ZUR GESCHICHTE DES MANUSKRIPTES
Der Bericht entstand teilweise in Oederan, teilweise nach der Befrei- ung in den Monaten Mai/Juni 1945. Damals besuchte mich ein alter Freund, Angehöriger der Jewish Army. Ihm erzählte ich alles, was ich erlebt hatte und er war es, der mir riet, meine Erlebnisse niederzuschrei- ben. Ich folgte seinem Rat und schrieb Tag und Nacht. Damals wohnte ich in Prag, im 6. Stock eines Hauses, ganz allein. Oft hatte ich auf der Terrasse vor meinem Zimmer gestanden und hinausgeschaut. Es gab keine Freunde, keine Verwandten mehr, von meiner ganzen eigenen Familie lebte nur noch mein Brüder in Israel. Das Schreiben half mir. Der Bericht blieb in der Schublade liegen. Als ich nach Israel auswanderte, nahm ich ihn mit mir. Jahre vergingen. Durch einen Zufall traf ich in Israel Graf von Spreti, heute Botschafter der Bundesrepublik in Luxem- burg, der uns vor,dem Kriege in Prag einige Male besucht hatte. Er bat mich zu erzählen. Da nun sehr wenig Zeit zur Verfügung stand, erinnerte ich mich des Manuskriptes und gab es ihm mit den Worten:„Da, lesen Sie.“ Niemand hatte es außer meinem Bruder bisher gelesen. Durch die
Vermittlung von Graf von Spreti aber werden es nunmehr viele lesen.


