimmung des Shakespearischen Werkes auf der Bühne ganz lebendig und zwingend zu machen, bedarf es der magischen Kraft der Tonkunst. In der bisher meistens gespielten Mendelssohnschen Musik emp- finden wir— trotz mancher Feinheiten— heute viele art- und rassefremde Züge,
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die der germanischen Märchenpoesie allzu entgegengesetzt sind... (Der Deutsche; zit. nach ‚CV-Zeitung, XIll. Jhrg. Nr. 38 (21. 9. 1934), S.4, Sp. 1 f.)
öffentliche Diffamierung, die Herabsetzung zum Menschen minderen Rechts.(6) Nichts war in den Augen der neuen Machthaber von den jüdischen Kaufleuten ehrlich erworben worden, nichts wurde mehr geachtet, was deutsche Juden in der Vergangenheit geleistet hatten. (7) Selbst die Toten wurden von der Propaganda nicht in Ruhe ge- lassen und die Namen der jüdischen Gefallenen zum Teil von den Gedenktafeln für die Opfer des ersten ‚Weltkrieges entfernt. Zwar wurde die Propaganda der Wochenzeitschrift„Der Stürmer”, heraus- gegeben vom Gauleiter von Franken, Julius Streicher, von vielen Deutschen gerade wegen ihres abstoßenden Inhalts nicht ernst genom- men, aber die in dieser Zeitschrift zum Ausdruck kommenden perfiden Unterstellungen vergifteten das Leben der Juden, die dieser Hetze schutzlos ausgeliefert waren, in erschreckender Weise. Es gab keinen Lebensbereich, der vom„Stürmer“ nicht angetastet worden wäre. Seine Korrespondenten durchstreiften dasLand und griffen hemmungs- los auch den Nichtjuden an, der es wagte, mit seinen jüdischen Freun- den und Bekannten noch freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. Das Denunziantentum feierte in den Spalten dieser Zeitschrift Triumphe. So verstärkte diese Hetze staatlicher oder vom Staate geförderter Publikationen die Entfremdung zwischen Nichtjuden und Juden in erheblicher Weise.(8) Beispielsweise schrieb der Gauleiter der Kur-
mark, Oberpräsident Wilhelm Kube, am 19. Mai 1934 in einem Auf-
satz in der Westfälischen Landeszeitung:
„Was Pest, Schwindsucht und Syphilis für die Menschheit gesundheitlich bedeuten, das bedeutet das Judentum sittlich für die weißen Völker... Der Jude ist die personifizierte Verneinung, der Deutsche ist die gottgewollte und gottbedingte Schöpferkraft... Denn nur wer beharrlich und zähe ist, wird das Judentum be- siegen. Man kann mit halben Maßnahmen anfangen, mit rücksichtsloser Brutalität wird dieser Kampf aber einmal von den überwiegend nordischen Völkern beendet werden müssen.”
Daß sich der antisemitische Charakter der nationalsozialistischen Be- wegung nicht nur gegen das Judentum richtete, zeigte der bald nach
‘ der Machtergreifung einsetzende Kampf des neuen Regimes gegen
die christlichen Kirchen. Während sich die katholische Kirche durch
‘ den Konkordatsabschluß im Sommer 1933 einen Burgfrieden erhoffte — eine Illusion, die bald zerstört wurde—, brach der Kampf um
die evangelische Kirche unmittelbar nach der Machtübernahme in
Die Deklassierung des Menschen
Gegen Judentum und Christentum
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