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Judenverfolgung im Dritten Reich / Wolfgang Scheffler
Entstehung
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auf das fruchtbare Zusammenleben von Juden und Nichtiuden in Spanien bis zur Vertreibung der jüdischen Bevölkerung(Ende des 15. Jahrhunderts). In gewisser Weise war der deutsche Kulturkreis für das osteuropäische Judentum, das schon durch den Gebrauch der jiddischen Sprache eine enge Verbindung zur deutschen Kultur hatte, ein eigenartiger Schmelztiegel geworden, durch dessen Prozeß die Mehrzahl der politisch und geistig bedeutenden jüdischen Führer ging. Die Juden haben sich um das deutsche Volk wie sonst um kein an- deres bemüht. Die Assimilationsbereitschaft ist nirgends so groß und weitgehend gewesen wie bei den in Deutschland lebenden Juden. Zwar fand diese Bereitschaft ihre ersten Grenzen bei den in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erneut aufbrechen- den antijüdischen Strömungen, doch ließen sich die deutschen Juden in der Mehrzahl nicht davon abhalten, an ihrem Vaterland festzu- halten. Ebenso wie sie zur Assimilation bereit waren, leisteten sie als Deutsche ihre Pflicht im ersten Weltkrieg. Als sich die Emanzipation in den Jahren der Weimarer Republik praktisch vollendete, begann bereits das Pendel nach der anderen Seite auszuschlagen und das Ende der 150jährigen Emanzipationsbewegung über das deutsche Judentum hereinzubrechen. Voraussehend hatte Theodor Herzl, der Begründer des Zionismus, die ganze Bitterkeit über den Zweifel des

Gelingens der Assimilation in seinem BuchDer Judenstaat ausge-

drückt:Vielleicht könnten wir überall in den uns umgebenden Völ- kern spurlos aufgehen, wenn man uns nur zwei Generationen hin- durch in Ruhe ließe. Man wird uns nicht in Ruhe lassen. Nach kurzen Perioden der Duldsamkeit erwacht immer und immer wieder die Feind- seligkeit gegen uns. Unser Wohlergehen scheint etwas Aufreizendes zu enthalten, weil die Welt seit vielen Jahrhunderten gewohnt war, in uns die Verächtlichsten der Armen zu sehen. Dabei bemerkt man aus Unwissenheit oder Engherzigkeit nicht, daß unser Wohlergehen uns als Juden schwächt und unsere Besonderheiten auslöscht. Nur der Druck preßt uns wieder an den alten Stamm, nur der Haß unserer Umgebung macht uns wieder zu Fremden.(Herzl:Der Judenstaat, 1896, S. 26)

Es gehört zur Tragik der deutsch-jüdischen Symbiose, daß, zumal in der Zeit der Weimarer Republik, sich weder die deutschen Juden der auf sie hereinstürzenden antisemitischen Welle erwehren konn- ten, noch eine stattliche Anzahl einflußreicher Nichtjuden zu ihrer Verteidigung sich bereitfand. Welchen Verlust das deutsche Volk mit der Vertreibung und Vernichtung der Juden erlitten hat, wird an- nähernd deutlich, wenn man sich derer erinnert, die in der deutschen Geistesgeschichte ihren festen Platz haben. Dabei vermitteln die fol- genden Namen nur einen kleinen Ausschnitt aus der großen Anzahl der Persönlichkeiten und ihrer Betätigungsgebiete: Rechtswissenschaft: Georg Jellineck, Hermann Staub, Martin Wolff; Medizin: Paul Ehrlich, Otto Meyerhof, Otto Warburg;

Die Assimilation

Der Beitrag zur deutschen Kultur

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