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deten. Auch dafür muß man Verständnis aufbringen, wenn man weiß, wie schwer und gefährlich dieses Vegetieren war und wie es dem Menschen den letzten moralischen Halt nahm. Sie hatten dann besseres Essen und Wohnen, waren geschützter vor den verschiedenen Epıdemien und sahen
in diesem Ausweg nur die momentanen Erleichterungen und nicht die anderen Gefahren.
Unser Lager blieb von so einer Versuchung verschont, und wir erfuh- ren erst nach dem Kriege von diesen Institutionen. Ein Teil der Frauen — besonders die Ungarinnen— flüchteten in ihre Religiosität, sie waren zu beneiden. Es gab eine unter ihnen, eine richtige Fanatikerin, die auf ihre Umgebung einen großen Einfluß ausübte. Sie berührte kein Fleisch, sparte die ganze Woche die gefaßte Margarine, um sie dann zum Groß- teil am Samstag an die Bedürftigen zu verteilen. Sie pflegte in ihrer Freizeit aufopferungsvoll die Kranken und war eine Zeitlang eingesetzt
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| acht Tage, aß fast nichts, bis auf einige Steckrüben, und diesem Beispiel
ı zur alleinigen Pflege der kleinen irren Ungarin.
Als die jüdischen Feiertage kamen. gestaltete sie sie zu erhebenden Feiern. Am Sederabend— man muß sich vorstellen, unter welchen ‚ Schwierigkeiten— sprach sie in einer derartigen Ekstase zu ihren ‚ Leuten, daß diese Menschen alle Erdenmühsal vergaßen. Sie fastete
‚ folgten ihre Jüngerinnen. Gegen Schluß der Feiertage war sie fast am Dahinschwinden, aber eine innere Kraft hielt diesen gebrechlichen Kör- per aufrecht, daß es wie ein Wunder wirkte.
Es gab verschiedene Typen unter den Frauen:
Jola, eine 17jährige Polin, war von einer ergreifenden Schönheit Wie , eine Blume war ihr Köpfchen, goldenes Haar, große. eigenartig geschnit- ‚ tene. blaue Augen und überhaupt von einer herben Süße, die man kaum | beschreiben kann Diese, ihre ganze Schönheit, rettete ihr oft das Leben, ‚denn sie hatte Furchtbares erlebt und war einige Male ganz nahe am Tode vorübergegangen und ganz allein zurückgeblieben. Diese Schönheit war aber nur sekundär, primär war ihre Kunstfertigkeit. Sie modellierte ‚aus Brot— das sie dann hart werden ließ— die interessantesten Mas-
ken, Ringe und Anhänger. Die Sachen waren originell in ihrer Form
und Komposition, und wir wollten natürlich jeder etwas besitzen von dıesen Köstlichkeiten. Sie trennte sich aber nur ungern davon und be- hielt fast alle ihre Schöpfungen eifersüchtig für sich. Einen Buddha—
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