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Judenverfolgung im Dritten Reich / Wolfgang Scheffler
Entstehung
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Die Ausweg- losigkeit

Der Anteil an der Bevölkerung

Die kulturelle Symbiose

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kehrungs- und Umerziehungsversuche waren dieser Lehre zufolge sinnlos, denn sie erklärte die Minderwertigkeit zum wesentlichen Charakteristikum der jüdischen Rasse. Als logische, wenn auch in den Anfangszeiten des Rassenantisemitismus nicht so klar formulierte, Konsequenz blieb nur: die biologische Ausrottung des Judentums. Zwar sind antisemitische Bewegungen keine spezifisch deutsche Er- scheinungen gewesen(vgl. z. B. die Affaire Dreyfuss in Frankreich) je nach den politischen und ökonomischen Gegebenheiten tauchten sie auch in anderen Ländern auf und verschwanden wieder. Ihre theoretische Durchgestaltung erfuhren die antisemitischen Ideen je- doch vornehmlich in Deutschland. Die logischen Konsequenzen dieser Ideologie wurden allein vom Nationalsozialismus mit der Perfektion eines totalitären Staates in die Tat umgesetzt.

3. Die Juden in Deutschland

Die Emanzipation der deutschen Juden, die seit über tausend Jahren in Deutschland beheimatet sind, war rechtlich zwar bereits im Bis- marckreich abgeschlossen, in der praktischen Durchführung jedoch erst mit der Schaffung der Weimarer Republik. Der zahlenmäßige Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung war schon vor 1933 rückläufig:

1871 betrug der prozentuale Anteil 1,05%(383 000)

1925 betrug der prozentuale Anteil 0,90%(564 000)

1933 betrug der prozentuale Anteil 0,76%(503 000)

Die Mehrheit der deutschen Juden lebte 1933 in Großstädten(fast ein Drittel allein in Berlin). Diese Konzentrierung auf die Städte, ebenso wie auf bestimmte Berufe(Kaufleute, Juristen, Mediziner usw.), war das Erbe der in den einzelnen Berufen nur zögernd gefallenen Schranken für Juden. Der weitaus überwiegende Teil der jüdischen Bevölkerung gehörte dem Mittelstand an und hatte unter den schweren wirtschaftlichen Belastungen der Nachkriegsjahre genauso zu leiden wie die nichtjüdische Bevölkerung. Gerade angesichts der nationalsozialistischen Beschuldigungen vor und nach 1933 verdient festgehalten zu werden, daß die wirtschaftliche Blütezeit des deutschen Judentums vor dem ersten Weltkrieg lag. Seine Beteiligung am politischen Leben des Weimarer Staates entsprach in keiner Weise den Behauptungen der nationalsozialistischen Propaganda.

Viel zu oft ist übersehen worden, welche Früchte z.B. im kulturellen Bereich die Begegnung von jüdischem und nichtjüdischem Geistes- gut für beide Seiten gehabt hat. Der Einfluß, den die deutsche Kultur im 19. Jahrhundert auf die Judenheit in Mittel- und Osteuropa hatte, konn gar nicht überschätzt werden. In gleicher Weise befruchteten die zahlreichen jüdischen Gelehrten und Künstler das geistige und kulturelle Leben ihrer Heimat. In keinem anderen Land der Welt war diese geistige Begegnung so eng gewesen, es sei denn, man verweist

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