Das Ende einer
Epoche
Physik: Albert Einstein, James Franck, Gustav Hertz;
Chemie: Otto Wallach, Richard Wilstätter, Fritz Haber;
Literatur und Dichtung: Hugo von Hofmannsthal, Jakob Wassermann, Arnold und Stefan Zweig, Franz Werfel;
Kritik und Publizistik: Fritz Engel, Alfred Kerr, Kurt Tucholsky; Dirigenten: Leo Blech, Otto Klemperer, Bruno Walter;
Sänger: Richard Tauber, Joseph Schmidt;
Theaterregisseure: Otto Brahm, Leopold Jessner, Max Reinhardt; Schauspieler: Elisabeth Bergner, Ernst Deutsch, Fritz Kortner, Max Pallenberg.
Von den bis 1936 verliehenen insgesamt 183 Nobelpreisen fielen über 11 Prozent an Juden in aller Welt; an Juden aus Deutschland und Österreich fast 9 Prozent(1).
Die deutschen Juden, die genauso eng mit ihrer Heimat verbunden waren wie jeder andere nichtjüdische Staatsbürger, standen 1933, gleich der übrigen Bevölkerung, ahnungslos vor dem Beginn der Tra- gödie, die nicht nur mit der Zerschlagung des Deutschen Reiches enden sollte, sondern die auch das furchtbare Ende der fruchtbaren Periode deutsch-jüdischen Zusammenlebens brachte. Zwar konnte 1933.nie- mand den radikalen antisemitischen Charakter der NSDAP mehr über- sehen, doch ahnte die Mehrzahl der Juden und Nichtjuden nicht, welche Katastrophe bevorstand. Zu den wenigen, die den Gang der Dinge klar erkannten, gehörte der Berliner Rabbiner Dr. Leo Baeck, der 1933 in weiser Voraussicht die Worte aussprach:„Die tausend- jährige Geschichte des deutschen Judentums ist zu Ende.”
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