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Die Stadt liegt noch im tiefen Schlafe,
mich erweckt irgendein Geräusch, das in der Stille aufklingt.
Idı werde ganz wach, dieser Ton hat mich aufgeschreckt aus meiner Ruhe. Ich muß heraus aus meinem Bette, zum Fenster eilen, um zu schauen. Da seh‘ ich, wie in der stillen Straße unter mir bewaffnete Polizei aufmarschiert und diese von beiden Seiten flankiert.
Was mag das wohl sein? Schwerverbrecher, die weggeschaff werden oder irgendein kostbares Gut?
Da hör‘ ich auf einmal die Schritte vieler Menschen,
aber keine Menschenstimmen.
Da taucht es vor mir auf, ein gespenstischer Zug—
Ich sehe Frauen, Männer, Kinder schwerbepackt, mit Pappendeckel- tätelchen um den Hals, unter mir vorüberziehen.
Sie gehen ganz langsam, mit gesenkten Köpfen, manche schleppen sich kaum weiter, keiner spricht ein Wort, man hört nur das Klappern der Eßgeschirre auf den Rucksäcken.
Hier und da schaut einer auf und läßt einen sehnsüchtigen Blick an den Häuserzeilen entlanggleiten. So traurige, verzweifelte Augen.
Icı spüre, wie mir dıe Tränen über das Gesicht laufen, Ich weiß nicht, was es ist, ich muf? das Fenster aufreifßen und ihnen zuwinken.
Weg vom Fenster oder ich schieße, gellt es zu mir herauf
und ich sehe ein Gewehr aut mich gerichtet.
Jesus Maria, was war das—
solch‘ arme Menschen, auch Kinder, ganz kleine Kinder—
was konnten denn die so Böses getan haben.
Den ganzen Tag mußte ich daran denken*)
*) Erzählt von einer Kaufmannsfrau in Prag.
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